Einer meiner absoluten Überraschungstitel auf der gamescom 2013 (Hier mein Bericht) tritt in die finale Phase ein. Nach dem unerwarteten Entwicklerwechsel und dem Neuaufbau der Engine nimmt Raven’s Cry immer weiter Form an – Angesichts des Releasetermins am 7. Mai diesen Jahres sicherlich nicht das Schlimmste.

Da ich ein schrecklich fauler Hund bin, konnte ich leider der neuerlichen Einladung von Topware, seines Zeichens Schmiede des Piratenabenteuers, nicht nachkommen, mir vor Ort die jüngsten Entwicklungen in der Welt von Christopher Raven anzuschauen. Deswegen durfte ich mir ein hochgeheimes Video anschauen, wie sehr sich Raven’s Cry grafisch und technisch weiterentwickelt hat.

RC-Shot01-1600x900Ein Faktor, der mir bislang am meisten am Herzen lag, war das Kampfsystem. Bis dato noch nicht implementiert, ist dies ein Teil des Spiels, der, sofern nicht fachmännisch umgesetzt, das gesamte Konzept zum Kippen bringen kann. Aber auch hier wurde ich positiv überrascht – Hier haben die Mädels von Reality Pump tief in der Kreativitätskiste gekramt und dem Protagonisten einige dreckige und unfaire Moves verpasst, die sein Piratendasein erstklassig widerspiegelt. Man merkt, dass man hier nicht einfach das übliche Buttonmashing betreiben kann, sondern fast ähnlich wie beim Genrekollegen Risen, tierisch aufpassen muss und auf seinen Gegner eingehen muss.

RC-Shot02-1600x900Die offene Welt sieht hervorragend aus; Mittlerweile haben die Entwickler Reality Pump einzigartige Städte erschaffen, die frei erkundbar sind. Besonders fällt hier die Dynamik der Umgebung auf, die sich natürlich im karibischen Dschungel umso mehr bemerkbar macht. Gräser, Büsche, Sträucher, alles scheint im Fluss zu sein und auf den Spieler zu reagieren. Zwar sieht man die enge Verwandtschaft zu Two Worlds II, auf dessen Engine der Titel aufgebaut ist, das ist aber nicht weiter schlimm, denn seit der ersten Demo wurden ausschließlich eigene Assets verwendet und nicht mehr Platzhalter aus dem Schwestertitel.

RC-Shot03-1600x900Unvermeidlich wie immer: Schleichpassagen. Auch Raven’s Cry verzichtet nicht darauf. So führt eine offene Konfrontation mit einer großen Gegnergruppe nicht unbedingt zum Erfolg, manchmal muss Christopher auch aus den Schatten attackieren und leise einen Gegner nach dem anderen außer Gefecht setzen. Das sind zwar immer genau die Missionen, an denen ich persönlich verzweifle, dennoch lässt der Umstand des Vorhandenseins darauf schließen, dass Topware hier großen Wert darauf legt, das Spielerlebnis abwechslungsreich zu gestalten.

RC-Screen1-27-08-2013Ähnlich wie bei Assassin’s Creed IV: Black Flag, sind Seekämpfe ein essenzieller Bestandteil des Spiels. Allerdings hievt Raven’s Cry die Schwierigkeit und Intensität dieser Schlachten auf ein neues Level. Sinkende Moral der Crew, fehlende Zielvorrichtungen – Quasi ACIV auf „Hardcore“. Auch die verschiedenen Fraktionen der karibischen Welt sind zu beachten. Ähnlich wie bei WoW kann man es sich mit bestimmten Interessengruppen und Völkern verscherzen, was sich selbstverständlich auf Begegnungen auf hoher See auswirkt. Solchen On-Sight-Konfrontationen kann man gezielt durch das Hissen einer fremden Flagge entgegenwirken, um fremde Gewässer unerkannt zu durchsegeln. (Screenshot stammt aus einer frühen Version)

Es ist erstaunlich, wie komplex Raven’s Cry angelegt ist – Es ist davon auszugehen, dass dies ein Titel für Hardcorespieler wird, die gerne die Spielwelt ohne Hilfsmittel erkunden möchten und dabei auch den ein oder anderen digitalen Tod in Kauf nehmen. Der Titel vermittelt (zumindest vom Prinzip her) gut das raue und unbarmherzige Feeling des harten Piratenlebens und schenkt dem Spieler nichts. Ich bin wirklich sehr gespannt, was die finale Version im Mai können wird.

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Preview: „Raven’s Cry“ nimmt Form an was last modified: März 20th, 2014 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.