Ein paar Bomben, einige Seile und ein schicker Hut mit Lampe dran. Was braucht ein Höhlenforscher mehr? Richtig: Skill.

Ende 2008 hatten ein paar findige Spieleentwickler die fixe Idee, ein Game rauszubringen, das an den Nerven des Spieler zerrt wie kaum ein zweites. Ein pixeliges Etwas, PC-exklusiv und bockschwer: Spelunky. Nun gibt es das Schätzchen auch als Xbox360-Arcadetitel. Doch was kann die Hochglanzvariante?

Die Aufgabe die der Spieler zu erfüllen hat ist einfach: Komme lebendig durch die zweidimensionalen Spielwelten. Doch das gestaltet sich schwieriger, als man anfangs denken mag, denn das virtuelle Ableben der Spielfigur ist fester Bestandteil des Gameplays. Jede Spielwelt wird zufällig generiert, der Schwierigkeitsgrad fluktuiert also durch die Extreme; Von „lächerlich einfach“ bis „are you fucking kidding me?“ ist also alles dabei. Jeder Tod katapultiert den Spieler wieder an den Anfang zurück. Absolute Nullstellung. Neue Zufallslevel.

Aber woran stirbt man denn überhaupt?

Die Frage ist schnell beantwortet: So ziemlich alles und jeder will dem kleinen Höhlenforscher an den Kragen; Fledermäuse, Spinnen, Schlangen, Yetis – die Möglichkeiten zu sterben sind ebenso mannigfaltig wie die zufällige Variation des Leveldesigns. Automatische Pfeilschussanlagen, vermeindliche Knochenhaufen, die sich zu bösartigen Skeletten auftürmen – Sterben ist hier Programm. Mit jedem Tod lernt man aber etwas dazu, ein kleines Bisschen mehr Skill um das nächste Mal vorsichtiger in einen Abgrund zu springen oder den Tonkrug ein wenig gezielter gen bösartiger Fledermaus zu schmeißen.Und genau das macht den Charme dieses Titels aus. Unberechenbare Unbarmherzigkeit, hübsch verpackt in einem Gewand aus Slapstick und niedlichen, dicken Nasen mit unendlichem Wiederspielwert.

M-M-M-Multiplayer!

Wer ab und an eine Pause braucht um sein Frustationslevel ein wenig abzubauen, der kann sich drei Freunde auf die Couch einladen und den „Deathmatch“-Modus spielen. Hier geht es darum, die anderen Spieler mittels Bomben, Peitsche, Bumerang oder beherztem Schubser in eine Stachelfalle aus dem Weg zu räumen. Erinnert stark an Bomberman und macht erstaunlicherweise fast ähnlich viel Spaß. Und wer  die Zockerfreunde grade daheim hat, der kann das Abenteuer auch zu viert spielen; sprich: Absolutes Chaos mit immensem Funfaktor. Hier werden, ähnlich wie bei Rayman Origins, auch mal die Mitspieler gekloppt, geschubst oder getötet.

Fazit

Mit Spelunky katapultiert Derek Yu, der auch für das wunderbare Aquaria verantwortlich ist, die ewig gleichen Jump’n’Runs auf ein neues Level. Unglaublich hübsche Grafiken, unglaublich hoher Schwierigkeitsgrad mit unglaublich hohem Spielspaß. Das sollte einem die 1200 MS-Pünktchen auf XBLA schon wert sein. Absoluter Kauftipp.

Wer das Original auf dem PC spielen möchte, kann dies hier kostenlos herunterladen. Spendabel, spendabel!

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Spelunky was last modified: Juli 9th, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.