Back From The Abyss nennt sich der Paukenschlag, mit dem sich Orange Goblin dieser Tage auf Candlelight Records zurück melden. Ende der 90er konnte man die Band noch getrost zur Speerspitze der damaligen Stoner Rock-Szene zählen, bevor sie sich immer mehr dem reinrassigen Heavy Metal zuwendete. Auch wenn die zwischenzeitlich aufgenommenen Platten nicht zu verachten sind, ist der Titel des neuen Albums definitiv Programm! Frisch vom Abyss auf den Tisch bekommt man eine heitere Melange  aus gut 20 Jahren Goblin-History vorgesetzt, die von typischen 90er-Stoner-Ausflügen bis hin zum heute wieder ziemlich angesagten Kutten-Metal alles zu bieten hat, was das Banger-Herz begehrt.

Riffbetont legen die Herren mit zwei Heavy Rockern los. Zum Opener, Sabbath Hex, gibt’s weiter unten auch ein Video, der zweite Song, Übermensch, bedient sich auch gleich des typisch britischen Humors… Allerdings steckt etwas anderes dahinter, als man zunächst vermuten mag: Laut eigener Aussage hat Frontbär Ben Ward den Titel aus einem Comic über russische Elitesoldaten, im Text selbst geht es lediglich darum, ein besserer Mensch zu sein. Also alles ganz harmlos!
Bei den Tracks Heavy Lies The Crown und Mythical Knives möchte man die Band fast schon in Grand Goblin oder Orange Magus umbennen. Hier geht es komplett mit epischen Chören und Akustik-Intro in die vollen. Getreu dem Motto: Wenn schon Metal, dann auch richtig!

Eigentlich gibts nur zwei wirkliche Hänger zu verzeichnen, zum einen Bloodzilla, der ein bisschen überhastet daher kommt, zum anderen das instrumentale Zwischenstück Titan, dass nur vom großartigen Blood Of Them abhält. Hier geht es wieder ein bisschen spaciger zu, allein die Intro klingt schon, als wäre sie ein Überbleibsel des ersten Albums Frequencies Form Planet Ten.
Woran es mir allerdings auch auf dieser Scheibe wieder am meisten fehlt, ist Ben’s effektüberzogene Psychedelic-Stimme aus den Anfangstagen, die den spaciegen Parts nochmal die Krone aufsetzen würde.
Das Artwork stammt übrigens aus der Feder von Martin Hanford, der u.a. schon für Bal Sagoth sowie Games Workshop gearbeitet hat.

Zusammenfassend halte ich fest: 55 Minuten, die wie im Flug vergehen und die ich in der Form von den Londonern nicht erwartet hätte.

Mit den neuen Songs im Gepäck dürften die orangen Grünlinge keine Probleme haben, Die Doom-Urväter Saint Vitus auf der kommenden Tour von der Bühne zu blasen…

 

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Orange Goblin – Back From The Abyss was last modified: Oktober 24th, 2014 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.