Ich liebe ja Sammelbände. Man bekommt die Story, die man möchte, sinnvoll geordnet und sogar mit Bonusmaterial zu einem schmalen Preis, wo man sonst über Wochen hinweg einzelne, dünne Heftchen sammeln müsste. Der Großteil meiner Comicsammlung besteht aus eben jenen Sammelbänden; ein großartiges Konzept! So auch der neue Band um den eisernen Mann: Iron Man. Die Kollektion, die Panini jüngst unter dem Titel „Unbesiegbar“ herausbrachte, umfasst insgesamt fünf Ausgaben der Invincible Iron Man-Reihe (Dezember 2015 bis März 2016 im Amerikanischen Original).

Iron Man hat eine lange Geschichte und wurde bereits 1963 von Stan Lee, Larry Lieber, Don Heck und Jack Kirby erdacht. Lange Zeit verbrachte der Eisenmann sein Dasein als Secondary Character, erst mit dem Verkauf der Primärlizenzen durch Marvel und dem Start des MCU, avancierte Tony Stark in seiner Rüstung zum strahlenden Retter und Hoffnungsträger der Marvel-Riege. Der Millionär, Erfinder, Visionär und Playboy hat im neuesten Sammelband alle Hände voll zu tun. Dr. Doom ist zurück, hilft Tony Stark allerdings bei der Bekämpfung von Madame Masque, die irgendwie nicht sie selbst zu sein scheint. Außerdem treten Cyber-Ninjas, die stark an Genji aus Overwatch erinnern, auf den Plan. Doctor Strange und das Ex-Supermodel Mary Jane Watson müssen ordentlich mit anpacken und Iron Man in einem Verwirrspiel aus Geheimnissen, Hinterhalten und Rätseln unter die metallenen Arme greifen.

Leider umfasst der Sammelband „Unbesiegbar“ nur 132 Seiten und lässt den Leser mit einem ordentlichen Cliffhanger zurück.Ich hätte mir gerne einen Megaband gewünscht, wie Captain America ihn beispielsweise bereits in mehrfacher Ausführung (Preis: circa 26 Euro!) spendiert bekommen hat. Bis zur letzten Seite strotzt die Story nur so vor Spannung, Action und vor allem Witz. Selten habe ich einen solch großartigen Mix aus todernster Lebensgefahr und Slapstick gelesen; ich habe mehrmals laut aufgelacht. Brian Michael Bendis, der als einer der wichtigsten Comicautoren der Jungzeit gilt, haut hier alles raus, was geht, und stellt wieder einmal unter Beweis, dass er den Hype absolut wert ist. Unterstützt wird Bendis hierbei von Zeichengenie David Marquez (Civil War II, Jessica Jones, Uncanny X-Men). Der sanfte Zeichenstil des Briten in Kombination mit den knallharten Kämpfen im Heft, ergibt ein sinniges, konsequentes Gesamtbild von der ersten bis zur letzten Seite. Als Dreingabe gibt es am Ende des Heftes noch die gewohnte Cover-Galerie inklusive einiger Variant-Versionen.

Der Iron Man-Spaß „Unbesiegbar“ kostet 14,99 Euro, liefert dafür aber auch 132 Seiten. Wegen mir hätten noch ein oder zwei Ausgaben mehr im Sammelband stecken können, aber wer weiß, in welchen Zusammenhang Panini die Storyline hierzulande pressen möchte. Ich jedenfalls bin sehr gespannt auf Band Nummer zwei, der hoffentlich bald erscheint.

Auch interessant

Iron Man: Unbesiegbar was last modified: September 19th, 2017 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.