Bevor die MS Arrcade am 2.Mai im Jahre MMXIV unter dem Kommando von Captain Yorck und Leichtmatrosin Pam die Segel Richtung Tilburg, NL, zum Neurotic Deathfest setzte, wurde zunächst ein duisburger Plattenladen frequentiert. Selbst für 1,5 Stunden Fahrt kann man einfach nicht genug CD’s an Bord haben! Zur Stärkung gabs noch Burger bei einem aus rechtlichen Gründen nicht näher zu nennenden Fastfood-Riesen. Vollgefressen und stilecht mit gekröntem Haupt begaben wir uns also auf den Highway nach Oranje-Country, nur um uns vier Belphegor-CD’s später im Stau wieder zu finden… Während der fünften Scheibe gings dann endlich auf der Standspur weiter.

DraussenEin kurzer Blick auf die Uhr bestätigte unsere Angst: Deceased konnten wir knicken! Endlich angekommen, stellten wir unser Auto im angrenzenden Parkhaus Tivoli ab. Der Tagestarif von 14,50 € stellte sich als fair heraus, waren es doch nicht mal 200 Meter bis zum Eingang des Clubs. Das 013 gleicht mit seiner ungewöhnlichen Außenverkleidung einem einladenden Sofa und so verschwendeten wir keine Zeit mehr. Einmal drin, verschlang der Getränkemarkenautomat (ein Wort für die nächste Scrabble-Partie!) sogleich die ersten Scheine. Saftige Preise von 2,50 € für ein 0,23 l Reagenzgläschen und 5 € für den 0,5er Humpen hinterließen einen faden Beigeschmack, aber der Durst trieb uns zur Theke…

Somit hieß für uns die erste Band des Tages Antropomorphia. Die Niederländer gaben den Opener auf der Second Stage und lieferten eine solide Performance ab, der man die 25-jährige Erfahrung der Truppe anmerkte.

Aborted2Direkt im Anschluss brachten Aborted die Main Stage zum Beben. Auf dem Backdrop konnte man das Artwork des neuen Albums The Necrotic Manifesto bestaunen.

Die Belgier genossen den Gig sichtlich und präsentierten einen gut durchmischten Set, der Appetit auf die anstehende Headliner-Tour machte, wirkten aber ein wenig verheizt, wenn man die frühe Spielzeit (19:00 Uhr) beachtet.

Spasm1Ordentlich sexuelle Schwungmasse gab’s danach bei Spasm zu bestaunen. Shouter Radim betörte die Anwesenden Porngrind-Jünger mit Borat-Anzug und Dildofresse. Über Geschmack lässt sich Streiten, aber Pam schmolz ob der dargebotenen Groteske dahin wie Butter…

Ein Stagediver nach dem anderen sprang vom Bühnenrand und tauchte reibungslos in die Menge ein, die den „Drum’n’Bass Gigolo Goregrind“ (O-Ton Spasm) der Tschechen heftig feierte. Yorck, ganz der Traditionalist, genehmigte sich derweil ein Bier, um die seiner Meinung nach nervigen Pigsqueals auszublenden. (Er wird einfach alt! – Anm. d. Red.)

Pungent Stench3Nach einer kurzen Verschnaufpause und einem Rundgang durchs reichlich mit Merchständen besetzte Foyer freuten wir uns auf eine der z. Zt. umstrittensten „Reunions“ im Death Metal-Bereich: Shirenc Plays Pungent Stench. Pünktlich um 21:10 Uhr legte die neue Formation um Pungent Stench-Gründungshälfte Martin Shirenc aka Don Cochino los und ballerte uns einen mit Hits und Raritäten gespickten Set vor den Latz. Man kann über diese Reunion denken, wie man will (Man beachte dieses Statement!), aber Yorck fühlte sich bei Groovemonstern wie dem Klyster Boogie sowie dem abschließenden Smasher Viva La Muerte pudelwohl (Da fühlt er sich wieder jung! – Anm. d. Red.). Zwar verwandelte sich das 013 nicht grade in einen Club Mondo B., aber das tat der Spielfreude des Trios keinen Abbruch. Immerhin befindet sich mit Mike Gröger ein ehemaliger Hollenthon-Kollege Martin’s hinter der Schießbude, der seine Sache ausgezeichnet durchzog.

Die folgende Band kann man ebenso getrost zu den Urvätern der Szene zählen, auch wenn lediglich noch Blastgott Pete Sandoval aus dem Original-Lineup verblieben ist. Das neuere Material fällt gegenüber den Abrissbirnen vom Debüt aus 1989 zwar ab, tut der Gesamtperformance aber keinen Abbruch. Totaler World Downfall (im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man die Setlist betrachtet!), der den Jungspunden nochmal gezeigt hat, wo der Bartel den Grind holt!

Prostitute disfigurement1Ohne Umschweife ging es wieder zurück zur letzten Band des Abends auf der Second Stage: Prostitute Disfigurement. Die niederländischen Lokalmatadore hatten zunächst mit einigen Soundproblemen zu kämpfen und konnten dadurch erst mit 15-minütiger Verspätung loslegen. Umso motivierter ließen sie ein Riffgewitter nach dem anderen los und heizten dem prall gefüllten Raum ordentlich ein. Neben alten Songs hatten sie auch Material ihres brandneuen Albums From Crotch To Crown im Gepäck. Ob sich der Titel auf die extrem lange Matte des Bassisten bezieht, ließ sich leider nicht klären… Die Meute machte auch zu später Stunde nicht schlapp und schüttelte ebenfalls das fleißig das Haupthaar.

Da es beim Neurotic Deathfest leider keinen Zeltplatz gab und die Hotels restlos ausgebucht waren, begaben wir uns mit dem Auto wieder Richtung Heimat. Aus terminlichen Gründen mussten wir den Samstag zwar sausen lassen, aber freut euch auf Teil II, in dem ihr erfahrt, wie Grave, Misery Index und vor allem Gorguts am Sonntag nochmal die Knüppelpüppchen tanzen ließen!

The YouTube ID of a0YcDMvqzZw is invalid.

Auch interessant

Nachbericht: Neurotic Deathfest 2014 in Tilburg (NL) was last modified: Mai 28th, 2014 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.