Das Prequel der bekannten Serie um die mutierten Superhelden behandelt das Kennenlernen und Verfeinden von Professor X und Magneto. Supergut oder superscheiße?

Magneto in the house

Wir schreiben das Jahr 1962: Der junge Charles Xavier (James McAvoy) lernt Erik Lensherr (Michael Faßbender) kennen. Die beiden Herren sind, jawohl – man glaubt es kaum, Mutanten. Charles kann Gedanken lesen und kontrollieren, Erik kann magnetische Gegenstände manipulieren. Kommt mir irgendwie bekannt vor… richtig: Es handelt sich hierbei um den jungen Magneto und den jungen Professor X (hier noch mit voller Haarpracht), die man schon aus X-Men 1-3 kennt. Wir erfahren hier, wie Magneto so böse wurde und sich mit Professor X verfeindet. Übrigens lernt der Zuschauer, dass besagter Professor immer schon so unglaublich unausstehlich arrogant war. Zunächst haben die beiden, begleitet von weiteren Mutanten (Mystique, Beast etc.) einen gemeinsamen Feind. Es muss wohl der wohlriechendste Schurke sein, den die Comicwelt je zu Gesicht bekommen hat, denn verkörpert wird Sebastian Shaw (dessen Kraft darin besteht, Energie absorbieren zu können) von Kevin Bacon. Nomnomnom. Dieser will einen Atomkrieg zwischen den USA und Russland anzetteln, damit Mutanten frei leben können. Oder irgendwie sowas. Total schwachsinniger Plan, aber darum geht’s auch nicht.

Nomnomnom, Mr. Bacon!

Viel interessanter ist die Charakterentwicklung, die sich konsequent durch die gesamte Castroll zieht. Weltansichten ändern sich und Freunde werden zu Feinden. Ist schon ziemlich genial gemacht, auch wenn es teilweise ziemlich ins Kitschige abdriftet. Aber jedes Mal, wenn es droht, unausstehlich zu werden, reißt Regisseur Matthew Vaughn (hat z. B. „Snatch“ produziert) das Ruder gekonnt um und lässt meist geniale Computereffekthascherei das Reden übernehmen. Akteure, Gegenstände und U-Boote fliegen durch die Luft. Energiekugeln zerschmettern Wände und stets wird irgendwas gesprengt (Klingt nach einem normalen Arbeitstag in der arrcade-Redaktion). Was in Ausnahmefällen auch mal billig aussieht, hat im Gros allerdings eine beeindruckende Wirkung. 132 Minuten, also über 2 Stunden solides Actionkino mit übermäßig guter Storyline. Auch die Schauspieler können überzeugen. Michael Faßbender (hat z. B. in „Inglorious Basterds“ mitgespielt) ist sowieso genial, aber selbst ein sonst ewig blass wirkender James McAvoy (Der Kerl aus „Wanted“) kann in seiner Rolle überzeugen. Besonders hervorheben muss man den Cameo-Auftritt – und ich wage fast zu behaupten, dass wir es hier mit einem der coolsten Cameo-Auftritten in der Geschichte der Cameo-Autritte zu tun haben – von Hugh Jackman, der in der Rolle des whiskeytrinkenden, zigarrerauchenden (das gehört auch zum Redaktionsalltag) Wolverine in Erscheinung tritt. Alles in allem für mich seit dem ersten Teil, der besser war als Teil 2 (Teil 3 zählt nicht, der wird aus der Filmchronik gelöscht!) und das Wolverine-Spin-Off (Ryan Reynolds als Deadpool? WTF), der beste X-Men-Film. Wer sich jetzt denkt: „Joe, sag  uns bitte Deine Superheldenfähigkeit!“, der darf sich jetzt freuen, denn zum ersten Mal offenbare ich der Menschheit mein Geheimnis. Ich kann Luft in pure Awesomeness umwandeln. Natürlich nur zum Eigenbedarf. Endlich macht alles Sinn.

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X-Men: Erste Entscheidung was last modified: August 29th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.