Der furiose Furianer ist zurück und kämpft sich durch außerirdische Gegnermassen. Massenkompatibel oder maßlos schlecht?

Vin Diesel, der halbcharmante Schauspieldilettant ist kaum von der Leinwand wegzukriegen. Ob er nun bonzige Boliden schrottreif fährt (Fast and Furious) oder sich in knappem Oberhemd, wild um sich ballernd durch futuristische Requisiten metzelt – Einen kessen Spruch hat der haarlose Mime immer auf den Lippen. Auch so im neuesten Popcornstreifen Riddick, dem dritten Teil der Weltraumsaga.

Wir machen es kurz: Riddick wird zum neuen Anführer der Bösewichte aus dem zweiten Teil gekürt, verraten und auf einem unwirtlichen Wüstenplaneten ausgesetzt. Warum genau weiß niemand so genau, ist aber für die Story auch mehr als irrelevant. Wichtig ist: Der Furianer kämpft von nun an ums Überleben. Einzig mit Brustmuskeln und einem Bizeps, den selbst Pistolenkugeln kalt lassen bewaffnet, können wir die nächsten zwei Stunden (!) beobachten, wie toll Vin Diesel ist. Das ist ganz wichtig, denn anscheinend sollen auch die Zuschauer erkennen, was der Herr mit dem offensichtlich ausgedachten Namen so drauf hat, auch wenn niemand ihn jemals so atemberaubend finden wird, wie er sich selbst. Das ist genau so langweilig, wie es den Anschein macht. Eine viel zu lange Zeit ist Riddick sogar das einzige menschliche Wesen, das über die Kinoleinwand flimmert. Der Rest des Casts (ausgenommen Katee Sackhoff, kennt man zum Beispiel aus Battlestar Galactica) war wahrscheinlich so grottig, dass Diesel höchstselbst die Screentime auf ein Minimum reduzierte.

riddick-vin-diesel.jpg_rxxurebybzIrgendwann treten dann die Kopfgeldjäger auf den Schirm. Sie möchten Riddicks hübsches Haupt abschneiden und sich mit dem Geld zur Ruhe setzen. So weit der Plan. Dass die Kämpfernatur das nicht so einfach mit sich machen lässt, sollte selbstverständlich sein. Es folgen endlose Minuten Schusswechsel, Dialoge aus der Schreiberhölle und unzählige Greenscreenaufnahmen mit den zugehörigen schlechten Spezialeffekten. Wenn man nicht wüsste, dass der Streifen tatsächlich ernst gemeint ist, könnte man ihn für eine schlechte Parodie der Vorgängerfilme halten (die auch schon nicht oscarverdächtig gut waren). Wüsste man nicht, dass es sich hier tatsächlich um den Teil einer bekannte Reihe handelt, könnte man fast vermuten, dass man sich im RTL2-Nachtprogramm befindet, wo ja bekanntlich viel zu oft die Perlen des Sci-Fi-Trashkinos verwurstet werden. Alles viel zu generisch; Ein austauschbarer Plot mit austauschbaren Schauspielern und austauschbaren Actionsequenzen.

15-Rule-the-Dark-Vin-Diesel-Riddick.jpg_a-Riddick-Dead-Man-Stalking-uufPositiv zu bemerken – und alleine dafür werden viele Galactica-Fans bereitwillig das überteuerte Eintrittsgeld löhnen – ist eine Szene, in der man für einen kurzen Augenblick die entblößte Oberweite von Katee Sackhoff bewundern kann. Ob sich das jetzt lohnt oder nicht, lasse ich mal so im Raum stehen.

Kurzum: Zwei Stunden Langeweile und Fremdschämen mit gezwungenen Witzchen und zwei mittelguten Splattereffekten. Trashkino aus den Tiefen des Generikmolochs zwecks Selbstbeweihräucherung von Vin Diesel himself. Nicht anschauen, bitte. Danke.

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Riddick was last modified: September 12th, 2013 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.