Freunde des kreativen Klötzchenspiels aufgemerkt – Die Xbox bekommt „Terraria“ spendiert. Kann’s was?

Von Anfang an ist klar: Terraria ist ein Minecraft-Klon. Nur halt in 2D. Das ist kein Geheimnis und ist ganz absichtlich so gehalten. Ist auch nicht weiter schlimm, ist Minecraft doch ein akzeptabel gutes Spiel und ein Port in die Links-Rechts-Welt prinzipiell keine schlechte Idee sein muss, kann man das Gameplay doch beliebig umgestalten. Oder eben „muss“. Ist die PC-Version seinerzeit ein ziemlicher Knüller gewesen, bin ich skeptisch, was die jüngst erschienene Konsolenfassung in Sachen „Steuerung“ auf dem Kasten hat.

Links, nein, rechts!

Im dreidimensionalen Raum mag die Fortbewegung auf dem Heimfernseher wie gewohnt von Statten gehen, doch sobald eine der Dimensionen wegfällt, das zeigt die XBLA-Variante von Terraria mehr als deutlich, haut das nicht mehr ganz so recht hin. Zwar entfaltet der Titel immer noch seine bewusst gewählte Retro-Grafik in schönster Farbenpracht (die olle Box schafft das locker), der gezielte Abbau von Mineralien, Holz und anderem Material möchte nicht so gezielt gelingen, wie ich es möchte. Sehr bald ist mein Inventar mehr als zugemüllt mit allem, was sich in unmittelbarer Umgebung meiner Wunschressourcen befand. Entsprechend mühsam ist das Navigieren durch selbiges um wieder Ordnung in die Sache zu bringen. Man sollte als Spieler also sehr viel Zeit und Geduld mitbringen ob des recht sensiblen und dennoch hakeligen Menüs.

4 Spieler, 4 Spaß. Oder so.

Und so erkundet, kämpft und baut man sich durch die zufällig generierte, riesige (!) Spielwelt. Häuser werden errichtet, Feinde zerstückelt und Bergbauminen gegraben bis der Arzt kommt – Re-Logic hat tatsächlich die PC-Version übernommen, akurat geportet und sogar noch exklusive Inhalte, wie neue Monster und Gegenstände hinzugefügt – wirklich gelungen. Auch die Mehrspielerumsetzung kann sich sehen lassen: Während sich über Xbox Live bis zu acht Abenteurer die Pixel um die Ohren kloppen können, können sich am lokalen Splitscreenmultiplayer immerhin vier Recken in der gestaltbaren Welt vergnügen, wenn auch mit leichten Einbußen in Sachen Performance.

Was fehlt?

Schaffe, schaffe…

Neben der gewöhnungsbedürftigen Steuerung und den nicht minder gewöhnungsbedürftigen Menüs fällt mir auf, dass mir persönlich ein wenig die Motivation, das Spiel längerfristig weiterspielen zu wollen fehlt. So sehr das Konzept bei Minecraft aufgehen mag, Terraria schafft es irgendwie nicht so recht, mich in seinem Bann zu behalten, ein klares Ziel, kleinere Aufgaben, die den Spieler nach dem bewährten Belohnungssystem bei Laune halten, wären ein deutlich größerer Motivator als das „Mach mal!“ des großen Vorbildes. Wer gerade sowieso 1200 MS-Punkte übrig hat, genügend Geguld und eine hohe Frustrationsgrenze mitbringt, der kann dennoch zugreifen.

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Terraria was last modified: April 12th, 2013 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.