Brutal Death Metal mit technischer Note flattert mir dieser Tage in Form einer 5-Track-CD ins Haus. Kaliira nennt sich die junge Truppe aus Duisburg, deren kryptischer Name sich aus der indischen Göttin Kali und dem lateinischen Wort für Zorn, „ira“, ableitet. Auf ihrem ersten Demo-Silberling Rising Void Doctrine zeigt das Quartett eindrucksvoll, wie moderner Death Metal heutzutage klingen muss. Die Saitenfraktion lässt eigentlich nichts zu wünschen übrig, gediegene Riffatacken hier, vom Bass getragene Groove-Passagen da, lediglich die Rhythmusspuren könnten noch etwas prägnanter (will heißen: druckvoller) klingen, aber das mag auch an meinen Boxen liegen… Besonders angetan haben es mir jedoch die fiesen, teils überlagerten Grunts von Shouter Martin sowie das ausgezeichnete Drumming von Kesselklopper Leander. Letzterer weiß genau, wann er sich mal kurz kurz zurücknehmen muss, um im nächsten Moment wieder einen Mördergroove mit 32tel-Bass vom Stapel zu lassen.

Alle 5 Songs klingen für sich genommen eigenständig, müsste ich jedoch Anspieltipps geben, würde ich mich für Divine Intervention und dem abschließenden Dreadnought entscheiden, das perfekt vertonte Klaustrophobie im Gefechtsturm eines alten Schlachtschiffes darstellt.

Textlich bewegt man sich im Spannungsfeld zwischen Space Marines (genau, die aus dem gleichnamigen Ego-Shooter. bzw. dem Tabletop Warhammer 40k), Endzeitphantasien und eben erwähnten Schlachtschiffen (auch unschwer auf dem Cover zu erkennen…).

Für Old School-Puristen gehen Kaliira vielleicht etwas zu zeitgemäß zu Werke, alle anderen können jedoch gleich bei Bandcamp ein Ohr riskieren und das gute Stück zum Kumpelpreis von 5,00 € + Versand auf der Facebookseite der Band erwerben!

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Kaliira – Rising Void Doctrine was last modified: November 4th, 2014 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.