„Prepare to die“ prangt in großen Lettern auf der Rückseite der Spielhülle. Von wegen, ich bin doch Profi! Dachte ich zumindest…

Hach, Dark Souls. Auch „Das Spiel der tausend Tode“ genannt. Sicher – den Namen haben viele Spiele inne, unter anderem wohl auch Super Meat Boy. Aber so sehr der kleine rote Fleischjunge den Spieler auch frustet: Dark Souls frustet mehr. Endlich komme auch ich in den … naja… „Genuss“ dieses Juwels der Videospielgeschichte und schildere das Erlebte in komprimierter Form.

Introsequenz. Ein unmotivierter Sprecher erzählt mir irgendwas, das ich wahrscheinlich eh nie wieder brauche. Ich erwarte keine hilfreichen Tipps vom schwersten Spiel der Welt – So nennen es wohl die Insider. Die Charaktererstellung ringt mir dann aber schon schwierige Entscheidungen ab; Welche Klasse wähle ich? Und welches Spezial-Item möchte ich mit mir herumtragen? Ich entscheide mich für den Dieb, schließlich habe ich seinerzeit in WoW immer den Schurken gespielt. Schön agil, Crits ohne Ende und zusätzlich hat der Junge einen Masterschlüssel. Das klingt nach Abkürzungen, verborgenen Schätzen und total viel Spaß. Als Item gebe ich ihm irgendwas, was Gesundheit regeneriert mit auf den Weg. Schließlich soll das Spiel ja schwer sein.

So starte ich in einer Zelle in der Unterwelt. Oder irgendwie so was. Ich bin wohl tot/untot/halbtot. Oder irgendwie so was. Egal. Ich habe ein Schwert und verlasse meine Zelle. Auf der Erde finde ich merkwürdig leuchtende Symbole, die mir bei Aktivierung die Steuerung verraten. Etwas merkwürdig ist diese ja schon, bin ich doch gewohnt, mit der X-Taste (Xbox 360) anzugreifen anstatt mit den Schultertasten. Egal – da gewöhne ich mich schon dran. Prompt steht auch der erste, abgemagerte, halbnackte Gegner vor mir. Mehr eine halbverhungerte Trauergestalt als ein ernstzunehmender Gegner – wir sind schließlich auch noch am Anfang – weswegen ich auch keine Probleme habe, das Figürchen mit gezielten Schwerthieben niederzustrecken.

Es folgen mehr Tipps auf der Erde und mehr Hungerhaken zum umknüppeln. So weit, so einfach. Zwar habe ich mittlerweile alle Gesundheits-Spezialitems unnötigerweise aufgebraucht, da ich immer „X“ zum Angreifen drückte und somit jeweils einen der limitierten Tränke verschwendete, aber immerhin bin ich noch nicht gestorben, worauf ich mir schon ein wenig was drauf einbilde. Außerdem habe ich nun auch einen Schild. Seht euch vor, Bösewichte!

Ich betrete ein weißes Licht, während mir einfällt, dass ich ja noch Essen im Ofen habe, das langsam aber sicher zu Braunkohle wird. Ich lege den Controller zur Seite und haste gen Küche als ich von einem riesigen Dämonen angegriffen werde (dem ich vorher noch geschickt entwischt war). Mein erster Tod. Und schon finde ich die erste Gemeinheit des Spiels: Eine „Pause“-Funktion fehlt völlig. Wer grade mal kacken will oder – wie ich – sein Essen aus dem Ofen ziehen muss, der hat einfach Pech gehabt.

Glücklicherweise habe ich kurz vorher einen Respawnpunkt aktiviert. Was mich wundert ist, dass die Gegner, die ich zuvor niedermetzelte, alle wieder an ihren angestammten Positionen stehen. Verstehe. Sobald ich sterbe, speichere oder am Lagerfeuer meine Gesundheit regeneriere, respawnt die gesamte Monsterversammlung. Das ist ja fies.

Ich kämpfe mich weiter durch die wenigen, aber enorm starken Untoten und muss langsam wirklich anfangen, an meiner Kampftechnik zu feilen. Blocken, Riposte, harter Schlag, Ausweichen. Das ist echt nicht leicht. Gerade der Dämon, vor dem ich wenig später erneut stehe, teilt ordentlich aus. Aber der liegt auf bald mit dem Gesicht im Dreck. „Schwer“ fand ich das bisher nicht. „Fordernd“ wäre der passendere Ausdruck.

Dies ändert sich aber spätestens im nächsten Spielabschnitt, genannt „Undead Burg“ (ja, ich spiele es auf englisch). Wie der Name bereits vermuten lässt. hausen hier die Untoten. Bewaffnet mit Schwert und Schild, Pfeil und Bogen oder mit wirklich schmerzhaften Brandbomben, stehen diese im heimischen Steinhaus herum, als gäbe es nichts Schöneres. Außer natürlich, es nähert sich ein nichtsahnender Abenteurer. Dann gibt’s nämlich aufs Maul, was ich am eigenen Leib erleben musste. Nach ca. 8 Toden und der entsprechenden Anzahl der „Walk of Shames“ verließ mich kurzfristig die Motivation. Mal kam ich enorm weit, mal zerkloppte mich bereits der erste Gegner. Als ich dann, anstatt durch das weiße Licht in den nächsten Spielabschnitt zu gehen, meinen Masterschlüssel benutzte, um kurz mal nachzuschauen, was denn so im Keller feines ist, bekam ich von einem Kerl mit einer riesigen Keule Manieren beigebracht. Xbox ausschalten. Morgen weiterspielen. Schnauze voll.

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Joes „Dark Souls“-Tagebuch #1 was last modified: August 22nd, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.