Mit ihren ersten beiden Alben haben Trivium die Messlatte im Metalbereich extrem hoch angesetzt, nämlich so hoch, dass die zwei darauf folgenden Alben nicht einmal annähernd daran kratzen konnten. Eine teilweise Neubesetzung und ein neues Konzept sollen die Gehörgänge des Fans wieder jauchzen lassen. Orly? Orly!

„In Waves“ heißt der neue Langspieler und kommt in der Special Edition mit 18 Tracks daher. In Zeiten, in der Bands mit 10 Liedern und einer Gesamtlaufzeit von 35 Minuten meinen, die Fans mal richtig schön über den Tisch zu lappen, legen Trivium hier doppelt nach. Ein All-You-Can-Hear-Buffet mit besten Spezialitäten aus Florida liegt hier vor mir und möchte ein weiteres Mal gehört werden. Herr Kapellmeister!

Ich habe die besten Tracks des Albums noch einmal aus ihrem Käfig gelassen – nach dem obigatorischen Intro (ist man von Trivium ja gewohnt) geht’s los:

• Track 2 – „In Waves“:
Kein langes Drumrumlabern – hier gibt’s direkt auf die Fresse. Ohne Vorspiel schreit sich Frontmann Matt Heafy hier direkt die Seele aus dem kleinen Halbjapanerleib, alles unterlegt mit einem treibenden Beat und virtuosem Gitarrenspiel, das mir die Sackhaare vor Freude zu Berge stehen lässt. Ein Traum. Die erste Singleauskopplung des Albums schlägt dem Zuhörer die Awesomeness links und rechts um die Ohren, man will fast weinen vor Freude. Viel zu schnell sind die 5:03 Minuten vorbei – also schnell Hose wechseln und nochmal hören!

• Track 3 – „Inception of the End“:
Der  klassische Trivium-Sound und wieder Geschrei! Ich habe die alten Zeiten vermisst, in denen die Jungs noch so richtig Vollgas gegeben haben. Endlich (ENDLICH!) gibt’s wieder die Suppe nach Art des Hauses – ich bin vor Hunger fast gestorben! Melodische Parts geben Screams die Klinke in die Hand, Rhythmuswechsel treiben den Metalkahn in unvorhersehbare Richtungen. Super.

• Track 4 – „Dusk Dismantled“:
Wow. Einer der stärksten Songs auf „In Waves“. Hier wird gänzlich auf melodische Parts verzichtet – es klingt, als wäre der Sackschweiß aller Bandmitglieder über’s Mischpult gelaufen und hätte einen Testosteron-Kurzschluss verursacht. Der Slam-Beat des Refrains zwingt den Zuhörer mit vorgehaltener Panzerfaust zum Kopfnicken und/oder Haareschütteln. Also nochmal: Hose wechseln und weiter geht’s!

• Track 5 – „Watch the World burn“:
Auch hier ist wieder Kopfnicken und Lufttrommeln angesagt. Am besten gefällt mir die Stelle kurz vor dem Refrain, man weiß instinktiv, dass man jetzt Bangen muss. Geiler Song!

• Track 9  – „Built to Fall“:
„You are a cancer spreading its wings“ – das geht ja gut los. Wird wohl wahrscheinlich die zweite Singleauskopplung des Albums werden, nehme ich an. Die Radiokompatibilität gleicht dem Song „Dying in your Arms“ von der „Ascendancy“ und lädt zum Mitsingen ein. Solider Track, der beschreibend für die „sanftere Seite“ der Band ist. Freunde von „Dot Dot Dot“ werden bei der Stelle „Push the Button“ sehr laut lachen. :)

• Track 11 – „Forsake not the Dream“:
So ist’s man’s gewohnt. Hier wird nicht die rauhe Seite rausgekehrt, sondern es gibt Nachschlag zum Schnitzel von 2005. Starker Metalcore. Von Männern. Nicht von Emokindern.

• Track 18 – „Slave New World“:
Die Originalversion sollte eigentlich jeder kennen, selbst ich, der kein großer Sepultura-Fan ist, kennt den Track. Allerdings muss ich als Trivium-Fanboy sagen, dass die Neuauflage das Original um Längen schlägt. Klar – ist ja auch das „Trivium Seal of Approval“ drauf.

Fazit:
Die 4 Amis von Trivium ziehen mit Ihrem neuesten Langspieler einen Brecher nach dem anderen vom Brett. Ein absolutes Überalbum und schon vor Release ein absolutes Must-Have in jedem Plattenschrank. Das neue Image und visuelle Konzept, dass sich bis in ihre Musik hineinfrisst, steht der Band außerordentlich gut und darf ruhig die nächsten paar Alben beeinflussen. Ein neues „The Crusade“ will ich jedenfalls nicht wieder haben. Besonders stechen die Songs hervor, die einen komplett neuen Stil einschlagen („In Waves“, „Dusk Dismantled“) – gleichzeitig die besten und beeindruckensten Lieder der gesamten Scheibe. Wer sich beim Hören nicht vollmacht hat keinen Musikgeschmack, frisst kleine Kinder und hat einen kleinen Penis. Das trifft auch auf Frauen zu.

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Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.