ISVIND

ISVIND

Es ist immer wieder erstaunlich: Gemäßigter Alkoholkonsum am Vorabend verhindert tatsächlich Kater! Allerdings ist am zweiten Tag alles andere als schönes Grillwetter angesagt, daher muss mein eigenes Pulled Pork noch einen weiteren Tag in der Kühlbox bleiben. Also erst mal ein Bier zum Frühstück und dann abwarten, bis der morgendliche Grindzirkus (Sprich: Spasm) vorbei ist. Gar nicht meine Baustelle.

Isvind locken mich da schon eher aus der Reserve, aber Corpsepaint und Tageslicht vertragen sich einfach nicht so gut. Nichts desto trotz geben sich die Norweger Mühe und liefern einen routinierten Gig ab, den ich mir bis zum Schluss ansehe. Katalepsy wiederum schlagen in eine modernere Death Metal-Kerbe, nach ein paar Songs mache ich mich dann auch in Richtung Merch-Meile auf, um am FDA-Stand noch das eine oder andere Shirt abzugreifen. Auch hier kosten die meisten Shirts 12 €, was für heutige Verhältnisse mehr als fair ist.

goatwhore

Goatwhore

Pünktlich zu Goatwhore geht’s dann aber wieder Richtung Bühne, um mir die Rübe zum sumpfigen Südstaaten-Death abzuschrauben. Das Quartett ist mittlerweile auch schon fast 20 Jahre dabei, aber irgendwie ging’s erst mit dem sechsten Longplayer vor zwei Jahren bergauf. Mittlerweile wächst die Menge vor der Bühne deutlich an und die Band erntet weit mehr als nur Höflichkeitsapplaus, was beim starken Songmaterial auch kein Wunder ist. Illustre Titel wie Fucked By Satan und die nietenbesetzen Armstutzen von Shouter Louis tun ihr übriges.

Wolfbrigade dürfen als nächstes ran und werten die musikalische Bandbreite des Party.San mit ihrem crustigen Gebolze auf. Das gefällt und regt den Durst an. Auf der Suche nach dem nächsten Bier lerne ich zufällig Hag von Captor kennen, einer kultigen Truppe, die sich leider nach ein paar Demos anfang der 90er aufgelöst hat. Gemeinsam lassen wir uns von Bierstand zu Bierstand treiben und schauen kurz im Zelt bei Cryptic Brood vorbei. Die Wolfsburger holzen mit sattem Sound durchs Gebälk und beweisen, dass wir in Deutschland derzeit eine sehr lebendige Death Metal-Szene vorzuweisen haben!

boelzer

Bölzer

Nahtlos geht es weiter mit Bölzer. Im Vorfeld war ich gespannt, wie das Duo sich bei Tageslicht auf einer großen Bühne schlagen würde, aber meine Angst war unbegründet! Fronter KzR hat einfach eine charismatische Bühnenpräsenz, mit de rer die Mainstage komplett für sich einnimmt. Höhepunkt des Sets ist natürlich The Great Unifier, aber besonders das neue Material macht Lust auf eine neue Scheibe!

Angelcorpse ballern im Anschluss ihren US-Death Metal ins Volk und machen dabei keine Gefangenen, können meines Erachtens aber nicht ganz mit den darauf folgenden Deströyer 666 mithalten. Der Black Thrash der Australier, deren Frontmann K. K. Warslut gerne mal mit provozierenden Statements für Aufsehen sorgt, geht gut in den Nacken und lässt hier und da sogar Bathory-Momente aufkommen. Egal ob im Club oder auf der Festival-Bühne: Die Band ist live immer eine Bank.

Während Equilibrium und Dying Fetus gönne ich mir aber zunächst eine Verschnaufpause, schließlich müssen auch die Gerstensaftreserven wieder aufgefüllt werden. Hierzu eignet sich dieses Jahr auch ein spezielles Zelt, in dem Party.San-Whisky und das Behemoth-Sacrum Bier angeboten werden.

exodus

Exodus

Um 22:50 ist dann endlich wieder alte Schule angesagt: Exodus brettern los! Früh im Set taucht schon der Titeltrack ihres letzten Albums, Blood In, Blood Out, auf und neben den altbekannten Standards hat sich nach all den Jahren auch War Is My Shepherd vom 2004er Comeback-Album Tempo Of the Damned zu einem echten Hit gemausert. Kragen Lum fügt sich mittlerweile perfekt als Gary Holt-Ersatz ins Bandgefüge ein und lässt den ins Slayer-Lager gewechselten Saitenhexer kaum vermissen. Die Spielfreude der Musiker springt auch auf das Publikum über und so kommt es schnell zu den ersten Circle Pits im vorderen Bereich.

Headliner des heutigen Tages sind Carcass, die den Energielevel von Exodus locker halten können und mit chirurgischer Präzision durch ihre Songs metzeln. Leider habe ich zu so später Stunde schon ordentlich Schieflage, kann mich aber noch halbwegs durch einige der Songs bangen, bevor ich beinahe den Asphalt mit meinem Bett verwechsle. Besser erstmal keine Metaldisco heute!

Zu Tag 1 hier entlang.

Auch diesmal wieder Dank an Oliver Janka (www.metalshots.de) für die Bereitstellung der Photos!

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Nachbericht Party.San 2016, Tag 2 was last modified: September 5th, 2016 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.