Wow, was für ein Titel! Was erstmal klingt wie ein Computerspiel ist tatsächlich ein 70-Millionen-Dollar-Streifen aus dem schönen Hollywood. Ist der Film so blöd wie sein Titel? Was bekommt man für sein Geld?

Es ist wieder Zeit für Actionkino, mal schnell die Zusammenfassung lesen: blahblah, Aliens greifen die Erde an, blahblah. Klingt doch okay – Independence Day war klasse – was kann denn schon groß schiefgehen? Außerdem spielt Aaron Eckhart (The Dark Knight, Thank you for Smoking) mit; den mögen wir.

Die Story ist wirklich so simpel wie auf dem Klappentext: Aliens greifen die Erde an und ein Marine-Squad muss eine Gruppe Zivilisten aus Santa Monica retten, bevor die Army die Stadt komplett zu Klump bombt. Ein gleichzeitig dummer wie unnötiger Plan, da die Aliens überall auf der Welt gelandet sind und nach und nach Großstädte dem Erdboden gleichmachen, während das Militär sein komplettes Munitionsrepertoire in den Nexus pustet.

Egal – die Story gerät ohnehin irgendwann in Vergessenheit, man weiß nur noch: Aliens, Geballer, Explosionen. Der Plot entwickelt sich dermaßen stupide, dass es den Zuschauer nach spätestens 20 Minuten gar nicht mehr interessiert, um wen oder was es eigentlich geht. Die wenigen ruhigen Stellen im Film laden zum Einschlafen ein, während das Getöse innerhalb der Kampfszenen ein Wegnicken bereits im Ansatz vereitelt. Spannung kommt trotzdem kaum auf – selbst der vermeindlich spannende Showdown zieht sich wie Kaugummi. Daran können selbst Aaron Eckhart und Michelle Rodriguez nichts ändern.

Regisseur Jonathan Liebesman (rawr!), der auch für Der Fluch von Darkness Falls und den unglaublich langweiligen Experiment Killing Floor verantwortlich ist, scheint mehr wert auf Spezialeffekte und Explosionen gelegt zu haben. Die Cinematografie ist der Hammer – wunderschöne Einstellungen, knackiges Post-Processing – leider gehört aber ein wenig mehr dazu, einen guten Film zu machen. Vermutlich hat er sich zu sehr auf seinen Schreiberling verlassen, der erst junge 20 Jahre alt ist.

Die Dialoge sind gewohnt hirnlos, der Soundtrack passend militärisch. Dazu eine Prise Patriotismus und Militärkameradschaft – fertig ist der Alienfilm. Zwar steht hier niemand dumm labernd vor einer amerikanischen Flagge und erzählt was von Freiheit, dennoch ist ein gewisser Tenor auszumachen, der fast am Brechreiz eines Armageddon rüttelt. Vaterlandsliebe kommt halt immer gut an.

Schauspielerisch empfinde ich Aaron Eckhart allerdings als perfekte Besetzung. Der Mann kann was und lässt den Zuschauer fast über die dilettantische Regie hinwegsehen. Hätte Liebesman (rawr!) das Brecheisen ein wenig weiter unten angesetzt… Aber egal. Die restlichen Darsteller stellen nur ein schmückendes Beiwerk, man merkt sich ohnehin keine Namen, da 90 % aller Nebencharaktere zu Brei geschossen werden. Da hat man wenigstens noch was zu lachen.

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World Invasion: Battle Los Angeles was last modified: Oktober 7th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.