Es macht alles den Anschein, als sei mir das nächste Videospiel gewidmet worden. Wurde ja auch Zeit, denn Bulletstorm hat bereits einige Tage auf dem Buckel. „Renegade Ops“, oder in Fachkreisen: „Redaktionsausflug von arrcade.de“.

Der Bösewicht „Inferno“ will die Welt in Schutt und Asche legen. Klarer Fall für… Wer jetzt mit „Joe“ geantwortet hat, kriegt 30 Sonderpunkte notiert, die richtige Antwort in diesem Fall lautet allerdings „Renegade Ops“. Die Renegades sind ein Team von Spezialisten – wofür weiß niemand so genau – die mit dicken Karren, die bis unter die Radkästen mit Knarren vollgepackt sind, durch den Dschungel heizen und alles in die Luft jagen, was sich bewegt oder auch nicht bewegt.

Der Spieler darf sich zu Beginn einen von vier Charakteren aussuchen, jeder mit einem eigenen Wagen und einer Spezialfähigkeit, wie beispielsweise einer EMP-Schockwelle oder einem dicken Schutzschild. Dann geht’s auch schon los. Bis zu 4 Recken brettern nun über die Map und ballern wirklich alles zu feiner Leberwurst. Durch bestimmte Missionen („Rette die Gefangenen!“, „Halte die Panzer auf!“) wird dem ambitionierten Hobby-Kriegsfürsten die Illusion von Tiefgang vorgegaukelt, aber eigentlich weiß jeder, dass es hier nur um den Spaß an der Zerstörung geht.

Kontrollierte Feuerstöße? Nein Danke!

Die Steuerung mit dem Gamepad ist eingängig und schnell erlernt. Linker Stick: Fahren. Rechter Stick: Ballern. Wer die Knöpfe für Spezialfähigkeiten sowie Raketen- und Flammerwerfer findet, arbeitet sich ein wenig schneller durch die Gegnermassen. Das Wegpunktsystem, das den Spieler durch die ansonsten ziemlich unübersichtlichen Maps leitet ist gut durchdacht und findet stets den schnellsten Weg zum nächsten Feuergefecht. Wer einen Schergen erlegt wird mit Killpoints und Power-Ups für die Waffen belohnt, hier und da droppen auch Healthpacks, die prompt auf die Lebensenergie draufgerechnet werden. Arcade-Feeling vom ganz Allerfeinsten.

Multiplayer ist leider ausverkauft

Während Konsolenspieler (Xbox360 & PS3) mit den Standardfahrzeugen Gas geben, dürfen sich PC’ler auf Gordon Freemans (der Kerl aus Half-Life) Strandbuggy freuen. Der lokale Mehrspielermodus am heimischen Fernseher überzeugt durch seine dynamische Splitscreendarstellung, die sich nur teilt, wenn die beiden Spieler sich zu weit voneinander entfernen. Der Online Modus lässt anscheinend bis zu 4 Spieler gemeinsam über die Maps jagen und Terroristen erlegen. Das macht Spaß – sofern sich jemand findet, denn kaum jemand scheint online spielen zu wollen. Sehr schade.

This is War!

Optisch ist Renegade Ops ganz nett. Die Level sind detailreich gestaltet, hübsche Animationen, Partikeleffekte ohne Ende und Explosionen en masse überzeugen auf ganzer Linie. Die deutsche Lokalisation ist echt gelungen: die Sprecher sind gut gecastet, einzig an der Soundqualität lässt sich meckern, wenn man mal vor lauter Maschinengewehrfeuer und Motorengeräusche irgendetwas anderes hört. Die im Comic-Stil gehaltenen Dialogfenster sind hübsch anzusehen und passend trotz der optischen Unterschiede perfekt ins Spiel.

Nach zahlreichen Verschiebungen ohne Begründung oder anständige Ankündigung durch SEGA ist Renegade Ops nun auch für PC-Spieler verfügbar. Amateur-Terroristenjäger können Renegade Ops für 1200 Points im XBLA-Store oder für 12,99 Euro bei Steam erwerben.

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Renegade Ops was last modified: Oktober 28th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.