Ich bin ja eigentlich schon ziemlich lange in der Welt der Videospiele unterwegs und ebenso lange flattern regelmäßig Bestellungen in die heimische Arrcade-Basis ein. Aus dem Inland, aus dem Ausland, aus Übersee… Von überall her bestelle ich mir Spiele (und Merchandise) ins Haus. Und bis dato blieb ich auch vom lästigen Akt verschont, Ware vom Zoll abholen zu müssen. Bis heute.

Ich muss etwas ausholen. Vor einiger Zeit – mittlerweile sind knapp vier Wochen vergangen – fand ich auf zavvi.de (offenbar lediglich ein übersetzter Ableger von zavvi.com) ein gutes Angebot für ein Spiel, das ich nicht unbedingt spielen wollte, da ich Angst vor seiner ausufernden Größe hatte: The Witcher 3 – Wild Hunt. Damals hätte ich auch durchaus noch Zeit dafür gehabt, mit Just Cause 3 und Fallout 4 im Nacken, ist meine Freizeit am Jahresende limitiert, da sowohl hübsche Inselgruppen, als auch das Bostoner Ödland erkundet und beschossen werden möchten. Aber davon mal abgesehen: Eine Bestellung, die so lange unterwegs ist, wurde meist verloren oder gestohlen.

Der zavvi-Kundenservice konnte mir nicht weiterhelfen. Von dieser Seite aus kamen oft nur automatisierte Antworten, aber das Feedback aus UK wurde schlagartig noch uninteressanter, da ich eine nette Nachricht vom Zoll im Briefkasten fand. In gewohnt überflüssigem Amtsdeutsch wurde mir erklärt, dass eine Sendung auf mich wartet. Den unmöglichen (!) Öffnungszeiten folgend, investierte ich zwei Stunden meiner Überstunden und nach die Straßenbahn gen Zollgebäude, dass sich am absoluten Arsch von Düsseldorf befindet (sofern man hauptsächlich im Zentrum unterwegs ist, so wie ich).

Voraussetzung zur Abholung des Päckchens war, dass ich die Rechnung / Zahlungsanforderung in ausgedruckter Form mitbrächte. Zavvi wollte 29.90 Euro haben, und so langsam bekam ich Angst, dass die Behörde Zoll- und Lagergebühren erheben würde, die in ihrer Summe den Witcher wieder zum Vollpreistitel machen würde. Glücklicherweise war dem nicht so. Lediglich 5,68 Euro wollten die Gestalten dort haben, denn offenbar fielen die Lagergebühren von stolzen 50 Cent pro Tag weg, so dass ich nur noch die ausstehende Mehrwertsteuer bezahlen musste. Glück gehabt.

Allerdings hätte ich auch die ungefähr sechs Euro noch sparen können, wäre ich nicht knapp über der Freigrenze von 26,30 Euro gewesen. Ab da ist die Einführung nämlich kostenfrei, sagte die nette Sachbearbeiterin beim Zoll, während sie laut irgendwelche Dokumente stempelte. Offenbar war ich bis dato immer unterhalb dieser Grenze geblieben, wenn ich irgendwelchen Kram bestellt habe. Ich bin wohl nicht nur ein Sparfuchs, sondern auch unbewusst schlauer als ich aussehe.

Jetzt muss ich nur noch die Vorweihnachtsflut von Videospielen hinter mich bringen, dann darf ich auch endlich zu Pferd die weiten Welten vom Witcher erkunden.

Besser spät als nie.

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Mein erstes Mal beim Zoll was last modified: Dezember 8th, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.