Bereits auf der gamescom 2014 konnte ich mit Daniel von Zockworkorange einen Blick auf Penarium werfen, damals noch vom Entwickler Self Made Miracle selbst am holländischen Indie-Stand in der Business-Area. Als ich dieses Jahr (also 2015, ihr Nasen) den Showfloor der gamescom durchschritt, erblickten meine Augen eine spielbare Version des Titels am Stand von Team 17. Ja, genau. Die britischen Jungs und Mädels, die uns vor Jahrzehnten mit Worms erfreuten und mittlerweile auch als Publisher für kleinere Titel agieren.

Nach langer Wartezeit ist der Titel nun am 22. September releast worden, ich habe mir mal die PS4-Version (die wohl kongruent zur Steam- und XBone-Version sein sollte) angesehen und erlebe das, was ich bereits 2014 in meinem Gute-Erinnerungen-Buch vermerken konnte: Das Teil macht tierisch Spaß, man kommt aus dem Lachen nicht mehr raus. Herzstück ist der Multiplayer-Modus, in dem zwei Spieler lokal gegeneinander oder gemeinsam die verrückte Zirkuswelt erleben können. Grundsätzlich gilt es hier, auf Schalter zu springen und dabei dem Gegenspieler sowie der unwirtlichen Spielwelt (mitsamt Maschinengewehren, Drachen und Explosionen) auszuweichen. Wenn das Team Buttons der Anzahl n betätigt, ist die Runde vorbei. Sterben beide, ist die Runde verloren. Im Versus-Modus ein ähnliches Bild: Wer zuerst Buttons der Anzahl n betätigt, gewinnt.

Das Ganze erinnert an das Homebrew-Super-Mario-Derivat Super Mario War, ist aber wesentlich weniger komplex und büßt entsprechend bei der Langzeitmotivation ein. Der Spaß wird durch das ewig gleiche Spielprinzip und wenige Möglichkeiten den Variation schnell langweilig. Es gibt lediglich einen Level und ca. sechs bis sieben verschiedene Umgebungsvariablen. Das ist vielleicht vier Runden lang spaßig, der Ottonormalspieler jenseits der zehn Lebensjahre ist aber schnell genervt und versucht den Kampagnenmodus.

Die Kampagne bietet einen schnell steigenden Schwierigkeitsgrad, ist aber grob betrachtet das Gleiche in grün, lediglich marginal abwechslungsreicher. Die einzelnen Runden der Kampagne werden zwar durch eine Art Storyline begleitet, die aber nicht wirklich Nährwert hat.

Ich schalte das Spiel aus und frage mich, was innerhalb des letzten Jahres überhaupt am Spiel gemacht wurde. Denn das, was da gerade über meinen Bildschirm flimmerte ist genau das, was ich 2014 bereits vor meinen Augäpfeln sah. Das hat zwar unheimlich großen Spaß gemacht, aber leider nur kurz. Penarium hat einfach zu wenig Inhalt, zu wenig Abwechslung. Die Idee ist nicht neu, aber gut. Mit mehr Levels, Einstellungsmöglichkeiten, einem 4-Spieler-Modus, zusätzlichen Spielmodi und ein paar mehr Modifikatoren könnte der Titel problemlos zum Local-Multiplayer-Hero aufsteigen, versinkt aber so wieder in den Unweiten meiner PS4-Bibliothek. Wirklich sehr, sehr schade.

Vorschlag: Pumpt den Multiplayer-Modus etwas auf und wir werden dicke, dicke, dicke Freunde :D

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Penarium was last modified: September 25th, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.