Es ist schon ein Weilchen her, dass Capcom eine neue Demo zu Resident Evil online gestellt hat. Das ist mittlerweile sogar über einen Monat her. Aber so stinkfaul, wie ich manchmal bin, auch in Verbindung mit der aufkeimenden Wintermüdigkeit, habe ich etwas gebraucht, um meine Gedanke dazu in Worte zu fassen.

Ich mag Horrorspiele. Sehr sogar. Allerdings gehen mir die Geschehnisse auf dem Bildschirm immer sehr nahe. Während ich bei Filmen keinerlei Probleme habe, erschreckt mich jede noch so kleine Kleinigkeit im digitalen Spiel dermaßen, dass ich nur noch mit einem Finger auf der Pausentaste spielen kann. Jeder Jumpscare, jedes gruselige Geräusch: Ein Alptraum.

Resident Evil war das erste Spiel, bei dem ich richtig Angst hatte. Das war 1998, in einer Zeit, in der man noch nicht jedes Spiel sofort bei Release haben musste. Survival-Horror vom Feinsten mit Zombiehunden und Herzinfarkten, Rätseln und Verstecken. Mittlerweile hat sich da viel getan, und um zu demonstrieren, wie sich die jüngste Manifestation aus dem Resident Evil-Universum, Resident Evil 7 biohazard, so anfühlt, setzt Capcom auf den neuesten Shit: PlayStation VR.

Die Kitchen-Demo ist ein Gruseltrip, der mir während der Gesamtlaufzeit von circa zweieinhalb Minuten ungefähr 14 Herzstillstände und ebenso viele volle Hosen beschert hat. Dabei passiert nicht wirklich viel. Ich sitze auf einem Stuhl, meine Hände sind gefesselt. Vor mir, auf dem dreckigen Küchenboden liegt ein Mann, der sich langsam aufrichtet und mit einem Messer auf mich zukommt. Hier greift bereits die unglaubliche Immersion der PlayStation VR und ich muss zum ersten Mal auf den Pausenknopf drücken. Dabei möchte der Kerl mir doch nur helfen und mich mit dem Werkzeug von meinen Fesseln befreien.

Aus dem Augenwinkel allerdings sehe ich eine Bewegung im Hintergrund. Eine Person mit langen Haaren schleicht hinter ein paar Kisten umher. Pause.

Die Fesseln sind fast durch, da springt eine gruselig aussehende Frau mit verzerrtem Gesicht hinter einer Ecke hervor und attackiert meinen Helfer. Pause.

Summa summarum brauche ich ungefähr zehn Minuten, also vier Mal so lange wie erwartet, bis ich endlich das Ende der Demo sehe. Denn die Pausentaste wird hier überstrapaziert. Dabei geht es allerdings in diesem Ausmaße nur mir so. Tests im Freundes- und Bekanntenkreis zeigten die unterschiedlichsten Ergebnisse. Einige lachten, einige zuckten zusammen, aber niemand war so schreckhaft wie ich. Dabei weiß ich ganz genau, dass das alles nur ein Spiel ist, sowohl in der virtuellen Realität als auch auf dem flachen Bildschirm, und dennoch fühle ich, der Interaktivität wegen, eine dermaßen starke Immersion, dass mir regelmäßig die Düse geht.

Wenn die Stimmung im fertigen Spiel auch nur halb so gruselig ist, wie in der Kitchen-Demo, wird Resident Evil 7 biohazard einfach nur ein Windelwechselfest für mich. Und trotzdem freue ich mich schrecklich darauf.

Daher mein Tipp: Wer eine PlayStation VR besitzt, sollte im PSN-Store nach der Kitchen-Demo suchen und diese spielen. Ihr könnt dann gerne hier anonym kommentieren, wie ihr sie fandet.

Auch interessant

Resident Evil: Kitchen Demo was last modified: November 22nd, 2016 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.