Fünf Schweden die aussehen wie die unehelichen Kinder der Panzerknacker und dabei gitarreschwingend den Punk unter’s Volk jubeln? Klingt für mich erstmal genial…

Das Cover sieht vielversprechend aus: Mich lacht ein zahnloser Totenschädel mit Flügeln an, auf seiner Stirn prangt der Bandname „The Chuck Norris Experiment“, der übrigens nicht vom allseits bekannten und gefürchteten Martial-Arts-Experten herrührt, sondern seinen Ursprung beim gleichnamigen Blues-Musiker hat. Verrückt.

Das Album aus dem Jahr 2007 ist der absolute Knaller. Die Schweden geben hier alles, man schmeckt förmlich den Schweiß, der beim Einspielen die Kimme entlanggelaufen sein muss. Mit den Gitarren auf 11 und knietief im Rock’n’Roll stehend bleibt hier kein Stein auf dem anderen. Eingängige Texte, die zum Mitgröhlen einladen, Riffs, die so simpel sind, dass selbst 6-jährige Nachwuchsrocker sie auf Anhieb nachspielen könnten – so sieht noch handgemachte Musik aus. Immer heiter aber niemals banal, die eine Hand zur Faust geballt gen Himmel gestreckt, die andere hält den Jack Daniel’s! Da nickt der Kopf und der Fuß wippt im Takt, absolute erste Sahne.

Die fünf Jungs aus Götheborg treten in der Öffentlichkeit stets anonym auf. Nicht nur ihr Äußeres lässt theoretisch keinen Rückschluss auf ihre wahre Identität schließen, auch ihre Namen wurden in diesem Zuge geändert. So heißen alle Mitglieder „Chuck“. Vokalist und Bandleader „Chuck Ransom“ steckt übrigens hinter den meisten der Songs. Seine einzigartige Stimme ist ein absolutes Markenzeichen der Truppe und dient als ganz klarer Wiedererkennungsfaktor. Auf der Bühne sind die Schweden geschminkt, und, nein, nicht die schwule Art Make-Up. Ein Zensurbalken aus schwarzer Theaterschminke zieht sich von einem Ohr zum anderen, uniformähnliche Hemden mit orangenen Krawatten komplettieren das Gesamtbild.

Highlights des Albums:
„The roof is about to cave in“ – Der wohl bekannteste und beliebteste Song der Band
„Saturday Night“ – Mitsingen und tanzen! :)
„Bullshit City“ –  Einfach nur „wow“!

Zusammengefasst eins der Alben mit den größten Eiern der Rockgeschichte. Wer jemals die Chance hat, die Jungs live zu sehen, sollte unbedingt zuschlagen. In natura werden nämlich noch 2 oder 3 Ärsche mehr getreten – und zwar spätestens dann, wenn die halbe Besetzung mitten im Publikum spielt und man keine andere Chance mehr hat, mitzufiebern!

Wer jetzt Blut geleckt hat, dem empfehle ich die Website der Band: www.chucknorrisexperiment.com – Dort kann man den jüngsten Langspieler „Dead Central“ von vorne bis hinten runterfeiern!

 

 

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The Chuck Norris Experiment – And The Rest Will Follow was last modified: Juli 27th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.