Versteht mich nicht falsch: Auf dem PC habe ich Diablo 3 gefühlt mehrere hundert Mal gespielt. Auch wenn direkt nach Release (die Älteren unter uns mögen sich noch erinnern) der berühmt-berüchtigte Error 37 meinen Spielspaß anfangs enorm trübte.

Irgendwann – und das überraschte so ziemlich jeden – veröffentlichte Activision Blizzard den Schnetzelhit auch für die PlayStation 4 (und alle anderen Konsolen. Aber diese Versionen habe ich nicht gespielt). Lange, lange Zeit habe ich mich davor gedrückt, die „Ultimate Evil Edition„, also quasi die Komplettversion inklusive dem Reaper of Souls-Addon, anzufassen. Zu frisch waren die Erinnerungen an Neu-Tristram, den Skelettkönig und die ewig langen Felder des Elends. Wenn man ein Spiel bis zum Exzess spielt, kann es einem schon mal zum Hals raushängen.

Nun kam es aber, dass ich ein günstiges Angebot entdeckte und mir Diablo 3 doch noch zulegte. Momentan kriegt man den Klopper für um die 20 Euro, was, gemessen am Spielspaß und der Spielzeit, die man dafür bekommt, lächerlich wenig ist.

Ich hatte schon viel Gutes über den Konsolenport gehört, vor allem die Controllersteuerung sollte atemberaubend gut sein. Und tatsächlich: Es funktioniert. Wo man einst Sehnenscheidenentzündungen vom vielen Klicken bekam, verrichtet nun eine Ein-Stick-Ein-Button-Steuerung ihren Dienst. Das Zielen ist enorm einfach, auch wenn man sich erst an die etwas merkwürdige Verteilung der Skills über die Buttons gewöhnen muss. Dort, zum Beispiel, wo viele Spiele die Vierecks-Taste als primären Angriff verwenden, setzt Blizzard die X-Taste als Standard. Nicht weiter tragisch, in den ersten Minuten des Spiels dennoch gewöhnungsbedürftig.

Grafisch sieht Diablo 3 auf dem großen Bildschirm top aus. Alles läuft superflüssig, selbst wenn gefühlt hunderte Gegner gleichzeitig dargestellt werden. Die Spielermodelle sind bei näherer Betrachtung eher mit der groben Kelle geschnitzt, aber immerhin hat Diablo 3 auch schon vier Jahre auf dem Rücken. Außerdem sieht man den Charakter lediglich im Pausenmenü überdimensioniert groß. Das Spielinterface wurde so umgestellt, dass Ressourcen und Lebensenergie nun übersichtlich in der linken unteren Bildschirmecke prangen, so dass der Spieler nicht ständig den Kopf hin- und herwerfen muss.

Das Addon, das ich in meiner damaligen Diablo 3-Zeit ausließ, unterscheidet sich im Spielfluss sehr vom Hauptspiel. Kaum noch (was ich als äußerst positiv betrachte) ist der Spieler gezwungen, ständig die prozedural generierten Gebiete nach Schlüsselevents oder -gegenständen abzusuchen, vielmehr scheint der Spielfluss hier wesentlich gerichteter zu sein. So ist das Addon in seiner Story unglaublich schnell durchgespielt, besonders im Vergleich zum überlangen ersten Akt der Hauptgeschichte.

Besonderes Feature der Konsolenfassung von Diablo 3: Couch-Koop. Wer möchte, kann sich im heimischen Wohnzimmer zu viert an einem Bildschirm durch unendliche Gegnermassen metzeln, vorausgesetzt, man erkennt dann auf dem Bildschirm noch was. Wer gerade Besuch da hat, kann diesen sogar zum Online-Spiel dazuholen, wichtig hierbei ist, dass maximal vier Spieler insgesamt gleichzeitig in einem Spiel sein können. Die Konstellation von Online- und Lokalspielern ist hierbei egal.

Ich bin positiv überrascht, wie gut der Port auf die PlayStation 4 geworden ist und wie viel Spaß ich auch Jahre nach Release immer noch mit dem Spiel haben kann. Besonders der Faktor, dass ich jetzt wie ein Sack auf dem Sofa liegen und trotzdem Dämonen, Skelette und Ziegenmenschen ins Nirvana schicken kann, gibt zusätzliche Pluspunkte. Diablo 3 ist meine absolute Empfehlung, selbst wenn man schon hunderte Stunden auf dem PC investiert hat. Großes Kino!

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Nachgeholt: Diablo 3 was last modified: Juli 27th, 2016 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.