3D-Brille aufgesetzt und den Pflock angespitzt! Vampire und Werwölfe geben sich wieder die Keule – ganz ohne Glitzern im Sonnenlicht.

Da hatte wohl grade wer 70 Millionen Dollar zuviel im Portemonnaie – Die Underworld-Trilogie bekommt einen weiteren Teil spendiert. Während das Original (zumindest bis zur Mitte des Films) noch einigermaßen aus der Masse der Dummfick-Streifen herausstach, machten die Nachfolgen so ziemlich alles falsch, was man falsch machen konnte. Das hellste Licht im Dunkel der Underworld war Kate Beckinsale. Sie spielt Selene, eine Vampirin, die sich durch die Werwolf- und Menschenreihen schnetzelt, als gäbe es kein Morgen.

So auch in Underworld: Awakening. Nachdem Selene 12 Jahre in einer Forschungsstation im Tiefkühlfach lag, gelingt ihr die Flucht in eine Welt, in der Menschen glauben, alle Vampire und Lykaner (-> Werwölfe) ausgerottet zu haben. Dass das nicht so ganz stimmt sollte wohl klar sein. Denn sehr bald landet Selene mit ihrer Retortentochter, die, genau wie ihr Liebhaber, der vermeintlich den bösen Menschen zum Opfer gefallen ist, ein Hybrid aus Blutsauger und haarigem Hundi ist. Wenn einem nichts mehr einfällt, dann strickt man sich halt irgendeinen Mist zusammen.

Das Ganze ist natürlich so schwachsinnig wie es klingt, eine wirkliche Story ist so gut wie nicht vorhanden. Zufällig aneinander gereihte Szenen mit hirnlosen Dialogen wechseln sich mit übertrieben pompösen und gewollt blutigen Actionsequenzen ab. Die Computereffekte changieren zwischen saugeil und extrem billig – man weiß gar nicht, was man denken soll – am Ende bleiben leider nur die schlecht gemachten Teile hängen.

Der gesamte Film lebt quasi von seiner Effekthascherei. Alleine das Postprocessing schlägt dem Betrachter ins Gesicht wie ein Lykaner auf Babyblut. Die extreme Blaufärbung des Bildes nervt bereits ab Minute zehn – wer hier nicht depressiv wird lacht auch nicht über Onkel Helge.

Wuff-Wuff.

Der ganze Quatsch kommt sogar in 3D daher, glücklicherweise wird der Zuschauer aber größtenteils von Körperteilen, Partikeln oder Trümmern, die in Richtung der Kinosessel fliegen, verschont. Wenn schon der Rest des Streifens in jeder Hinsicht übertrieben wirkt, hat man sich wenigstens hier dezent zurückgehalten.

Und wer keinen vernünftigen Plot zustande bringt, der packt halt wieder Kate Beckinsale in einen hautengen Latexanzug und lässt sie dem Betrachter 90 Minuten lang ihren Arsch entgegenstrecken.

Zusammengefasst: Scheiße, Blut und Latex. Klingt wie ein japanischer Hardcore-Porno, ist aber amerikanisches Popcornkino. Beeindruckend, was man aus 70 Millionen Dollar alles machen kann.

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Underworld: Awakening was last modified: Juni 8th, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.