Oh, ein Prequel zu „Planet der Affen“ – Bananenstarkes Popcornkino oder schnulziger Schrott mit dem Oberschmierlappen James Franco?

Wie der 105-Minuten-Streifen ausgeht, wissen wir ja bereits. Zumindest wissen wir, wie die Vorlage aus dem Jahre 1968 anfängt: Zwei Astronauten, die eigentlich auf dem Weg zum Mars waren, landen auf einem scheinbar fremden Planeten, der von Affen besiedelt ist.

Logische Konsequenz: Der Zuschauer erfährt im Prequel Prevolution, woher die sprechenden Affen kommen, wohin all die Menschen verschwunden sind und wer für die ganze Misere verantwortlich ist.

Wer hat die Kokosnuss geklaut?

James Franco spielt einen Wissenschaftler, der an Affen herumexperimentiert. Bei diesen Versuchen, oh, welch Überraschung, stellt er fest, dass das von ihm entwickelte Serum zur Heilung von Hirnkrankheiten nicht nur heilt, sondern auch die Testaffen intelligenter macht. Das einzige Problem: Eine Weiterentwicklung des Serums macht zwar Affen (wirklich sehr) schlau, ist aber auf der anderen Seite für Menschen tödlich. Damit wäre das geklärt.

Franco nimmt zwischendurch auch noch ein Affenbaby zuhause auf, das das IQ-Serum quasi mit der Muttermilch bekommen hat und nennt ihn – nochmal Überraschung – Caesar. Ja, genau. Der ist komplett aus dem Computer und bekommt sein Motion-Capturing von keinem anderen als Andy Serkis. Ja, genau. Caesar ist also hyperintelligent, wird aber im Laufe des Films in ein Primatenasyl gebracht, wo – und das ist der Knaller – Draco Malfoy (ja, genau) ihn quält und die anderen Affen gemein zu ihm sind.

Caesar hat da natürlich gar keine Lust drauf und zettelt einen Aufstand an – der Rest ist Geschichte. Ab dieser Stelle wird der Film etwas merkwürdig; die erste Stunde war wirklich phänomenal gut, während die letzte halbe Stunde zum Teil sehr lächerlich wirkt.

P(R)evolution im Affenhaus

Dennoch – um nochmal drauf zurück zu kommen – die CGI-Technik, die hier zum Tragen kommt ist wirklich richtig, richtig hübsch. Da hat jemand viel Wert darauf gelegt, besonders die Mimik der Computermodelle so überzeugend und real wie möglich wirken zu lassen. So bekommt selbst Caesar, der komplett digital ist, eine Art Charakterentwicklung verpasst, die sich gewaschen hat. Vom süßen, schlauen Affenbaby zum übermächtigen Supermonkeyschurken mitsamt Gefolgschaft.

FAZIT

Die schwache Story bekommt also durch eine sehr gute Einleitung und außerirdisch gelungene Effekte einen gewissen Reiz, der aber gegen Ende immer mehr verfliegt. Schade eigentlich, da hätte man mehr draus machen können, lieber Rupert Wyatt. 93 Millionen Dollar und keinen Schreiberling mit ordentlich Ausdauer – Böser Rupert! Aber wer die Autoren von Das Relikt engagiert hat’s eigentlich nicht anders verdient.

Auch interessant

Planet der Affen: Prevolution was last modified: November 27th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.