Limitierte Collector’s Edition“ mit einer einzigartigen, fortlaufenden Zahl darunter. Das ist die Art Exklusivität, die Headup Games den von ihnen gepublishten Spielen zukommen lässt. Insgesamt 2000 Stück dieser limitierten Ausgabe von Pixel Heroes sind im Umlauf. Auf meiner steht „0876“. Der Rest der Rückseite der Verpackung ist ausgefüllt mit hausfrauengestaltetem Text, der nur schwer zu entziffern ist.

Öffnet man die Hülle, findet man allerdings nette Goodies, die Teil eben jener physischen Sammleredition sind: Ein Poster, eine wirklich echte Anleitung auf Papier (heutzutage ja eine Rarität) und einen niedlichen Sticker. Preislich liegt das Ganze bei ca 20 Euro – also ungefähr 10 Euro über der Steam-Fassung (ohne Rabatte). Da muss man schon wirklich Hardcore-Fan sein, um da zuzuschlagen.

Doch was ist Pixel Heroes überhaupt? Klingt irgendwie… oldschool-esk!? Vollkommener Treffer. Denn die Retrooptik ist nicht das einzige, was an die gute alte Hochzeit der PC-Rollenspiele erinnert. Denn auch das Gameplay ist – in Zeiten, in denen Indie-Entwickler gerne mal ihr neuartiges Konzept mit Pixelgrafik vermengen – absolut oldschool.

Alles beginnt in einer Taverne, wo sich der Spieler seine drei Kämpfer aus einem kleinen Pool unterschiedlichster Charaktere auswählen kann. Dabei fällt ab der ersten Sekunde das völlig irre Dialogtexting auf. Die Dialoge sind so schwachsinnig-witzig, dass ich mehr als ein Mal grinsend mein Gesicht hinter meinen Händen verstecken musste.

Das Gameplay ist knallhart. In Kämpfen darf jeweils eine Spielfigur jeder Seite abwechselnd angreifen. Dabei hat der Spieler die Auswahl, ob er nun einen Zauberspruch, einen Spezialangriff oder einen Zauber zum Angriff verwenden möchte. Dabei ist allerdings stets im Hinterkopf zu behalten, dass Charaktere nicht wiederbelebt werden können. Einmal tot, bleibt nichts anderes übrig, als einen neuen Recken in der Taverne anzuheuern oder eben sehr viel Geld zu investieren, um im Tempel eine Wiederauferstehung zu initiieren. Es ist also Vorsicht geboten, wenn Goblins, Bienen und anderes Gekröse den pixeligen Helden nach dem Leben trachten.

Als Teil-Roguelike ist eine wichtige Sache zu beachten: Speichern ist nicht. Wer sich eine Runde des Oldschool-Spaßes genehmigen möchte, sollte darauf eingestellt sein, diese auch bis zum bitteren Ende durchzuhalten. Dabei ist der Ausgang abhängig von den Fähigkeiten des Spielers und natürlich einer gehörigen Portion Glück. Und während man sich so durch die Botanik metzelt, läuft Pseudo-Retro-Mucke in Dauerschleife, die man schon nach zwei Minuten nicht mehr ertragen kann. Ganz schlimm.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass – trotz aller witzigen Dialogen und einigen sehr coolen Ideen – das Spielkonzept von Pixel Heroes so gar nicht meins ist. Ich kann verstehen, dass es da draußen einige viele Fans der Reihe und des Genres gibt, für die der Titel ein wahr gewordener feuchter Gamertraum sein muss. Ich allerdings werde den Witz des Rollenspiels als schöne Erinnerung speichern und Pixel Heroes ad acta legen.

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Pixel Heroes: Byte & Magic was last modified: August 4th, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.