Thrash aus Italien – „Ciao Bella!“ oder „Wow, Hell yeah!“?

rot_btWer bei Metal an Bella Italia denkt, hat vornehmlich die Bombast-Clowns Rhapsody (of Fire…) sowie das Gothic-Desaster Lacuna Coil rund um Trällerlise Cristina Scabbia vor Augen. Dass es im Underground jedoch auch noch stolze Kuttenträger gibt, die feinsten Oldschool Trash predigen und leben, beweisen Violentor aus Lucca bei Florenz.

Getreu dem Motto, besser schnell spielen als scheiße klingen, hauen uns die vier liebenswerten Chaoten (Gastsolist „Idda“ ist mittlerweile vollwertiges Mitglied) einen höllischen Bastard aus früher Bay-Area, Motörhead und Venom um die Ohren, der vor Rotz, Geschwindigkeit und roher Brutalität nur so strotzt. Bei der schlicht „Rot“ betitelten Scheibe handelt es sich um das zweite Album, neun Tracks haben es auf den Silberling geschafft, die alle einen hohen Standard halten. Ausfälle gibt es eigentlich keine zu verzeichnen, vor allem zum Ende hin bringen einige Mid-Tempo Parts zwischen den ganzen Highspeed-Riffs auch mal etwas Abwechslung ins blutige Œuvre.

Plakative Titel wie Fuck The World und Sprüche der Marke „Support underground music or die!“ lassen die nötige Authentizität aufkommen, man fühlt sich direkt heimisch, greift zum nächsten Bier und dreht bei jedem Track den Volume-Regler noch ein bisschen mehr auf. Einigen wenigen Auserwählten (so auch dem Verfasser) war es vergönnt, die Band live im Vorprogramm von Hobbs‘ Angel Of Death zu erleben und man kann getrost festhalten: Die Spielfreude einer Live-Performance wurde auch im Studio gut eingefangen. Einziger Kritikpunkt ist die etwas mumpfige Produktion. Die einzelnen Instrumente sind zwar hörbar, besonders der Bass knarzt gediegen vor sich hin, aber es fehlt einfach die nötige Portion Punch auf den Gitarren, um die Kompositionen vollends glänzen zu lassen. Also Jungs: Nächstes mal die Produktion in erfahrene Hände legen, dann habt ihr mehr Zeit für’s Bier ;)

Und wer meint, alle Riffs schon mal irgendwo anders gehört zu haben, dem sei ein herzallerliebstes FOAD in die Fresse geschleudert…

 Zu beziehen ist das Teil am besten über den EBM Records-Webshop.

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Violentor – Rot was last modified: Juli 9th, 2013 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.