sk001Machen wir uns nichts vor: Ich bin ein Tausendsassa! Astronaut? Check! Testpilot? Check! Doch für eine Sache habe ich aufgrund meines Berufs als Superspion so gut wie nie Zeit: Skydiving. Ein Glück haben die Jungs und Mädels von Gaijin ausreichend Zeit, vielbeschäftigten Menschen wie mir, ein Spiel zukommen zu lassen, in dem man genau das macht: Von einer hohen Klippe hüpfen, um dann anschließend wie ein Flughörnchen durch windige Schluchten zu segeln. Das Ganze nennt sich Skydive: Proximity Flight und ist seit Kurzem für PSN3 und XBL360 erhältlich.

sk009Grundsätzlich spielt sich der Titel relativ simpel: Der Charakter gleitet durch eine (wirklich hübsche) Landschaft und darf nicht mit Felswänden, Bäumen oder dem Boden kollidieren. Logisch. Dabei gibt es Adrenalinpunkte, wenn man möglichst nah an diesen natürlichen Hindernissen vorbeifliegt, ohne sie zu touchieren. Adrenalin wird eingesetzt, um einen kurzfristigen Geschwindigkeitsbonus zu erhalten. So einfach das Prinzip jedoch auch klingt, einfach machen die Entwickler dem Spieler das alles nicht. Wer sich auf ein Distanzrennen gegen Computergegner einlässt, der hat einige harte Nüsse zu knacken und muss viel üben, um überhaupt die Ziellinie als Erster zu überqueren. Die KI fliegt ein bisschen zu perfekt und frustrierte Spieler neigen dazu, sich den Challenges zu widmen, die es allerdings auch in sich haben. Zeitherausforderungen und das beliebte Punktesammeln unter extremen Bedingungen muten anfangs zwar relativ simpel an, beweisen mit steigender Anzahl allerdings wieder einmal , dass Nomen eben doch Omen ist. Herausforderungen, die sich gewaschen haben.

sk003Beim Starten des Spiel auf einer Xbox 360 mit angeschlossenem Kinect-Sensor darf der Spieler sich die Steuerungsmethode auswählen, sprich: Per Körper- oder Controllereingabe. Dabei stellt die Gestensteuerung lediglich ein witziges Extra dar, ist der Titel bereits mittels Controller an der oberen Schwierigkeitsgrenze. Die eher halbherzig umgesetzte Kinectsteuerung macht nicht wirklich Sinn, neigt zur Überreaktion und bringt das Kinect-typische Lag mit sich, was bei Höchstgeschwindigkeitsflügen durch rasiermesserscharfe Klippenwände nicht gerade von Vorteil ist. Zum einmaligen Ausprobieren ganz nett, aber leider nicht viel mehr als ein Gimmick.

sk011Besitzer von 3D-Fernsehern bekommen ab dem ersten Spielstart ein natives 3D-Signal geliefert, das es bei Nichtverwendung der 3D-Peripherie zunächst abzuschalten gilt. Fans der visuellen Technologie allerdings können ruhigen Gewissens die Brillen aufsetzen und die grandiose Landschaft genießen, die fortan dreidimensional über den Bildschirm flackert. Besonders fällt hier das HUD auf, das perspektivisch vor allem anderen steht und so besser vom Rest des Geschehens zu unterscheiden ist. Ansonsten bietet diese Art des Spielens keinerlei zusätzliche Vorteile.

Zwar ist Skydive: Proximity Flight ein „kleiner“ Arcade-Titel, für knappe 7 Euro kann man aber wirklich nichts falsch machen. Ein hoher Schwierigkeitsgrad und ein okayer Spielumfang reizen das Potenzial der Nischensportart dabei voll und ganz aus. Weniger wäre albern und mehr unangemessen. Zwar fehlt mir hier ein wirklicher Multiplayermodus (vor allem lokal), aber auch so machen die Rennen großen Spaß. Notfalls wechselt man sich einfach auf der heimischen Couch ab und genießt die Herausforderungen mit seinen Freunden. Digitales Adrenalin für Zuhause.

Skydive: Proximity Flight was last modified: April 6th, 2014 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.