Was die One Piece-Franchise angeht, wird ja in letzter Zeit nicht mehr gekleckert, sondern ordentlich geklotzt. Nach One Piece: Pirate Warriors 3 steht nun das nächste Abenteuer rund um Monkey D. Ruffy und die Strohhutbande in den Spieleregalen der Retailer und Onlineshops: One Piece: Burning Blood.

Round One! Fight!

Anders als sein Warriors-Kollege setzt One Piece: Burning Blood nicht darauf, tausende Bösbübchen zu Kleinholz zu prügeln, vielmehr wird hier das bekannte One-on-One-Prinzip verfolgt, denn Burning Blood ist ein astreines Beat-Em-Up mit einigen Kniffen. Denn so einfach, wie die Tastenbelegung sich vielleicht lesen mag, so schwierig ist es, das Game zu meistern und selbst im Kapagnenmodus siegreich vom Platz zu stolzieren. Nicht nur sind die Gegner, die das Spiel dem Herausforderer hier vorsetzt, zum Teil unglaublich stark, zum Teil muss man auch drei Gegner in Folge zu Brei schlagen, bevor die Siegesnachricht über den Bildschirm flimmert.

Auch wenn das Tutorial relativ ausführlich ist, braucht man als Spieler ein Weilchen, um zu verstehen, was Burning Blood jetzt wirklich von einem will. Der Schlüssel zum Erfolg ist hier das Blocken, allerdings gerät dies in der Einführung dermaßen in den Hintergrund, so dass man zunächst versucht ist, anzunehmen, mit möglichst vielen Spezialangriffen den Schlüssel zum Sieg in der Tasche zu haben. Jedoch ist Geduld hier essenziell. Gerade bei stärkeren Gegnern bedeutet ein unachtsamer Moment meist das K.O. und einen erzwungenen Neustart des Kampfes.

Ist der Gegner zu stark, bist du zu langsam!

Und genau hier liegt das Manko des Spiels. In der Kampagne ist man gezwungen, mit vorgeschriebenen Charakteren zu kämpfen, damit die Story grob dem folgen kann, was die Serie (respektive der Manga) vorgibt. Dass man dabei oft auf die Schnauze fällt, weil man die langsamste und / oder schwächste Figur der Welt spielt, ist frustrierend. Die fast kongruente Nähe zur Vorlage (ungefähr ab Folge 300) allerdings ist faszinierend. Wieder wurden die Originalsprecher des japanischen Originals akquiriert und wieder ist der Look des Spiels einfach unglaublich. Allerdings werden Nicht-Fans hier oft in die Röhre gucken, da One Piece immer noch eines der schwierigsten Franchises und Fandoms überhaupt ist. Die schiere Masse an Episoden und die abgedrehten Charaktere machen einen Späteinstieg so gut wie unmöglich und so ist auch One Piece: Burning Blood eher etwas für Hartgesottene, die bereits seit Jahren alles konsumieren was aus Richtung der Strohhutbande in den Äther gespült wird.

Hier haben Spike Chunsoft, die unter anderem bereits für das großartige Danganonpa sowie für J-Stars Victory verantwortlich waren ganze Arbeit geleistet. Hier machen sich die Erfahrung im Storytelling als auch mit One Piece und Prüglern bezahlt, denn One Piece: Burning Blood ist ein absoluter Knaller, der westlichen Spielern, die weder One Piece noch die japanisch-übertriebene Erzählweise kennen, erst einmal schockieren dürfte.

Story durch? Online ruft!

Der Story-Modus beleuchtet die Story aus verschiedenen Perspektiven und bietet neben den Kämpfen, die die Geschichte vorantreiben, die Möglichkeit, die  Charaktere aufzuleveln und In-Game-Währung zu sammeln. Diese kann z.B. gegen Support-Charaktere eingetauscht werden, die während des Kampfes helfend eingreifen. Aber auch (unzählig viele) Hauptcharaktere, die nicht durch die Story-Unlocks freigeschaltet werden, kann man hier erwerben. Und wer sich fit genug fühlt, eine richtige Herausforderung anzunehmen, der packt seine Support- und Main-Chars und begibt sich in den Online-Modus.

Hier lauern die richtigen Profis. So zumindest mein Eindruck. Ich würde mich jetzt nicht als absolut unfähigen Spieler bezeichnen, aber so sehr, wie ich in Online-Matches die Hucke vollbekomme, könnte man meinen, dass ich vor der PlayStation 4 eingeschlafen sei. Fast jedes Match verliere ich zu Null, da meine Kontrahenten eine miese Unfair-Kombo nach der anderen abfeuern und ich nichts andere tun kann, als zuzusehen, wie nur Sekunden nach Start des Matches die Buchstaben „K“ und „O“ auf dem Screen erscheinen.

Fazit

Ich fasse nochmal zusammen: Knallhart, toller Umfang, nur für Fans. Wer sich allerdings an One Piece: Burning Blood herantraut, bekommt ein grandioses Spiel geboten, das auf den ersten Blick einfach wirkt, aber durch seinen Overload an Effekten und seinen hohen Schwierigkeitsgrad mehr als einen Controller als Tribut an den Rage-Gott fordern wird.

Hier könnt ihr One Piece: Burning Blood kaufen.

Auch interessant

One Piece: Burning Blood was last modified: Juni 20th, 2016 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.