Während ich die Zeilen schreibe, herrschen draußen 32° Celsius. Das perfekte Wetter, um die PlayStation 4 zu starten und NHL 17 einzulegen, das pünktlich zum Start der neuen Eishockeysaison in den Spieleregalen der Online- und Retailhändler auftaucht. Das Ding war letztes Jahr der Oberkracher – Kann EA Sports das mit der 2017-Version toppen?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass sich am Spiel selbst nie wirklich viel verändert. Ähnlich wie bei FIFA sucht man die Neuerungen oft im Detail oder in zusätzlichen oder aufgebohrten Spielmodi. Die frappierendste Änderung ist das Menüdesign, welches an die Metro-Oberfläche der Xbox One erinnert. Komplett durchgestylt bis zu den Haarspitzen mit tollen Übergängen, Schriftarten und Farben – Ich bin von Sekunde eins an begeistert! Mein kleines Designerherz hüpft vor Freude als ich durch die flüssige Menüführung navigiere und dabei zwei Neuankömmlinge entdecke, die letztes Jahr noch nicht hier zu finden waren: Draft Championship und World Cup of Hockey.

Für Anfänger und Fortgeschrittene

Für Anfänger und Fortgeschrittene

„Normalos“ werden sich wahrscheinlich auf die Standardsaison und Freeplay 1-on-1s beschränken. Wer ganzjährig NHL-Fan ist, wird um diese beiden neuen Modi nicht herumkommen. In der Draft Championship treten Teams gegeneinander an (hierbei kann man offline gegen die KI oder online gegen andere Spieler antreten) und bekommen jeweils ein Team zugelost. In insgesamt 12 Runden wird dann um den Gesamtsieg gekämpft. Das ist zwar nicht besonders aufregend, kann aber mit den richtigen Mitspielern für einiges an Gaudi sorgen. Der World Cup of Hockey spielt sich wie eine WM, bei dem die europäischen Mannschaften nicht einzeln, sondern als „Team Europe“ mitmachen dürfen. Dieser Modus ist dem derzeit laufenden World Cup of Hockey nachempfunden, der wieder einen spannenden Ausgang verspricht.

Die meiste Arbeit hat EA Sports allerdings in den Franchisemodus gesteckt. Dieser wurde von Grund auf aufgebohrt und mit dem „Be A GM“-Modus zusammengelegt, also quasi eine Management-Simulation, in der man selber Eishockey spielen kann. Hier muss sich der Spieler um Verträge, Scouting, die Team-Moral und Taktiken kümmern, seine Arena erweitern, warten sowie Imbiss- und Ticketpreise anpassen. Das klingt im ersten Moment wie eine nüchterne Version von Theme Park, macht aber auf eine ungewöhnliche Weise Spaß. Die Matches in diesem Modus können simuliert oder selbst gespielt werden, hier ist beachtenswert, dass entweder das gesamte Team (wie man es gewohnt ist) oder nur ein einzelner Spieler gesteuert werden können.

Die Spielererstellung birgt ein überarbeitetes Menü und wesentlich mehr Torjubel als zuvor. Das eigentliche Erstellen des eigenen Spielers ist dafür immer noch etwas funktionsarm gehalten, was aber wahrscheinlich der Performance im eigentlichen Spiel zu verdanken ist. Die wäre bei komplexeren Gesichtern wahrscheinlich zu schlecht. Aber mal abwarten, womit die Macher nächstes Jahr in dieser Hinsicht aufwarten. Mit der kameraunterstützten Spielererstellung der NBA2k-Reihe kann NHL 17 bislang unter keinen Umständen mithalten.

NHL Kommentar

Die englischsprachigen Kommentatoren von NBC werden vor jedem Spiel im Bild gezeigt; Sie unterhalten sich über das anstehende Match. Dieses kurze Video und das erste Spiel, das man in NHL 17 bestreitet, sind noch wahnsinnig beeindruckend, sobald sich aber im nächsten Match alles zu wiederholen scheint, tritt die Ernüchterung relativ schnell ein. Die erinnert stark an die FIFA-Kommentatoren, die man eigentlich als erste Aktion im Spiel immer sofort ausschaltet. Kein Vergleich zur hauseigenen Madden-Kommentatorenriege, wo einfach alles richtig gemacht wird.

Dafür sieht im eigentlichen Spiel alles aus wie vorher, das hat ja auch gut funktioniert. Die Frostbite-Engine zaubert ein etwas kontrastarmes aber dafür unglaublich flüssiges Bild auf den Bildschirm. Die Trikots flattern im Fahrwind, was gigantisch gut aussieht. Lediglich das altbekannte Problem der Spielerkollisionen und der Aneinanderreihung von Animationssequenzen wirkt etwas hakelig und zerstört schnell die Illusion, es hier mit einem echten Eishockeyspiel zu tun zu haben. Die sporadisch im Publikum gezeigten Mannschaftsmaskottchen lockern die ansonsten steife Präsentation des Spiels etwas auf. Auch das macht Madden besser, bei NHL 17 fehlt mir persönlich das typische Eishockey-Feeling mit seiner Energie und seiner Martialität.

Unter dem Strich gibt es in NHL 17 kaum erwähnenswerte Änderungen zum Vorgänger. Die Neuerungen sind fast alle spielmodibezogen, dafür ist das neue Menü einfach zuckersüß. Wer nicht unbedingt immer den allerneuesten Teil braucht, kann auch erstmal NHL 16 spielen, Hardcorefans greifen aber wie gewohnt zu neuen Teil, alleine, um den World Cup of Hockey zu spielen.

Auch interessant

NHL 17 was last modified: September 17th, 2016 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.