Manchmal muss ich Spiele, die ich mir frisch gekauft habe, aus Zeitgründen etwas länger liegen lassen. Irgendwann kommt immer eine Trockenperiode, in der ich Schätzchen, die schon etwas angestaubt in der Ecke stehen, wieder raushole und ihnen endlich die Aufmerksamkeit zukommen lasse, die sie verdienen (oder auch nicht). Im Falle von Battlefield 4 konnte ich kurz nach Release sogar schon einen Teil der Kampagne spielen, musste dann aber abbrechen.

Den Vorgänger, Battlefield 3 habe ich bis zum Exzess auf dem PC gespielt. Erst die Beta, dann die Kampagne, dann den Multiplayer. Ich war sogar relativ gut. Da aber meine PC-Spieler-Zeiten vorüber sind, bin ich auf die PS4-Fassung des Nachfolgers umgestiegen und konnte in den letzten Tagen endlich die Kampagne beenden. Den Multiplayer werde ich wohl weitestgehend unangetastet lassen – Das macht mir auf der Konsole irgendwie keinen Spaß.

Ich konnte mich sogar noch relativ gut an die ersten paar Kapitel erinnern – Zusammen mit der doch recht intuitiven (weil immer gleichen) Steuerung des Shooters lag die Eingewöhnungszeit bei ungefähr ziemlich genau Null, weswegen das fröhliche Ballern sofort losgehen konnte. Ich bin eigentlich kein großer Fan davon, in solch gesundheitskritischen Spielen mit der Bleischleuer nach vorne zu preschen, wild um mich zu ballern und zu hoffen, dass ich überlebe. Vielmehr halte ich mich in der BF4-Kampagne gerne im Hintergrund, da die Gegner-KI zu blöd ist, um tatsächlich ernsthafte Angriffe auszuführen. So sitze ich also mit meinem Scharfschützengewehr in meiner Deckung und schieße einem Schergen nach dem anderen in den Kopf, denn das spart nicht nur Munition, sondern beschert meinem Punktekonto auch zusätzlichen Punkteeingang. Das ist zwar letztlich nicht ausschlaggebend für den Erfolg der einzelnen Missionen, verschafft mir allerdings beim Überschreiten einer bestimmten Punktegrenze eine Trophäe. Die mag ich.

Grafisch ist Battlefield 4 auch in der Konsolenfassung immer noch „wow!“. Ich staune immer wieder, wie toll das Spiel heute noch aussieht. Die Lichteffekte, die Texturierung, die flüssige Wiedergabe – In Kombination mit dem atmosphärischen Sound ein echter Leckerbissen. Ab und zu buggt das Spiel etwas zu sehr rum, ein Manko, das die Jungs und Mädels von DICE leider immer noch nicht in den Griff bekommen haben. Ich musste sogar eine Mission neustarten, weil gar nichts mehr funktionierte, ein Problem, das ich bisher nur bei Aliens: Colonial Marines hatte. Und wir alle wissen, was das bedeutet. Immer wieder gibt es kleinere Probleme mit KI-Laufwegen, Event-Triggern und Clipping, was aber keinen Einfluss darauf hat, dass vom reinen Spielerlebnis her unter dem Strich immer noch Freudentränen stehen.

Die Story ist gewohnt doof. Ein ständiges Hin und Her mit flachen (oder viel zu übertrieben geschriebenen) Charakteren und mehr als dünnen Intentionen. Schulterzuckend drücke ich nach Spielende die Credits weg und fühle nichts. Keine Ahnung, warum eine gute Story immer noch als weniger wichtig erachtet wird, als Bombastexplosionen und Action (die hier zwar grafisch unglaublich gut ist, von der Inszenierung aber immer noch hinter einem Call of Duty: Modern Warfare 3 steht). Obwohl es nicht immer nur darum geht, möglich viel in die Luft zu jagen, mache ich das ab und zu mal ganz gerne. Dafür war Battlefield 4 optimal. Nicht nachdenken, sonder einfach nur Gegner wegballern. Dank des genialen Gunplays ging das hier auch ganz gut von der Hand.

Zur Zeit veranstaltet Electronic Arts einen digitalen Sale, der es Spielern, die es ebenfalls noch nachholen wollen oder einen (wahrscheinlich) guten Multiplayer-Shooter suchen, das Spiel auf sämtlichen Plattformen für läpsche 5 Euro zu erwerben. Battlefield: Hardline gibt es zum selben Kurs, ist aber bei Weitem nicht so gut.

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Nachgeholt: Battlefield 4 was last modified: Juni 27th, 2016 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.