Lange ist es her, da verzückte uns ein kleines, aber helles Licht mit einem völlig neuen Spielkonzept. Acht Elemente, die in gefühlt unendlich vielen Kombinationen Zaubersprüche hervorbrachten, die im schlimmsten Fall die eigene Spielfigur ins digitale Nirvana befördern, im besten Fall allerdings verheerenden Schaden an Trollen, Orks und anderem Fantasygekröse verursachten. Als niedlicher Zauberer durchkreuzten die Spieler dabei eine quietschbunte Rollenspielwelt voller Over-The-Top-Referenzen aus der Populärkultur. Das Entwicklerteam Paradox versorgte die Spieler bis vor Kurzen mit einer Unmenge (!) an Paid-DLCs: Skins, Waffen, Spielmodi… Ein Blick auf die Steamseite des Spiels offenbart eine lange, lange Liste an herunterladbarem Inhalt. Doch so sehr die Magicka-Schmiede auch bemüht war, die Magie-Kuh zu melken, arbeitete sie offensichltich fleißig im Hintergrund an einem neuen Abenteuer: Magicka 2.

Erstmals kann ich jetzt also auf der PlayStation 4 (und auf dem PC) zaubern, was der Controller hergibt. Und wer aufgepasst hat, weiß schon, dass genau da das größte Manko des Spiels liegt: Acht Zauberelemente (Feuer, Eis, Wasser, Stein, Schild, Heilung, Blitz und Arkan) und drei Modifikatoren. Das bedeutet Verwirrung pur und eine Eingewöhnungszeit, die weit über die Länge des bewusst kurzgehaltenen Tutorials hinausgeht. Die Tasten des PS4-Controllers werden hier mehrfach belegt, was einige Element-Kombinationen relativ kompliziert macht. Was selbst am PC trotz Belegung der QWER-ASDF-Tasten anfangs schwierig zu überblicken ist, nagt bei der Konsolenfassung stark an der Lebensenergie der niedlichen Spielfigur.

Denn die drei Modifikatoren sind: Gerichteter Zauber, Umgebungszauber und Zauber auf die Spielfigur. Kurz die falsche Taste gedrückt, kann der Spieler erheblichen Schaden nehmen. Besonders, wenn man zuvor durch Wasser gewatet ist und einen Blitzzauber castet. Das hat oft einen schnellen Tod zur Folge. Aber Dank des neuen Speichersystems ist das halb so wild. Eine kleine Fee (ein Schelm, wer hierbei an die Abenteuer eines spitzohrigen Hylianers denkt) begleitet den Spieler und belebt diesen genau ein Mal nach dessen Ableben wieder. Die Fee kehrt nach dem Abschluss einer größeren Konfrontation zurück und beschert so bei Bedarf wieder neues Leben. So kommt man – sofern man die hohe Kunst des fingerverdrehenden Controllerzauberns beherrscht – relativ fix durch die prozedural generierte Spielwelt.

Die Gebiete sind – genau wie im Vorgänger – voller (mehr oder weniger) versteckter Gags und Anspielungen. Zum Teil kann man nicht anders, als laut zu lachen, ob der Abstrusität dessen, was sich da gerade auf dem Bildschirm anspielt. Dabei wird in allen Gebieten gefischt, und selbst, wer kein Meganerd ist, wird die ein oder andere Referenz verstehen.

Aber so richtig, richtig Spaß macht Magicka 2 – wie immer – erst mit mehreren Leuten. Bis zu vier Spieler können sich zusammentun und die Welt des Titels erkunden. Dabei ist der lokale Multiplayer die witzigste Variante. Denn alles, was man Gegnern und sich selbst antun kann, kann man auch seinen Mitspielern antun. In Brand stecken, explodieren lassen, schockfrosten… Das tut dann auch im realen Leben weh, wenn der getötete Teamkamerad zum physischen Gegenschlag ausholt.

Wer den Vorgänger noch nachholen muss, kann sich durch regelmäßige Angebote (inklusive DLCs) so richtig austoben. Auch im Humble Bundle war der Titel bereits vertreten, schaut also vor dem Kauf mal in eure Steam-Bibliothek, ob ihr es nicht vielleicht schon habt. Magicka 2 kann ab sofort für PC (Steam, 14,99 Euro) und PS4 (14,99 Euro) gegen gesetzliche Zahlungmittel eingetauscht werden.

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Magicka 2 was last modified: Juni 5th, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.