Wer denkt, dass Verwandtenbesuche langweilig sind, oft nur Kaffee getrunken und gequatscht wird, der war noch nicht bei Onkel Fitz Quandwrangle zu Gast. Portal-tastischer Rätselspaß!

Wenn die Portal-Teamcheffin Kim Swift einen neuen First-Person-Puzzler raushaut, dann bleiben die Vergleiche zum Valve-Hit natürlich nicht aus. So ähnlich sich der Portal-Spaß und das neue Quantum Conundrum auch sind – so unterscheiden sie sich doch maßgeblich.

In der „Fluffy-Dimension“ wird alles federleicht.

Als der 12-jährige Hauptcharakter seinen Onkel Fitz – seines Zeichens ein begnadeter Erfinder – besucht, geht so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann. Onkel Fitz (übrigens gesprochen von „Q“-Darsteller John de Lancie) verschwindet während seiner Experimente in die Dimension der verlorenen Gegenstände und der Spieler muss ihm helfen, von dort zu entkommen. So rätselt man sich von Raum zu Raum und löst dabei allerhand Rätsel.

Wie „Portal“, nur anders

Statt einer Portalkanone trägt man allerdings einen Handschuh, der in der Lage ist, durch vier verschiedene Dimensionen zu schalten ohne selbst von den Änderungen affektiert zu werden. Zum einen gibt es die Fluffy-Dimension, in der alles 10 Mal leichter ist. So kann der Spieler Tresore und Sofas durch die Gegend tragen, auf Gewichtsschalter stellen oder zu Türmen stapeln um schwer erreichbare Passagen zu erklimmen. Die Heavy-Dimension hingegen bewirkt genau das Gegenteil – alles wird 10 mal schwerer. Praktisch, um Pappkartons in puren Stahl zu verwandeln, der sogar Laserstrahlen standhält.

Weiterhin gibt es die Zeitlupen-Dimension, die genau das macht, was ihr Name vermuten lässt. So kann man bequem auf vorbeischnellene Tresore oder Tische klettern um selbst gigantische Abgründe zu überwinden. Die vierte Dimension kehrt die Schwerkraft schließlich völlig um – Deckenschalter beispielsweise stellen somit überhaupt kein Problem mehr dar.

Sprungpassagen aus der Höllen-Dimension

„Travel safely! Pun-pun-pun.“

Das Anwesen des Professors, in dem sich sämtliche Räume befinden, ist gigantisch. Jeder Raum ist größer und umfangreicher als der vorherige, die Rätsel werden zum Teil wirklich schwierig, was letztendlich nur bedingt an den Denkaufgaben liegt, die man zu bewältigen hat. Einen großen Teil der Schwierigkeiten stellt die Steuerung dar – Sprünge sind sehr schwer zu kontrollieren, zum Teil reagiert die Spielfigur gar nicht auf entsprechende Controllereingaben; Ein herbes Manko, das an der B-Note knabbert und den Frustationsfaktor des Spiels ein wenig nach oben setzt.

Grafisch kommt Quantum Conundrum wirklich nett daher. Eine Grafikengine, die an die Valve-eigene Source-Engine erinnert. Ebenso der optische Stil erinnert an eine Mischung aus Valve-Produkten und Disney-Animationsfilmen (Triff die Robinsons z.B. scheint hier ein großer Einfluss gewesen zu sein), was aber an sich nicht schlecht ist. Alles wirkt comichaft und zeitgleich aufgeräumt. Die Farbführung funktioniert wie sie soll, das Leveldesign in sich stimmt und die Ladezeiten wurden durch Korridore, durch die der Spieler zwischen den Leveln laufen muss (und dabei meist lustige Anekdoten erzählt bekommt) sehr nett überbrückt. Überall im Haus hängen Portraits, die sich, je nach Dimension, auf teils witzige Weise verändern. Hier erkennt man klar die Liebe zu Detail, die hier reingesteckt wurde.

Fazit

Zusammengefasst ist Quantum Conundrum trotz der Mängel an der Steuerung wegen seines Umfangs (dafür, dass es kein Vollpreistitel ist), Einfallsreichtums und Charmes ein klarer Pflichtkauf für jeden, der Portal auch nur im Ansatz mochte. Die neuen, eigenständigen Features des Dimensionswechselns ermöglichen neue Denkwege und viele Stunden Rätselspaß. 1200 Microsoft-Points im XBLA-Store, 10,99 € im PSN-Store und knapp 15 Euro bei Steam machen den Titel zu einem echten Schnapper. Schön blöd, wer’s nicht kauft. Im Ernst.

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Quantum Conundrum was last modified: Juli 16th, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.