Was lange währt wird endlich gut! Oder? Nach knapp 8 Jahren tönen die Poprocker von Lit wieder mit neuem Album durch die Boxen der Musikwelt.

Die meisten werden Lit noch von ihrem Spätneunzigerhit „Miserable“ (ja, da war Pamela Anderson im Video) oder dem ebenfalls bekannten „My own worst Enemy“ kennen. Seitdem wurde es zumindest in Deutschland ruhig um die fünf Kalifornier. Während sie in den Staaten mit mäßigem Erfolg bis 2004 weiterhin fleißig Musikoutput produzierten, hörten hierzulande lediglich eingefleischte Fans die jüngeren Machwerke der Band.

Da das Management allem Anschein nach nichts an der internationalen Marketingstrategie ändern möchte und den Fokus eher auf den nordamerikanischen Markt zu setzen scheint, gibt es wohl keine andere Möglichkeit, als die Kunde über ein neues Lit-Album per Mund- und Webpropaganda selbst zu verbreiten. Acht Jahre lang wurden die alten Scheiben rauf- und runtergehört, der Tod von Schlagzeuger Alan betrauert und die Daumen gedrückt, dass die Zeit eines neuen Langspielers bald kommen würde.

The View from the Bottom bringt 12 solide Rocksongs mit sich, die zum Teil aber leider nur noch entfernt an alte Tage erinnern. Die Neufindung, die innerhalb der letzten Jahre stattfand hauchte ihrem Stil zwar neues Leben ein, aber realistisch betrachtet werden wir wohl nie wieder ein zweites A Place in the Sun zu hören kriegen. Unter diesem Aspekt betrachtet ist die neueste Lit-Scheibe eine Wohltat für die Ohren und wer genau hinhört wird Ähnlichkeiten zu den Vorgängeralben erkennen können – Plötzliche Stimmungswechsel, der gefühlvolle Druck auf’s Gaspedal und bekannte Harmonien, vermischt mit einem frischen Sound.

Lit-Neulingen seien die alten Werke wärmstens als Einstieg empfohlen – die musikalische Entwicklung ist maßgeblich für das Verständnis der neuen Platte, die ansonsten als 08/15-Rockscheibe abgetan werden könnte. Dass das nicht stimmt wird Kennern bereits innerhalb der ersten Sekunden des Introtracks C’Mon klar. Die bekannte Spannung, die die Harmoniefolgen der Band mit sich bringen und fast schon eine gewisse Reibung erzeugen, sind sofort offensichtlich und ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Platte.

Fazit

Lit haben mit The View from the Bottom wieder ein Rockalbum erster Güte geschaffen. Verzerrte Riffs wechseln sich mit gefühlvollen Parts ab und bringen den gewohnten Sound der Kalifornier mit. Zum Teil vielleicht etwas zu stereotypisch, aber ein wenig Pathos hat noch niemandem geschadet. Ein würdiger Nachfolger einer großartigen Reihe von erstklassigen Langspielern.

Anspieltipps

• C’Mon
• You Tonight
• She Don’t Know

Offizielle Website: www.litband.com

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Lit – The View from the Bottom was last modified: Juni 26th, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.