Atlas Mugged„, so der Titel der zweiten, jüngst erschienenen Episode der Telltale-Version der Loot-And-Shoot-Königin Borderlands. Nach dem Cliffhanger der ersten Episode geht es munter weiter – Wer die erste Folge noch nicht gespielt haben sollte, der muss sich beim Weiterlesen Augen und Ohren zuhalten, Spoilerwarnung, Kameraden und Kameradinnen!

 

Liebe Telltale-Menschen,

wie macht ihr das eigentlich?

Ich bin immer wieder fasziniert, wie ihr es schafft, durch immer weniger Interaktion immer mehr Verbindung zu euren Geschichten aufzubauen. Liegt das an den Geschichten selbst oder an der Art, wie diese erzählt werden? Ich habe gerade den Controller beiseite gelegt, weil ich die zweite Episode der pandoranischen Abenteuerstory um Rhys und Fiona und ihre Suche nach der geheimen Kammer beendet habe. Leider. Ich hätte noch stunden-, tage-, wochenlang so weiterspielen können.

Zum ersten Mal wird die unendlich dafür prädestinierte Welt von Borderlands in eine Form gepresst, die nicht nur witzig ist, sondern auch spannend. Und sinnvoll. Und herzlich. Und persönlich. Und. Und. Und. Die Geschichte der Originalteile in alle Ehren, doch leider ist eine konstruktive Erzählweise selten mit dem Prinzip eines Shooters vereinbar. Einzigartige Charaktere in einer ebenso einzigartigen Welt reichen leider nicht aus, um ein narratives Level zu erreichen, wie Tales from the Borderlands es schafft. Clever verstrickte Storylines winden sich auch diesmal wieder durch die gesamte Episode und erlauben es euch, liebe Telltales, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und eben dadurch einen gekonnten Spannungsbogen aufzubauen. Was hier mehr als mühelos aussieht, kann nur viele Arbeitsstunden gekostet haben.

Während Rhys und Fiona mit der Karte nun 1.) auf dem Weg zur Kammer und 2.) auf der Flucht vor Hyperion sind, begegnen ihnen einige bekannte Charaktere. Ich war erstaunt, dass ihr nicht nur Figuren aus den ersten beiden Teilen, sondern auch aus einem sehr frischen Spiel, dem Pre-Sequel verbaut habt. So ergibt sich eine perfekte Symbiose aus Altem und Neuen, die sich in actionreichen und zugleich schreiend komischen Situationen widerspiegelt. Das muss euch erstmal einer nachmachen.

Denn auf den Humor habt ihr offensichtlich auch diesmal wieder besonderen Wert gelegt. Gerade das Spiel mit den üblichen „Kenny will remember this.“ als direkter Kanal zum Spieler ist zum (Verzeihung.) Schießen. Hier merkt man intensiv, wie wenig sich Borderlands selbst ernstnehmen möchte – Selten wurde dieser Faktor besser umgesetzt.

Ich hoffe nur, dass ihr in der nächsten Episode wieder mehr Interaktivität zulasst und dafür die vorgegaukelte Entscheidungsfreiheit weglasst. Zwar erscheint die Zusammenfassung zu Beginn einer jeden Folge nun sehr liebevoll als typisches Borderlands-Comic-Intro, mehr als (gefühlt) zwei Unterschiede innerhalb der verschiedenen Intros konnte ich aber nicht wirklich ausmachen. Allerdings fällt das – dadurch, dass es wirklich gut gemacht ist – gar nicht auf. Genau wie die Spielzeit von ca. 2.5 – 3 Stunden, die wahrlich wie im Flug verging.

Bitte, lasst es schnell weitergehen und lasst euch nicht wieder so viel Zeit.

Danke für Alles.

Euer Joe <3

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Tales from the Borderlands – Episode 2 was last modified: März 23rd, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.