The Sword machen auf ihrer Tour zu High Country Station in Köln und Mastermind J. D. Cronise (2. v. l.) gewährt uns eine Audienz. Wenn das mal nichts ist!

InterviewKönntest Du die Band und Dich in drei Worten beschreiben?

J. D.: Puh… Heavy Rock Music. Für mich als Person reichen drei Worte definitiv nicht aus!

Was inspiriert Dich, um Songs über Einhörner, tiefgehende Konversationen mit Bäumen und Bienen im Frühling zu schreiben?

J. D.: allein die Tatsache, dass ich mich draußen aufhalte und die Natur beobachte ist für mich Inspiration genug.

Bist Du ein spiritueller Naturmensch?

J. D.: Definitiv!

Woher kommen die Einflüsse wie z.B. das soundtrackartige Intro?

J. D.: Wir versuchen ständig, neue Texturen und Elemente in unsere Musik aufzunehmen, damit es immer interessant bleibt. Natürlich lassen wir dann auch Stilrichtungen einfließen, die wir gerne hören.

Was hörst Du denn z. Zt. am liebsten, wenn es mal kein Metal oder Rock ist?

J. D.: Hm… Eigentlich höre ich selber kaum Metal. Es gibt da eine Blues-Band aus Ohio, Melt Caramel, deren Album ich im Moment oft höre.

Was für Equipment habt Ihr diesmal für die Aufnahmen benutzt?

J. D.: Wir haben alles mögliche benutzt, viele verschiedene Gitarren und Amps. Sonst haben wir immer nur das verwendet, was wir auch live spielen, aber für High Country wollten wir jedem Song einen eigenen Charakter verpassen.

Modulok 1Wer hat die Backing Vocals eingesungen?

J. D.: Wir ließen eine kleine Gruppe aus Austin kommen, die weiblichen Vocals, die man besonders auf Dreamthieves hören kann, stammen von einer Freundin des Produzenten. Das ist auf jeden Fall eine Erweiterung unseres Sounds!

Gab es wieder ein Konzept, dass alle Songs miteinander verbindet?

J. D.: Nein, wir hatten keine Story oder sowas im Hinterkopf.

Im Gegensatz zu Euren anderen Covern wirkt das neue sehr minimalistisch, spiegelt aber die lockere Atmosphäre des Albums gut wieder. Wie kam das zu Stande?

J. D.: Wir wollten von Anfang an etwas simples und schickten unserem Künstler nur ein paar Demo-Aufnahmen der Songs. Als wir dann die ersten Konzepte sahen, waren wir sofort begeistert.

Was ist das wichtigste Utensil in Deinem Tourkoffer?

J. D.: Neben offensichtlichen Dingen wie Zahnbürste etc. würde ich sagen: Ohrenstöpsel! Ohne die Dinger könnte ich keine Show überstehen.

Interessierst Du Dich für Bücher, Filme oder Games?

J. D.: Dreimal: Ja!

Was sind Deine Favoriten?

J. D.: Bevor wir auf Tour gegangen sind, hab ich Arkham Knight gezockt. Gelesen habe ich in letzter Zeit nicht so viel, ich habe leider kein Buch auf die Tour mitgenommen, was ich im Nachhinen bereue. Filmtechnisch haben wir eine Menge Scheiße im Bus… Ich meine damit wirklich grottenschlechte Filme… So schlecht, dass sie nicht mal mehr lustig oder trashig sind und als B-Movie oder sowas durchgehen könnten! Aber wenigstens können wir uns mit GTA ein bisschen entspannen.

Als Du jung warst, wolltest Du Comiczeichner werden…

J. D.: Ja, bevor ich die Gitarre für mich entdeckte, zeichnete ich meine eigenen Superhelden. Ich mag es immer noch, aber ich glaube, Musik machen kann ich wesentlich besser…

Wer ist Dein Libelingskünstler?

J. D.: Aus den 90ern würde ich Arthur Adams nennen. Meines Wissens ist er immer aktiv. Aktuell dann auf jeden Fall noch Jim Williams III, der unser letztes Album-Cover gemacht hat.

Wie stehst Du zu Streaming-Diensten wie Spotify?

J. D.: Mit Spotify und diesen ganzen Diensten ist es so, dass die Industrie derzeit noch ihre eigenen Regeln macht. Es wird lediglich gesagt, wieviel wir als Künstler rausbekommen, aber nicht, was die Firma selber einstreicht. Ich hoffe, dass sich das in der Zukunft ändern wird, denn da ist noch viel Bedarf, was Transparenz und Fairness angeht. Aber die Dinge sind nunmal so, wie sie sind, weshalb unsere Live-Auftritte wichtiger denn je sind, denn das kann man sich nicht einfach downloaden. Auf der anderen Seite hat mich das Vinyl-Revival sehr verwundert. Damit hätte ich nicht gerechnet! Es ist schön, dass die Fans immer noch statt einer einfachen datei auf dem Handy etwas greifbares in der Hand halten wollen.

Habt Ihr diesen Wandel im Hinterkopf, wenn ihr Musik schreibt? Manche Bands verlagern ihren Schwerpunkt auf einzelne Songs, andere wiederum bringen speziell für MP3 gemasterte Alben raus…

J. D.: Wir versuchen, uns davon zu lösen, aber ganz kann man das natürlich nicht verdrängen. Gefährlich wird es, wenn dieser Druck negativen Einfluss auf die Kreativität nimmt. Ich versuche das zu ignorieren, so gut es geht!

Letzte Frage, bevor es noch eine kleine kreative Aufgabe für Dich gibt. Wenn es eine HBO-Serie geben würde, in der The Sword die Hauptrollen spielen: Was für eine Serie wäre das?

J. D.: Also wir wären auf jeden Fall die Guten! Hm… Es wäre vielleicht eine Art historisches Drama im Wilden Westen, aber mit ein paar Fantasy-Elementen wie bei Supernatural.

Modulok 2Traditionell gibt es am Ende jedes meiner Interviews die Aufgabe, das hier zusammen zubauen…

J. D.: Der gute alte Modulok! Mann, mit He-Man bin ich aufgewachsen… Cool!

J. D. fängt auch gleich an, zu bauen und bringt nur noch ein trockenes „Das war vor Deiner Zeit!“ raus, als der Mercher fragt, was das ist… Mission accomplished, würde ich sagen!

Ein paar Stunden später ertönt dann auch schon das Intro Unicorn Farm im Luxor. Gereckte Fäuste und fragende Gesichter machen direkt klar, wer das neue Album kennt und wer nicht. Beim nahtlosen Übergang zu Buzzards kocht die Stimmung dann aber sofort hoch und spätestens beim folgenden Tres Brujas, der Hitsingle vom Warp Riders-Album, hat das Schwert sein Publikum fest im Griff. Die Texaner erlauben es sich sogar, ihren Überhit Freya relativ früh im Set zu verbraten, andere Bands hätten sich sowas für die Zugabe aufgehoben. Gut die Hälfte der Songs besteht aus Titeln von High Country, was dem Energielevel aber keinen Abbruch tut. Der eine oder andere hätte sich wahrscheinlich ein paar mehr Songs aus den Stoner-Tagen gewünscht, aber die motzenden Ewiggestrigen sind heute klar in der Unterzahl.
Nach einer guten Stunde Spielzeit kommt die Band nochmal für zwei weitere Songs auf die Bühne, bevor das Publikum mit dem Doppelschlag Maiden, Mother And Crone/Dying Earth in die Weiten des Kölner Nachtlebens entlassen wird.

 

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Im Interview: J. D. Cronise von The Sword was last modified: September 22nd, 2015 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.