Das Cover und die kurze, mit Vinylrauschen unterlegte Intro lassen zwar zunächst Black Metal oder 2000er Melo-Death vermuten, aber schon mit dem feisten Eröffnungsriff von Dawn Of Decay geht es gleich derb zur Sache. Das nimmt zum Glück auch die restliche Spielzeit nicht ab.

Ringworm entstammen der old-school Hardcore-Szene und konnten sich schon früh neben Urgesteinen wie Terror, Integrity oder Earth Crisis etablieren. Die vorliegende Scheibe Hammer Of The Witch ist die erste vollwertige bei Relapse und kredenzt uns thrashig angehauchten Auf-die-Fresse-Sound, den man guten Gewissens als Crossover im ursprünglichen Sinne betiteln kann! Von der bereits im Vorjahr veröffentlichten 10“ wurde nur der Titeltrack, Bleed, auf’s Album übernommen.

James „Human Furnace“ Bulloch (was für ein Stage Name!) bellt, brüllt und kotzt sich durch knackige 42 Minuten, dass es eine wahre Freude ist. Massive Gitarren und ein knarziger Bass tun ihr übriges, lediglich das Schlagzeug klingt mir dann doch etwas zu getriggert, da gibt es im Extrem-Bereich definitiv organischere Kandidaten.
Auch beim Songwriting offenbaren sich leider ein paar Schwächen, die insgesamt 13 Tracks warten zwar mit massenweise fetten Riffs auf, aber leider klingen einige der Stücke hintereinander gesetzt dann doch zu ähnlich.
Gelungene Abwechslung bieten allerdings die hin und wieder eingestreuten Soli, die das Schlachtfest noch weiter in die metallische Richtung lenken. Selbst Jammerhaken-Action in bester Slayer-Tradition bleibt nicht außen vor.
Für mich entfalten sich Ringworm allerdings immer noch am besten, wenn sie sich selbst ein bisschen zügeln und nach einem Blast-Part wieder ins wuchtige Mid-Tempo drosseln. Die jüngeren unter euch mögen dieses Phänomen Breakdown nennen… An diesen Stellen kommt auch der druckvolle Sound am besten zum tragen.

Für das Artwork zeichnet sich Randy Ortiz verantwortlich, der schon für so illustre Künstler wie Intronaut und Paul McCartney (Ja, genau DER) gearbeitet hat.

Abschließend würde ich sagen: Hammer Of The Witch ist ein kurzweiliger Schlag in die Magengrube, aber ob der Zahn der Zeit noch aus dem Kiefer gehämmert werden kann, bleibt abzuwarten. Ab August beleben Ringworm übrigens wieder deutsche Clubs mit Stimmungshits für Moshpit-Nutten!

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Ringworm – Hammer Of The Witch was last modified: März 27th, 2014 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.