THQ schickt uns zurück in die gute alte Zeit der Arenashooter. Also den Raketenwerfer ausgepackt und den Fragcount in die Höhe treiben!

Schnelles Gameplay, Jump-Pads, bunte Lichter… So sind uns die Arenashooter der Jahrtausendwende in guter Erinnerung geblieben. Mittlerweile mussten diese aber der nächsten Generation Shooter weichen und verweilen nun friedlich 6 Fuß unter der Erde. Nun kommen da aber Illfonic (Entwickler) und THQ (Publisher) mit dem Spaten auf den Spielefriedhof getrottet, bereit zu tun, was nötig ist.

Das Spielprinzip ist ebenso einfach wie genial: Maximal 4 Spieler ballern 4 weiteren Spielern in die digitalen Klöten. Dabei helfen Raketenwerfer, Shotguns und sieben weitere futuristisch gestylte Waffen. Leider finden sich hier zu wenige eigene Ideen, alles scheint zu sehr vom großen Vorbild Q3:A abgekupfert zu sein, was sich durch so ziemlich alle Bereiche des Spiels zu ziehen scheint. Die Levels sind zwar verhältnismäßig hübsch, zeigen aber wieder zu wenig Eigeninitiative – wenigstens kommt so das Retro-Feeling auf Hochtouren.

Als „neues“ Element bringt Nexuiz die sogenannten „Mutatoren“ mit sich. Auf jeder Map gibt es ein (respawnendes) Item, das dem Spieler erlaubt, die Spielwelt auf über 100 verschiedene Weisen zu manipulieren. Die Schwerkraft verringern? Check. Die Spielwelt schwarz-weiß machen? Check. Den Gegner wegteleportieren? Check. Hierdurch wird das sonst sehr berechenbare Gameplay auf eine neue Stufe gebracht und jedes Match ist einzigartig, ob das nun Team Deathmatch oder CTF ist.

Gut, Nexuiz ist nicht neu; PC-Spieler kommen bereits seit 2005 in den Genuss dieser Perle, allerdings noch mir der idTech3-Engine. Illfonic hat dem frischen Konsolenport die CryEngine3 spendiert und alles etwas aufpoliert, damit auch Besitzer einer Xbox360 grinsend den Abzug drücken können. Die aufgebohrte Version kommt dann später, wahrscheinlich im Frühjahr, auch für PS3- und für PC-User.

Nexuiz macht unglaublichen Spaß – nicht nur aufgrund des Retro-Feelings, dass mich an die gute alte LAN-Zeit zurückdenken lässt. Zwar kämpfen hier nur maximal 8 Spieler gegeneinander – die Kämpfe sind also eher übersichtlich – für genügend Abwechslung ist aufgrund des schnellen Gameplays und der Mutatoren allerdings gesorgt. Der Chill-Out-Soundtrack wirkt etwas deplatziert; ich vermisse die treibenden E-Gitarrensounds von Q3:A. Ein weiteres Manko: Sobald ein Spieler das Match verlässt, wird der Slot nicht neu befüllt. Heißt im Klartext, dass es vorkommen kann, dass Team Blau mit 4 Spielern gegen einen einsamen roten Recken kämpft.

Für 800 Points über XBLA kann man aber keine Fresse haben und sollte schleunigst zuschlagen. Für ein Spielchen zwischendurch bringt Nexuiz die optimalen Voraussetzungen mit sich. Ein klassischer Multiplayer-Arena-Shooter eben. Wer keine Freunde hat oder nicht so gerne online spielt, kann sein Können auch an gut gescripteten Bots testen – einen Singleplayer-Modus sucht man verständlicherweise vergeblich.

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Nexuiz was last modified: März 5th, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.