296070_screenshots_2014-07-31_00002Mit Gone Home und Dear Esther feierten Spiele, die ich als „Walking-Simulator“ bezeichnen würde, immense Erfolge. Das Spielprinzip: Der Spieler geht gemächlich durch eine meist wunderhübsch gestaltete Welt und bekommt indes eine Story kredenzt. Im Falle von Gone Home ist das mit einem etwas ausufernden Suchspiel verbunden, das Grundprinzip bleibt allerdings bestehen.

Jüngst zelebriert ein weiterer Vertreter dieses Genres auf Greenlight seine Steam-Veröffentlichung: Mind: Path to Thalamus. Entwickler Carlos Coronado  kombiniert gekonnt verschiedene Genres in einem unkomplizierten und dennoch forderndem Gameplay. Ein storygetriebener First-Person-Puzzler versetzt den Spieler in eine fantastische Welt, die einzig im Kopf eines im Koma liegenden Vaters existiert, der jüngst durch sein eigenes Verschulden seine Tochter verlor.

296070_screenshots_2014-07-31_00013Über die Rätsel, die sich dem Spieler in den Weg stellen, kann man ruhig hinwegsehen. Diese sind meist auf den ersten Blick zu verstehen und entsprechend zu lösen – Aber den Anspruch eines bockschweren Games stellt Mind auch gar nicht. Vielmehr agieren die Puzzles hier als Mittel zum Zweck um den beschwerlichen Weg zu visualisieren, den der Vater zu gehen hat, im Konstrast zum Dear Esther-typischen Immer-Geradeaus-Laufen.

296070_screenshots_2014-07-31_00010Das Hauptmerkmal und absoluter Kaufgrund des Spiels wird wohl zweifelsohne die grafische Präsentation sein. Bedingt durch die restriktierte Spielwelt und oft leidglich einen einzigen gangbaren Weg, kann hier die Grafikpower der Unreal Engine voll ausgereizt werden. Tolle Licht- und Spiegeleffekte, HDR-Lighting, Gezielter Einsatz von extremer Unschärfe – Alles vom Feinsten. Lediglich an der Levelgeometrie könnte noch etwas gefeilt werden, denn zum Teil erscheinen Höhlengänge etwas sehr mit der groben Kelle geschnitzt, das können alle Effekte der Welt nicht kompensieren.

Das als First-Person-Puzzler angepriesene Spiel ist weniger ein Puzzler, als ein atmosphärisches Story-Game mit etwas zu viel Backtracking innerhalb bestimmter Levelabschnitte. Come for the puzzles, stay for the atmosphere.

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Mind: Path to Thalamus was last modified: August 5th, 2014 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.