Es kommt nicht häufig vor, dass ich ein Spiel auf mehreren Plattformen spiele. Im Gegenteil. Ich hole höchstens mal ein  Sony-PS4-Remaster nach, da ich nie im Besitz einer PlayStation 3 war. Die große Ausnahme bildet hier Super Meat Boy, das ich sowohl auf der Xbox 360, als auch auf dem PC und der PS4 mit immer weiter wachsender Begeisterung (und Frustration!) gespielt habe. Und Skyrim. Immer wieder Skyrim. Ich war nie ein großer Fan der Elder Scrolls-Reihe, genauso wenig wie von der Fallout-Reihe, aber irgendwann hatte es mich dann doch gepackt. Fallout 4 war mein Wendepunkt in der Ödland-Saga und Skyrim überzeuge mich, meine Zeit in Elder Scrolls-Gefilden zu verbringen. Mehrmals. Genau wie der kleine Fleischjunge schaffte es Skyrim auf drei meiner Systeme: Xbox 360, PC und nun in der Special Edition auf der PlayStation 4.

Ob das ein Fehler war, bleibt abzuwarten. Einige von euch kennen das; man hat eine Beziehung, vielleicht sogar Kinder, aber definitiv einen Job. Und wer keines dieser Elemente pflegt, steht bald ohne da. Und wer sich auf Skyrim einlässt, der verkauft seine Seele an Bethesda, denn das epische Machwerk rund um Drachen, Magie und zweihändige Schwerter, verschlingt eure Lebenszeit als wären es Fritten von McDonald’s. Ich selbst habe rund 200 Stunden in der Welt von Himmelsrand verbracht, habe auf der Xbox alles erkundet, auf dem PC gemoddet bis das Spiel abstürzte. Klar, dass da ein oder zwei Dinge aus dem Privatleben zumindest für kurze Zeit auf der Strecke bleiben.

Sky…was?

Auch wenn ich kaum glaube, dass es noch Menschen gibt, die bis dato noch nicht von Skyrim gehört haben, fasse ich mal kurz zusammen, worum es geht. Nach dem wohl umfangreichsten Charaktereditor der Welt schlüpft der Spieler in die Rolle des „Dragonborn“ (wovon dieser aber noch nichts weiß) und begibt sich auf eine plottechnisch sehr dünn gestrickte Reise durch eine riesige Spielwelt, genannt Skyrim („Himmelsrand„). Dem Spieler werden hier alle Freiheiten gelassen und jedweder Playstyle unterstützt. Möchte man als vollgepanzerter Hüne mit einem zweihändigen Hammer durch die schneebedeckten Hügel stapfen und für Recht und Ordnung kämpfen? Oder lieber als fieser Magier alles wegkokeln, was einem vor die brennenden Fingerspitzen rennt? Denn Erfahrungspunkte (und damit verbunden: Levelups) werden durch Benutzung von Fähigkeiten verdient. Heißt im Klartext: Jemand, der viel zaubert, wird ein besserer Zauberer werden als jemand, der nur den Hammer schwingt. Und umgekehrt.

Alle NPCs haben eigene Tag-Nacht-Zyklen, so dass bestimmte Quests nur zu bestimmten Uhrzeiten abgeschlossen werden können. Wer nicht gerne Geld ausgibt, kann die Nachtstunden dazu verwenden, in Geschäfte einzubrechen und hoffen, dabei nicht gesehen zu werden.

Indiana Jones mit Zweihandaxt

Das aller-allerbeste Feature sind allerdings die Dungeons in Skyrim. So viel Spaß es auch macht, die Oberfläche der Welt zu erkunden, die Bereiche, die hier hinter verschlossenen Türen präsentiert werden, haben es in sich. Rätsel, Fallen, Geheimnisse – Hier ist einfach alles dabei, was sich ein Grabräuber, Söldner oder Forscher nur wünscht. Da sieht selbst Fallout 4 alt gegen aus. Leider ist die Schnellspeicher-Funktion in Skyrim beim ersten Betätigen etwas umständlich zu erreichen, da das Menü anders aufgebaut ist, als bei Fallout 4, dafür erfüllt sie danach ihren sehr, sehr wichtigen Zweck. Man stirbt nämlich öfter, als einem lieb ist. Ich zumindest. Immer noch, obwohl ich wohl jede Ecke des Spiels auswendig kenne. Da geht man als Spieler lieber auf Nummer sicher und speichert nach schwierigen Situationen oder langen Fußmärschen besser mal ab.

Mods und andere Neuigkeiten

Das Re-Release auf Next-Gen-Konsolen (und PC) bietet einiges an Mehrwert im Vergleich zur Originalfassung. Ich gehe hier aufgrund meiner Erfahrungswerte lediglich auf die PS4-Fassung ein. Hier kann zwar dank des integrierten Mod-Supports niemals der Look einer voll aufgemotzten PC-Fassung erreicht werden, einige Erweiterungen können sich Spieler allerdings schon besorgen. Zwar sind diese direkt nach Launch und auf Konsolen nur in sehr limitierter Form vorhanden, ich bin aber zuversichtlich, dass die Community hier bald das Optimum aus dem Spiel herausgeholt haben wird.

Bethesda selbst war allerdings auch nicht untätig und verpasst der Special Edition von Skyrim einige neue Features, die selbst die Vanilla-Version ordentlich aufwerten. Zum einen verbaut das Studio sämtliche DLCs, die für das Spiel erschienen sind: Dawnguard (neue Storyline und die Vampir- und Werwolf-Bäume), Hearthfire (Hausbau und Familiengründung) und Dragonborn (neue Storyline und – Achtung! – Drachenreiten!). Aber auch grafisch steckt hier einiges mehr unter der Haube: Hochauflösende Texturen, völlig neue Beleuchtung und dynamische Tiefenschärfe lassen das Game (in Relation zur ursprünglichen Vanilla-Fassung) in neuem Glanz erstrahlen.

Fazit

Aber mal abgesehen von den neuen Features ist wohl das Beste am Spiel, dass ich es nun auf der PlayStation 4 neu erleben kann. Die Xbox 360 steht schon lange eingestaubt auf dem Speicher und meinen Gaming-PC habe ich schon vor Monaten gegen einen praktischeren Laptop eingetauscht (ja, ich werde alt). Endlich wieder hunderte Stunden in Himmelsrand. Endlich wieder soziale Isolation. Und endlich wieder Geheimnisse entdecken. Zum Preis von 49 Euro zu Release kann man da nun wirklich nicht meckern, das Preis-Leistungs-Verhältnis wäre selbst zum Vollpreis einfach perfekt.

Prädikat: Fus-Ro-Dah!

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The Elder Scrolls V: Skyrim Special Edition was last modified: November 7th, 2016 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.