Michael Bays Riesen-Roboter sind zurück – größer und hirnloser denn je. Diesmal wird mal wieder die Erde mit Vernichtung und Versklavung unter Druck gesetzt – wird es den bösen Decepticons endlich mal gelingen?

Wie ein Uhrwerk haut Michael Bay im Zweijahrestakt einen Transformers-Streifen nach dem anderen raus. Jedes Mal mit einem Budget von knapp 200.000.000 (Zweihundertmillionen!) Dollar. Dementsprechend hoch ist die Erwartungshaltung des Publikums. Allerdings lediglich bezüglich der Effekte, da jeder weiß, dass die schauspielerische Leistung und eine gegebenenfalls halbkomplexe Story in der Regel nur als schmückendes Beiwerk dienen könnte, normalerweise aber blitzartig verpuffen, sobald der Name „Bay“ ins Spiel kommt.

So auch bei Transformers 3: Dark of the Moon. Die Decepticons (böse Roboter) haben wieder einen tollen Plan: die Autobots (gute Roboter) vernichten und die Menschheit versklaven. Das verhindern möchte ausnahmsweise mal nicht ich selbst (ich habe auch mal Feierabend!), sondern Sam (Shia LaDouche LaBeouf), der von seiner Filmfreundin Megan Fox in den Wind geschossen wurde.

Ja, genau: Megan Fox spielt nicht mit. Statt dessen hat sich LaBeouf ein blondes Blöd-Model mit Boxergesicht (Rosie Huntington-Whiteley) geangelt, die rumzickt als gäb’s kein Morgen. Mit von der Partie ist wieder John Turturro, der noch viel nerviger ist als in den Vorgängerfilmen (ja, das ist möglich). Dieser hat jetzt auch einen Assistenten, den wunderbaren Alan Tudyk (Firefly, Dodgeball, Tucker & Dale vs Evil), John Malkovic spielt LaBeoufs exzentrischen Boss und Patrick Dempsey dilettiert auch mal durch’s Bild.

Die Story ist wirklich so inhaltsleer, als hätte sie ein 7-jähriger zwischen Abseilen und Abwischen mit dem linken Fuß auf ein Stück Toilettenpapier gekritzelt. Auf dem Mond liegt ein altes Transformers-Raumschiff, in dem sich sowohl der ehemalige Autobots-Chef Sentinel Prime, als auch die Komponenten für ein riesiges intergalaktisches Transport-Tor befinden. Sentinel Prime hat (Spoiler!) allerdings einen Pakt mit dem Bösen geschlossen und verrät die Autobots. Die Decepticons versuchen dann, ihren Heimatplaneten Cybertron in einen Erdorbit zu beamen und die Menschheit zu versklaven. Das ist so blöd – das schwimmt sogar in Milch.

Wenigstens stimmt die Action – aber ehrlich gesagt erwarte ich das bei einem Budget von 200.000.000 Dollar auch. Die ersten anderthalb Stunden Dummfickwitze werden ab und an durch mordsmäßige Explosionen und Riesenroboter unterbrochen, danach geht’s aber richtig zur Sache: die wohl längste Actionsequenz in der Geschichte des Films. Viele, viele Transformers metzeln sich durch Chicago, es werden komplette Wolkenkratzer gefällt, Passanten pulverisiert und sich gegenseitig ins Robotergesicht geballert. Wow. Zwischendurch einen dummen Spruch gebracht und weiter geht die lustige Materialschlacht. Da bleibt sprichwörtlich kein Stein auf dem anderen. Am Schluss nochmal ekelhaft-triefend patriotisch werden und der Spuk ist vorbei.

FAZIT

Wer sich nicht um sinnige Dialoge und eine tiefgründige Story kümmert, wem das Wegfallen Megan Fox‘ gleich ist und wer sich zweieinhalb Stunden auf einem IQ von 35 bewegen kann, der ist bei Transformers 3: Dark of the Moon genau an der richtigen Adresse. Verdammt gut gemachtes Popcornkino mit atemberaubend guten Effekten, einem knackig-scharfen HD-Bild und extrem basslastigem Soundtrack. Zum Teil unerträglich albern, aber da das Hirn ohnehin auf ‚Standby‘ steht, kann man darüber hinweg sehen.

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Transformers 3: Dark of the Moon was last modified: September 28th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.