Das Grande Finale der pandoranischen Abenteuersaga ließ mich lachen, weinen, mitfiebern und wilde Theorien aufstellen, welche Konsequenz die Ereignisse des Telltale-Brechers auf einen etwaigen dritten Teil des Hauptspiels haben werden. Doch diese fallen unter die Kategorie „Jetzt hat der arrcade-Typ mich gespoilert und ich hasse ihn dafür“, weswegen meine Vermutungen gut gekennzeichnet an das Ende des Reviews wandern werden. Erstmal zum Wesentlichen.

Die Lage spitzt sich zu. Rhys ist mit Jacks Hilfe Präsident von Hyperion geworden, doch so richtig rund läuft das alles nicht. Denn Handsome Jack hat einen perfiden Plan in der Hinterhalt, dem er seinem „Partner“ selbstverständlich nicht erzählt hat. So bestätigt der Bösewicht seinen Ruf, den er bis dato noch mit seinem Image als „ambivalenter cooler Typ“ kaschieren konnte. Das bringt nicht nur Fiona und den Rest der kammersuchenden Crew in Gefahr, sondern auch eine Menge anderer Menschen.

Die fünfte und letzte Episode des Kammer-Epos ist mal wieder vollgepackt mit coolen Sprüchen, Gags sowie einer ordentlichen Prise Action und Pathos, die einem Finale würdig ist. Besonders die letzte halbe Stunde des (so kommt es mir zumindest vor) etwas kürzerem Abschlusses überzeugt durch seine emotionale Inszenierung und einer liebevollen Inszenierung an Beat-Em-Ups wie Street Fighter oder Tekken.

Nicht nur der krönende Abschluss von Tales from the Borderlands machen den Titel zu a) dem besten Telltale-Spiel b) zu einem der besten Spiele des Jahres und c) zu einem der besten Borderlands-Spiele. Dabei ist nicht einmal fundiertes Hintergrundwissen um die Franchise erforderlich, um tatsächlich Spaß daran zu haben. Sicher – Fans erhaschen an allen Ecken un Enden liebevolle Hommagen an Pandora und seine Bewohner, das clevere (lineare) Storywriting aber enthüllt nach und nach die Geheimnisse der … naja … sehr speziellen Welt, so dass Neulinge nicht vollkommen überfordert mit der Masse an relevanten Informationen sind.

WARNING! HERE BE SPOILERS!

Ja. Und dann ist da noch das Ende. Bereits in Episode 3 wird angedeutet, dass Fiona einen vorzüglichen Kammerjäger abgeben würde. Als Rhys und Fiona in Episode 5 die Kammer betreten, ruft Rhys dies dem Spieler erneut ins Gedächtnis, ebenso wie den Fakt, dass die Crew ja gerade die letzte Kammer überhaupt betreten haben. Beim Öffnen der Truhe werden, während der Rest des Teams fröhlich den Wanderer plündert, Rhys und Fiona offensichtlich wegteleportiert.

Das heißt logischerweise für einen Nachfolger des Hauptspiels:

  • Fiona könnte ein spielbarer Charakter in Borderlands 3 (?) werden.
  • Rhys könnte ein NPC in Borderlands 3 (?) werden. Hinweise darauf, dass er ein spielbarer Charakter werden könnte, gibt es nicht.
  • Borderlands 3 (?) spielt nicht mehr auf Pandora, sondern in einer Welt, in der noch Kammern existieren.

Das Clevere dabei ist, dass Tales from the Borderlands als nicht notwendige Brücke zwischen den Spielen agiert. Immerhin stammt die Story nicht nur aus der Feder der Telltale-internen Schreiberlinge. Auch Anthony Burch selbst, der für das Writing von Borderlands 2 und des Pre-Sequels verantwortlich war, hatte hier seine Finger im Spiel. Das lässt einen weiteren Schluss zu: Burch wird auch für Borderlands 3 (?) verantwortlich sein. Das verbindende Glied bei der ganzen Angelegenheit ist Gearbox Software, die wahrscheinlich einen nicht unwichtigen Teil der Fäden, die die Story von Hauptspiel und Telltale-Ableger bestimmen, in der Hand halten.

Ich bin wirklich sehr gespannt, wie sehr die Geschehnisse und/oder Charaktere in einem neuen Teil der Hauptspiels wieder auftauchen werden. Bis dahin spiele ich Tales from the Borderlands einfach noch 300 Mal.

Prädikat: Besonders Awesome!

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Tales from the Borderlands – Episode 5 was last modified: Oktober 26th, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.