Hier kommt Transformers-Feeling auf: Roboter kloppen sich gegenseitig auf’s Metallfressbrett. Wolverine ist auch dabei. Kann das was oder ist der Streifen ein Fall für die Schrottpresse?

[amazon-product]B006PTUMU8[/amazon-product]Der Trailer ließ mich schon erwartungsvoll grunzen – anstelle des üblichen „Hurra, Roboterkämpfe! Story? Brauchen wir nicht!“-Bullshits scheint den geneigten Zuschauer eine solide Underdog-Geschichte im Rocky-Stil, gepaart mit gigantisch guten CGI-Effekten zu erwarten. Eine Prise Hugh Jackman, ein vorlautes Blag – fertig. Aber mal von Anfang an…

Links, rechts, Uppercut!

Wir schreiben das Jahr 2030. Oder irgendwas anderes in der Zukunft. Richtige Boxkämpfe gibt es schon lange nicht mehr; statt dessen werden regelmäßige Roboterboxkämpfe veranstaltet, bei dem sich 3-Meter-Knochen auf die Leiste hauen. Hugh Jackman (WOLVERINE! GRUNZ!) ist Ex-Boxer und versucht, mit Roboterkämpfen die große Kohle zu scheffeln. Zu dumm nur, dass er ein Idiot ist und mit schöner Regelmäßigkeit einen Roboter nach dem anderen zersemmelt und seine Geschäftspartner bescheißt. Vollkommen pleite und ohne Roboter erfährt er eines Tages, dass seine Exfreundin, mit der Jackman einen elfjährigen Sohn hat, gestorben ist. Deren Schwester möchte allerdings so gerne das Sorgerecht für den Knirps haben, dass Jackman selbiges mit Vergnügen an deren Mann verhökert. Lediglich 8 Wochen muss Max bei seinem Vater verbringen…

Ich bin Dein Vater!

Jeder ahnt bereits, dass das Verhältnis zwischen Vater und Sohn anfangs denkbar schlecht ist, im Laufe des Streifens aber spürbar besser wird. Ist kein Geheimnis; das darf man ruhig verraten. Als die beiden dann auf einem Schrottplatz einen kleinen, schwachen Kampfroboter finden, wird’s allerdings spannend. Hier greift das Rocky-Prinzip des unterschätzten Underdogs, der sich bis zum Ende des Films immer weiter nach oben geprügelt hat. Hierbei dienen die Kampfmaschinen aber nur als Mittel zum Zweck. Zwar sind sie hübsch anzusehen und wirklich richtig gut gemacht, aber der Sinn des Ganzen besteht nur darin, eine gewisse Form der Visualisierung zu erreichen, während man die eigentlichen Charaktere noch in eine andere Gefühlswelt stecken kann.

Piff-Paff-Popcornkino

Gute Idee – klappt auch hervorragend. Sowieso findet man hier mehr Gefühle als man erwartet – allerdings schwappt man immer ganz knapp am Kitsch vorbei. Sobald es droht zu käsig zu werden geht der nächste Kampf los und man drückt dem schwachen Underdog wieder mitfiebernd die Daumen.

Regisseur Shawn Levy hat seine Akteuere voll im Griff. Zwar sieht’s immer wieder befremdlich aus, wenn Hugh Jackman lacht, dennoch sitzt der Cast perfekt (Kate aus LOST spielt übrigens auch mit). Der etwas arg frühreife 11-Jährige klingt zum Teil, als hätte er seine Lines nur auswendig gelernt, was der Sache aber keinen Abbruch tut. Die Cinematografie ist durchaus gelungen: mit Steven Spielberg an seiner Seite fährt Levy mit Real Steel ein Feuerwerk des Augenschmauses auf. Satte Farben, perfekte Winkel, knackiges Bild – Einfach toll. Wer hier kein Popcorn parat hat ist selbst schuld.

Also schnell noch den Trailer gucken und dann schnellstens bestellen!

Auch interessant

Real Steel was last modified: Februar 14th, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.