Eine Comicverfilmung jagt die nächste und diesmal ist das Los auf „Thor“ gefallen. Marvel zieht wieder alle Register, einen würdigen Live-Action-Streifen auf die Leinwand zu bringen. Ob dieses Vorhaben gelungen ist – wir sagen’s euch.

Für diejenigen die nicht wissen worum es geht: Thor ist ein Gott aus der nordischen Mythologie, genauer gesagt der Gott des Donners. Oho! Ein Gott als Superheld? Ist eigentlich nichts Neues, denn die Figur des Thor existiert bereits seit 1962. Seine Fähigkeiten: Fliegen und seinen Hammer (namens Mjöllnir) schwingen. Soviel zum Comic.

Die Verfilmung, naja… erstmal zur Story:
Thor, der Sohn des Königs von Asgard, Odin, soll bald den Platz seines Vaters auf dem Thron einnehmen. Thor zieht allerdings los und zettelt einen Krieg mit dem Erzfeind, den Eisgiganten an. Odin findet das gar nicht lustig und schickt seinen Sohn über eine Regenbogenbrücke ins Exil – auf die Erde.
So weit so gut, allerdings geht der Film ab hier rapide abwärts. Thor verliert seinen Hammer und somit alle seine Fähigkeiten. Unwissend ob der irdischen Bräuche haben wir weniger einen Superheld, als eine Witzfigur, gefangen in einem schlechten Slapstick-Sketch vor uns. Der schweineäugige Chris Hemsworth, der den Thor mimt, sieht eher aus wie ein glattrasiertes Fitnessstudio-Model als ein Gott des Donners und trägt den gesamten Film über mehr Make-Up als eine durchschnittliche taiwanesische Hafennutte. Außerdem sieht man konstant seine Nippel durch den dünnen Stoffs seines Shirts. Wer soll sich denn da konzentrieren?

Während Thor also auf der Erde versauert, reißt sein Bruder Loki, der (aufgepasst!) kein Mensch, sondern ein Eisgigant ist, den Thron Asgards an sich. Thors Freunde, allesamt mit angeklebten Bärten und Föhnfrisuren, reiten wieder per Regenbogenbrücke zurück zur Erde um den machtlosen Gott zu warnen und zu retten. Es folgt ein unglaublich billiger Kampf gegen einen feuerspeienden Riesenroboter und das Wiedererlangen der Kräfte, Standardshowdown, Abspann.

Von der Idee her eigentlich nicht verkehrt, das muss man zugeben, allerdings ist Thor so unglaublich kitschig und stereotypisch inszeniert, dass man gar nicht weiß, wohin man sich zuerst erbrechen möchte – auf Thors Nippel oder seine offensichtlich gebleichten (!) Augenbrauen. Die Effekte sind zum Teil haarsträubend billig, zum anderen Teil gigantisch gut (ich möchte an dieser Stelle das Augenmerk auf die coole AoE-Attacke auf Jötunheim am Anfang legen). Das war’s aber auch schon. Pluspunkte gibt’s hier für eine souverän spielende Natalie Portman, Anthony Hopkins mit Augenklappe und Stellan Skarsgård. Der ist eh immer gut.

Alles andere ist nur blöd und wirkt wie eine Aneinanderreihung von Szenen, die nur zufällig zusammen einen Hauch von Sinn ergeben. Chris Hemsworth (Thor) ist einfach nur albern. Der ist weder ein guter Schauspieler, noch tatsächlich geeignet für diese Rolle. Jemand mit Hugh-Jackman-Format – das wär’s. Jemand mit Haaren auf der Brust und Zigarre im Mund. Keinen Bubi, der sich morgens mit dem Handtuch rasieren kann.

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Thor was last modified: August 31st, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.