Fishers Sam fischt frische Bösewichte, frische Bösewichte fischt Fishers Sam.

Teil sechs der beliebten Schleichen-und-Töten-Reihe ist da. Sam Fisher, der Mann mit dem schnieken Nachtsichtgerät, krabbelt wieder möglichst ungesehen durch düstere Ecken und führt vor, wie man möglichst exzessiv den Schalldämpfer seiner Waffe nutzt. Man muss das teuere Ding ja bitte auch mal einsetzen.

Worum geht’s?

Quelle surprise: Terroristen drohen, die Welt ins totale Chaos zu stürzen. „The Engineers“ – so nennen sich die bösen Buben – zerbomben ein Ziel nach dem anderen, mit der Absicht – Obacht! – die großartigen US und A zu vernichten (Hollywood wird gerade hellhörig).

Klar, dass die Erzpatrioten vom NSA, allen voran Sam Fisher, da keine besonders große Lust drauf haben und einen Wettbewerb starten, wer besser schleichen kann. Nein, Quatsch. War gelogen. Fisher wird entsandt, dem Ganzen ein Ende zu setzen und bekommt von dem stereotypischen IT-Nerd an Bord seines Superflugzeugs den Arsch mit technischen Gadgets vollgehauen. Nachtsichtgeräte, Geräuschemitter, Bomben, Kameras und ein Waffenarsenal, das halb Asien dem Erdboden gleichmachen könnte, sind nur die Spitze des Eisberges.

SCB_Image_screenshot_PE21Wichtig beim Herumtragen des ganzen Krams ist es, beim Einsatz eben jenen Krempels, nicht gesehen zu werden. Also läuft der Spieler meist gebückt hinter Kisten, Mauern und Schränken umher, stets darauf bedacht, im Schatten zu bleiben. Dass dabei das Nachtsichtgerät heller leuchtet als der Stern von Bethlehem ist furzegal. Wird man nämlich entdeckt, bricht die Hölle auf Erden los. Eindringlinge mögen Terroristen erfahrungsgemäß nämlich gar nicht gerne und starten bei Sichtkontakt einen Kugelhagel der – für ein Schleichspiel – eine erstaunlich nonlethale Wirkung hat.

Und genau das ist die Neuerung im neuesten Splinter Cell: In einigen Missionen darf der Spieler dem inneren Rambo freien lauf lassen und statt leiser Schritte auch mal gerne das Maschinengewehr sprechen lassen. Dennoch überwiegen im Gros -im Gegensatz zum Action-Vorgänger Conviction – die Schleichpassagen, die sich oft einzig darauf stützen, dass der Level auswendig gelernt wird, auch wenn die Variationsmöglichkeiten zum Teil mannigfaltig sind. Ubisoft spricht hier also direkt alteingesessene Stealth-Fans an, Anhänger der Reihe, und weniger Shooter-Kids, die lieber Gears of War spielen würden.

Superspion, ick hör dir trapsen!

SCB_SCREENSHOTS_E3_SVM3_130610_4h15pmPTVon Deckung zu Deckung hechten, einzelne Schergen heimlich von hinten erwürgen, die Situation beobachten und die nächsten Schritte planen – das typische Splinter Cell-Vorgehen also. Dabei sind die Ausmaße der Levels aber überschaubar, meist führt nur ein Weg zum Ziel, dafür sieht alles wunderwunderhübsch aus. Xbox-User können sich das auf der zweiten Disc mitgelieferte HD-Texuren-Pack installieren, und so die Optik auf eine neue Ebene hieven. Zwar ist die Geometrie aufgrund des Alters der momentanen Konsolengeneration noch mit der groben Kelle geschnitzt, hässlich ist Blacklist aber auf keinen Fall; Besonders in dunklen Passagen kann der Titel durch das Spiel mit Licht und Schatten punkten.

SCB_Screenshot_MPEVENT_SVM_17Wer Freunde hat, der kann sich an den speziellen Coop-Missionen versuchen. Hierbei ist der Aufbau tatsächlich für zwei Spieler gedacht; Einzelgängerversuche werden meist bereits im Ansatz vereitelt. Und wer Lust auf Krieg hat, der macht einfach bei den Multiplayer-Matches mit. Spione treten gegen Söldner an und müssen Terminals hacken, ohne entdeckt oder getötet zu werden. Hier greift der Stealth-Aspekt immens, denn die Spione sind in Hinsicht auf Waffen und Rüstung stark im Nachteil währen die Söldner ihr Review mit Maschinengewehren verteidigen können. Das alles macht keinen Spaß bis man herausgefunden hat, was die Machen vom Spieler erwarten; dann aber auch richtig. Wer blind reinrennt und denkt, man hätte hier einen Standard-Deathmatch-CTF-Modus vor sich, der wird sehr schnell eines Besseren belehrt werden.

Fazit

SCB_Screenshot_FifthFreedom6Alles in Allem ist Splinter Cell: Blacklist ein flotter Stealth-Shooter mit einer guten deutschen Lokalisation. Ubi  misst dem Schleichen mehr Bedeutung zu als dem Vorgänger Conviction (2010), Actionfans kommen aber auch nicht zu kurz. Die Missionen sind gut designt, bieten aber mitunter zu wenig Variationsmöglichkeiten. Zwar ist das Spiel an manchen Stellen knallhart, wer sich aber primär an die Hauptmissionen hält, der hat auch als ungeübter Schleichagent eine Chance.  Außerdem kann man den Schwierigkeitsgrade jeder Mission anpassen. Für ungeduldige Zeitgenossen ist das Spiel allerdings nicht zu empfehlen.

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Splinter Cell: Blacklist was last modified: September 9th, 2013 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.