rhys_fionaAls über Weihnachten 2014 das PlayStation-Network unter Beschuss stand, entschloss sich der Vorstand offensichtlich, uns am vergangenen Wochenende 10% Preisnachlass auf das gesamte Sortiment des digitalen Vertriebs zu gewähren. Keine Frage: Da griff ich zu. Besonders, da einige Titel, die ich schon etwas länger auf meiner To-Play-Liste hatte, zusätzlich reduziert waren. So schafften es OlliOlli, Game of Thrones (Telltale) und Tales from the Borderlands für insgesamt 30 Euro in meinen Warenkorb und schließlich auch auf die Festplatte meiner PlayStation 4 (respektive PS Vita).

Ich muss dazu sagen, dass ich wirklich nicht viel erwartet hatte; War The Wolf Among Us eher durchschnittlich und die zweite Episode des bis dato hervorragenden The Walking Dead aus gleichem Hause mehr als grottig. Geminderte Erwartungen sind ja per se nichts schlechtes, höchstens, wenn diese sogar noch unterboten werden. Was ich mir aber in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalen konnte ist das, mit was Telltale Games (zusammen mit 2K, der Rechte wegen) da aufwartete.

rhysRhys ist Hyperion-Mitarbeiter. Ihr wisst schon: Die bösen Jungs, die auf der allgegenwärtigen, im Orbit um Pandora schwebenden Raumstation sitzen und alles und jeden ausbeuten. Rhys ist aber gleichzeitig auch der Protagonist des Spiels. Als seine Beförderung ordentlich in die Hose geht, beschließt er, seinem Chef eine Lektion zu erteilen und ihm den Kauf eines Kammerschlüssels (Ja, genau.) zu vermiesen. Gemeinsam mit seinem besten Freund Vaughn und 10 Millionen Dollar zieht er los. Allerdings läuft alles anders, als erwartet. So trifft er beispielsweise auf die Kleinkriminelle Fiona, die ebenfalls Hauptcharakter des Spiels ist und eine ähnliche Screen- und Playtime zugeschrieben bekommt, wie Rhys. Das ermöglichte den Machern natürlich, Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen und somit den Spannungsbogen der Geschichte unerwartet umschwingen zu lassen.

fionaSo weit, so wie … naja … erwartet. Allerdings ist die erste Episode des Abenteuers bis zum Rand mit Gags, Slapstick und lächerlich witzigen Referenzen vollgepackt. Gefühlt habe ich die knapp 2.5 Stunden Spielzeit mehr gelacht, als den gesamten zweiten Teil der Shooterserie zusammengezählt. Ob das an der Gagdichte oder an einer anderen Art Humor liegt, kann ich leider nicht beantworten. Fast genauso überraschend ist die aufgebohrte Engine des Adventuretitels. Während Last-Gen-Konsolen wie die Xbox 360 unter einer offensichtlich sehr jungen Version besagten Motors litten, läuft auf der PS4 alles butterweich. Ohne Treppchen, mit glasklaren Texturen, und vor allem ohne die mehr als nervigen Lags, die die Titel zum Teil unspielbar machten. Alles Geschichte. Die Ladezeiten sind quasi nonexistent, was mein ungeduldiges Herz noch mehr jauchzen ließ.

Apropos „ungeduldig“: Ich kann es kaum erwarten, die zweite Episode (die irgendwann in den nächsten Tagen erscheinen sollte) zu spielen. Tolle Sprecher, tolle Atmosphäre (Pandora, yay!), tolle Gags… Tales from the Borderlands ist zweifelsohgne das beste, witzigste und rundeste Spiel, das ich in der letzten Zeit spielen durfte. Auch wenn „spielen“ bei dieser Art des interaktiven Films vielleicht der falsche Ausdruck ist. Ich hoffe nur, dass Episode 2 da mithalten kann.

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Tales from the Borderlands – Episode 1 was last modified: Januar 26th, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.