Hui, man verspricht uns epische Schlachten und grandiose Effekte – in 3D. Ob das auch alles so stimmt…?!

Griechenland, irgendwann vor Christus: Der böse König Hyperion (gespielt von der Botoxgurke Mickey Rourke) schlachtet sich mit seiner Armee durch das Land und versucht, einen magischen Bogen zu finden, um damit die legendären Titanen zu befreien und die Welt zu vernichten. Oder irgend so ein Quatsch. Verhindern muss das Theseus, ein von Göttervater Zeus persönlich trainierter Bauer, der gerne nur in Unterhose rumläuft und betroffen in der Gegend rumguckt.

Dabei war der Trailer doch so vielversprechend: Tolle Effekte und Konzeptvisuals von Tarsem Singh, der ja auch schon The Cell, The Fall und wasweißichnichtnochwas gemacht hat. Was im Trailer noch echt gut klingt, sieht im Film ganz anders aus. Man hat fast den Eindruck, als hätte Mickey Rourkes Gage (oder sein schicker Ohrenkneiferhut) kräftig am Budget geknabbert, so dass jetzt nur noch halbherzig gekloppte China-Effekte den Weg in den Streifen gefunden haben. Da stapeln sich die zweitklassigen Bluescreenaufnahmen und Discountrenderings in fingerdicken Schichten auf der Leinwand, dass einem nicht anderes übrig bleibt, als die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen.

Und während das Auge leidet, kriegt der Gehörgang des Kinogängers auch noch eine kräftige Portion Backenfutter mit auf die Reise. Dialoge wie aus einer ZDF-Seifenoper und (glücklicherweise flaggenlose) Patriotenreden quälen uns 110 Minuten. Als wäre es nicht schlimm genug, dass die hirnlose Story uns zusammenhanglos von Ort zu Ort führt, wo geölte Klemmschwule goldene Designerklamotten aus der Konzepthölle tragen und dabei schwülstig Schwachsinn schwafeln. Zwischendurch gibt’s wenigstens ordentlich auf’s Fressbrett, wobei das stilistische Mittel der Superzeitlupe bis zum kalten Kotzen ausgereizt wird während schlechte Partikeleffekte und Körperteile mittels 3D-Brille auf der Z-Achse gen Betrachter geschleudert werden. Das ist nicht nur albern, sondern auch wirklich lächerlich. Einzig das Headsmasher-Achievement (= 10 Köpfe innerhalb von einer Minute in Superzeitlupe in eine breiige Masse verwandeln), das einer der Götter irgendwann zwischen latent schwuler Lanzenakrobatik und sinnentleertem Blödgelaber erreicht, ist wenigstens noch einen kleinen Lacher wert. Der Rest ist nur zum Heulen.

Zusammengefasst: Mickey Rourke beweihräuchert sich selbst, Regisseur Tarsem Singh zitiert sich selbst und während des Abspanns läuft „I will survive“ (nicht wirklich, aber hätte passieren können). Ein Trauerspiel.

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Krieg der Götter was last modified: Februar 4th, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.