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Nun ist es vorbei – hoffentlich! Dennis spricht über das Ende des Spiels – Spoilerwarnung!
 Es gibt nur wenige Spiele, die kein Review benötigen. The Last Of Us ist definitiv eins von ihnen. Es ist einfach durchweg fantastisch und weist keinerlei Schwächen auf. Deswegen will ich lieber andersrum an das Spiel herangehen. Das heißt ich will über das Ende sprechen. Und damit niemand sagt, ich hätte euch nicht gewarnt, kommt nun die offensichtliche Spoilerwarnung.

Spoiler-Warnung!

Nach zwei Tagen des Suchtens, kam der Abspann und somit das glückliche Gefühl des Durchspielen. Normalerweise fängt dann der Zeitpunkt der Recherche und des Nachdenkens an. Aber nicht bei The Last Of Us. Natürlich wollte ich wissen, ob ich wirklich alles richtig verstanden habe und schaute deshalb bei Wikipedia etc. nach. Aber ich hatte kein wirkliches Fragezeichen über dem Kopf. Es war einfach alles ganz klar.

Was ist denn überhaupt geschehen?

Nachdem Joel erfahren hatte, dass Ellie sterben wird, bei dem Versuch aus ihr ein Gegengift für den Virus zu bekommen, spielte er verrückt und tat alles um Ellie daraus zu holen. Nach einigen Schießereien erreichte er sie und konnte Ellie im betäubten Zustand aus dem Krankenhaus retten. Auf dem Weg zum Auto stellte sich Marlene  in den Weg und versucht ihm ins Gewissen zu reden. BÄM. Und ganz schnell musste auch Marlene dran glauben und Joel und Ellie konnten mit einem Auto zu Tommy’s Siedlung fahren. Da Ellie schon einige Zeit vor dem Krankenhaus, das Bewusstsein verlor, hatte sie natürlich keinerlei Ahnung von den Geschehnissen. Joel entschied sich dafür sie zu belügen und erzählte ihr von einer Mehrzahl an immunen Menschen, welche aber kein Gegengift hervorbringen konnten. Ellie nahm dies einfach stumm hin. Dennoch fragte sie einige Zeit später nochmals nach und betonte, dass sie als immuner Mensch gesehen hat, wie alle ihre Freunde und ihre ganze Familie starben. Sie selbst weiß also, wie es ist einem nach dem anderen zu verlieren und bittet Joel ihr zu versprechen, dass er ihr die Wahrheit sagt. Joel wiederholte nur die Lüge von mehreren immunen Menschen und verkaufte es ihr als die Wahrheit.

Keine Fragen?

Und so endete eine plausible und kaum klischeehafte Story. Es bleiben keinerlei Fragen offen. Man könnte sich natürlich fragen, wie es mit den beiden weiter geht und ob Ellie jemals hinter Joel’s Lüge kommt, aber das muss alles nicht sein. Denn so wie The Last Of Us aufhört, ergibt alles einen Sinn. Außerdem finde ich, dass man durch die letzte Aussagen von Ellie, also das sie das Gefühl kennt einen geliebten Menschen zu verlieren, merkt welche Konsequenzen eine Operation gehabt hätte. Außerdem ist ihr durchaus bewusst, dass Joel sie mit der Zeit zu schätzen gelernt hat und sie als eine Art Ersatztochter sieht. Deshalb kann sie verstehen, dass er sie nicht für die Menschheit opfern und schon wieder eine „Tochter“ verlieren wollte. Hier möchte ich aber einwerfen, das ich es etwas egoistisch fand, ein Leben der ganzen Menschheit vorzuziehen. Aber in Anbetracht der Umstände, dass die Infektion sowieso schon seit 20 Jahren am wüten ist, finde ich den Gedankengang, dass sich die Rettung der Menschheit nicht mehr lohnt, äußerst sinnvoll. Zu dem war ein Erfolg der Operation auch nicht garantiert. Zum Thema „Fortsetzung“ kann ich nur sagen, dass ich ehrlich gesagt gar nicht wissen möchte, wie es genau mit den beiden weiter geht. Das klingt zwar fies, ist aber so. Dieser ganze Wahn um Fortsetzungen muss auch mal aufhören. Denn ich finde den Gedanken das die beiden, als kleine Patchwork Familie, in Frieden mit seinem Bruder in der Siedlung leben, sehr nett und ansprechend. Es muss nicht immer ein „Alle sind tot“ oder „Wir haben die Welt gerettet“ Ende geben. Denn so wie es nun ist, ist es am plausibelsten.

The Last Of Us - Happy Family

Ende gut, alles gut?

Zu dem bleibt mit diesem Ende, die Story von Klischees á la Ellie oder Joel wird zum Infizierten, befreit und ist somit in der heutigen Zeit eine frische und angenehme Story. Eine solche einfach zu durchschaubare Story ist heutzutage, leider zur Seltenheit geworden. Natürlich finde ich Enden, wie die von Bioshock Infinite, großartig. Endlich hat das Gehirn mal was zu tun, außer sich Passwörter oder Combos für Spiele zu merken. Aber in einer Zeit, in der ein Ende entweder Scheiße ist oder gar keinen Sinn ergibt, tut eine derart einfache Story ziemlich gut. Zu mal „einfach“ bei The Last Of Us auch nicht schlecht oder stumpf heißt, sondern eher eine Abwechslung bietet. Das Spiel ist einfach ein sehr guter geschlossener „Film“ mit großartigen Spielpassagen. Und das Wort „Film“ benutzte ich nur, weil man merkt mit wie viel Energie die Jungs und Mädels von Naughty Dogs versuchen, die Cutscenes mit cineastischen Elementen zu füttern.  Gott sei dank geht das Konzept auch bis zum Ende hin auf! Denn die Cutscenes sind zwar nicht lang, aber dafür sehr überzeugend – gepriesen sei die Motion Capture Technologie – aufgenommen.

Irgendjemanden passt es immer nicht!

Sicherlich werden auch einige von dem Ende enttäuscht sein, da es keinen riesigen Bossfight, keinen Schockmoment oder ein offenes Ende gab. Aber sind wir doch mal ehrlich, tut das nicht gut? Mal keine Kopfschmerzen oder riesige Cliffhanger. Einfach mal zufrieden sein, dass ein Spiel vorbei ist und man alles von ihm gesehen und erlebt hat. Zu dem ist bei The Last Of Us auch nicht unbedingt das Ende das Ziel, sondern eher der Weg. Denn die Reise mit Joel und Ellie ist das Spiel und das ist alles, was es ausmacht. Das die beiden einfach mal keine Superhelden sind, sondern einfach Menschen die versuchen zu überleben. Und sich dabei näher kommen – Hey! nicht das was ihr schon wieder denkt! – und lernen sich zu vertrauen. Denn wenn die ganze Welt den Bach runter geht, ist sich der Mensch selbst der größte Feind.

Man muss heutzutage einfach gute Enden, wie das von The Last Of Us, würdigen. Denn selbst wenn ein Spiel durchweg gut ist, aber das Ende schlecht, wird das Spiel im Kopf als schlecht abgestempelt. Denn auf das Ende arbeitet man hin, man freut sich darauf und man erinnert sich daran am längsten.

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The Last Of Us – Das Ende was last modified: Juli 6th, 2013 by Dennis Schatteburg

Durchtrainiert, braungebrannt, Hundert Kilo Hantelbank. Kommen wir aber nun zu den Punkten, die mich ausmachen: Lustig, verplant & musikinteressiert. Wenn ich also nicht gerade auf einem Konzert oder einem Festival bin, findet man mich beim Zocken oder bei einem langen Strandspaziergang mit Joe.