Wir sparen uns einfach die lange Einleitung, denn der Name ist hier Programm: Orcs Must Die! Episches Fantasyschlachtfeld oder Familien-Spaziergang in Burgruinen?

Grüne Haut, scharfe Hauer, Grunzlaute – das sind die drei Hauptmerkmale eines, richtig, Orks. Robot Entertainment packt Armbrust und Stachelfalle in den Rucksack und schickt den Spieler auf Orkjagd.

Die Spielbeschreibung auf Steam versucht es auf den Punkt zu bringen: „Zerstückeln Sie sie, verbrennen Sie sie, spießen Sie sie auf und schießen Sie auf sie – in diesem Fantasy Action-Strategy Spiel von Robot Entertainment müssen Orks sterben, egal wie Sie es anrichten.“ Alleine für diese Textpassage müsste man das Spiel aus Prinzip schon kaufen, aber labern kann man viel wenn der Tag lang ist. Also schnell eine Kopie des Games in unser geheimes Hauptquartier geordert und genauer unter die Lupe genommen!

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Kampfmagiers, der (warum auch immer, ich überspringe immer die Storybildschirme…) Orks davon abhalten muss, die jeweiligen Festungen einzunehmen. Dabei kommen ihm allerhand Fallen und Waffen sehr gelegen. Zu Rundenbeginn baut man sich mittels seines finanziellen Budgets eine Grundstellung auf und darf auf Knopfdruck die Horde in die Festung lassen. Ein riesiges hölzernes Tor fliegt auf und hunderte Orks, Trolle und Werwölfe stürmen durch den Level.

Das Ganze ist letztlich eine Art Tower-Defense-Spiel aus der 3rd-Person-Perspektive, nur dass der Spieler aktiv ins Geschehen eingreifen kann und nicht nur stupide Tower in die Botanik setzt. Die wählbaren Fallen sind abwechslungsreich, abhängig vom Level mehr oder weniger sinnvoll einzusetzen und vor allem eins: brutal! Orks werden zerstückelt, zermalmt, zerquetscht, herumgeschleudert, erschossen und verbrannt. Gleichzeitig steuert man die Spielfigur durch den Level und kann mit Schwert, Armbrust und anderen Waffen selbst Hand anlegen um die Eindringlinge davon abzuhalten, die Festung einzunehmen. Jeder getötete Ork bringt Cash – und Cash bedeutet: Mehr Fallen!

Insgesamt 24 Festungen gilt es zu verteidigen, eine schwieriger als die nächste. Was als großer Spaß anfängt ist spätestens im zweiten Akt des Spiels Stress pur. Mehrere Eingänge, durch die gleichzeitig Gegnerwellen ins Levelinnere strömen machen dem Spieler das Leben schwer. Da hilft auch der sehr simpel gehaltene Talentbaum nicht viel; wer nicht die Karte und die Energieanzeige im Auge behält wird sehr bald überrannt werden.

Definitiv ein Spiel mit hohem Suchtpotential, nicht alleine durch den hohen Wiederspielwert. Drei verschiedene Schwierigkeitsstufen und Upgrades für alle 19 Fallen lassen den Langzeitspaß hochschnellen wie die Benzinpreise am Montagmorgen. Unterstützend dazu spielt im Hintergrund stark mittelalterlich angehauchte Fantasylala, die während ruhiger Passagen ein wenig nervt, aber inmitten des Schlachtengetümmels ihre treibende Aufgabe voll und ganz erfüllt. Untermalt wird das Ganze mit witzigen Kommentaren von Spielfigur und Orks, die mir das ein oder andere Mal die Freudentränen in die Augen trieben.

Grafisch kann man nicht meckern – Orc Must Die! wird auch auf schwächeren Systemen flüssig laufen, sieht dabei aber nicht billig aus. Im Gegenteil: hübsche Texturen und flüssige Animationen lassen das Spiel wirklich klasse aussehen und erhalten den Spielfluss am laufen. Das Leveldesign ist erste Sahne – so muss ein moderner Towerdefender aussehen. Aber auch Shooterfreunde kommen voll auf ihre Kosten: Wem das pure Verteidigen zu langweilig ist, der kann mit der Armbrust den ein oder anderen Headshot im grünen Pulk landen. Echt super! Und das Beste daran: Orcs Must Die! gibt es für unter 15 Euro!

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Orcs Must Die! was last modified: Oktober 7th, 2011 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.