chris_KosnikThe Atomic Bitchwax – Ein Name, der wohl sofort hängen bleibt. Seit Jahren auf personeller Ebene eng mit den Stoner Rock-Megastars Monster Magnet verbandelt, hat sich das Trio mittlerweile einen hervorragenden Ruf in der Stoner/Psychedelic-Szene erspielt, doch der ganz große Wurf über die Genre-Grenzen hinaus ist ihnen bisher noch nicht gelungen, was die Band aber nicht davon abhält, 23 Gigs in 24 Tagen durch zuziehen!

Eines der Konzerte fand im Underground zu Köln statt, bei dem ich Chris Kosnik zwischen Bett und Bühne abfangen konnte. Lest im folgenden Interview, was der Bandleader und Bassist u.a. zu den Themen Kühlschrank, Superhelden und Torrents zu sagen hat!

Hi Chris! Mittlerweile kannst Du auf 20 Jahre The Atomic Bitchwax zurück blicken…

Chris: Kann man so sagen! Wobei ich hinzufügen muss, dass wir zwar vor ca. 20 Jahren angefangen haben zu jammen, aber das erste Album kam erst 1999 raus.

Klär uns doch mal kurz über den Bandnamen auf!

Chris: (lacht) Alles entstand aus einer Blödelei heraus… Wir waren zu dritt und dachten uns: Jeder wirft ein Wort in den Raum. Ed (Mundell, Git., Ex-Monster Magnet, inzwischen aus beiden Bands ausgestiegen) wählte Atomic, Keith, unser damaliger Drummer, hatte keinen Bock auf die Sache und sagte einfach Bitch und ich entschied mich für Wax, um irgendwas mit einem X im Namen zu haben. So einfach ist das!

Mittlerweile habe ich sogar gehört, dass das Zeug in Lavalampen Bitchwax genannt wird.

Was war deiner Meinung nach der denkwürdigste Moment in der Bandgeschichte?

Chris: Hm… Es ist schwer, einen einzigen Moment heraus zu picken. Für mich ist das wichtigste, dass ich mich in der ganzen Zeit musikalisch stetig verbessert habe. Unser Sound entspricht zu 100% dem, was ich am liebsten mache. Bob (Pantella, Drums, auch bei Monster Magnet aktiv) und Finn (Ryan, Git., Ex-Core) sind ausgebildete Musiker, was mich noch mehr anspornt, mit ihnen mithalten zu können.

Hast du noch dein allererstes Instrument?

Chris: Leider nicht, aber ich habe immer noch den Bass, mit dem The Atomic Bitchwax gegründet wurde. Mittlerweile nutze ich ihn aber nur noch als Back-Up auf den Monster Magnet-Touren.

bitchwax_gearBist du eher der Plug and Play-Typ oder suchst du immer nach dem ultimativen Sound?

Chris: Ich bin da eher simpel gestrickt: Der beste Amp ist der Ampeg SVT mit der entsprechenden 8x10er-Box (auch als „Kühlschrank“ bekannt). Das Ding wird seit über 40 Jahren hergestellt, weil es einfach gut und zuverlässig ist. Beim Bass ist es ähnlich, es geht nunmal nichts über einen Fender. Für die schnellen Parts nutze ich höchstens noch ein Overdrive-Pedal, aber das ist auch schon alles!

Ihr tourt derzeit noch mit dem letzten Album, The Local Fuzz. Wann kommt die neue Platte?

Chris: Das meiste ist geschrieben, aber durch die Monster Magnet-Touren hat sich alles nach hinten verschoben. Ursprünglich sollte das Album schon zu dieser Tour fertig sein, aber es wird wohl aufs Frühjahr hinaus laufen. Wir werden aber heute Abend schon zwei neue Songs vorstellen!

Was ist dein Lieblingsfilm?

Chris: Einen einzigen Film könnte ich nicht benennen, aber mein Lieblingsgenre ist definitiv Science Fiction. Zukunftsphantasien, Zeitreisen… All diese Themen halt. Fantasy dagegen verabscheue ich regelrecht. Zauberer, Vampire und so ein Scheiß, damit kannst du mich jagen!

Daher kommt dann bestimmt auch die Idee zum aktuellen Tour-Poster, oder? (Darauf sind ein normaler Mr. Spock und sein „Evil Twin“ im Profil zu sehen – Anm. d. Verf.)

Chris: Ja, genau. Ich habe das Bild irgendwo im Netz gefunden und wusste sofort: Das ist es!

Wenn es einen Film über die Band gäbe: Welche Schauspieler würden euch verkörpern?

Chris: Oh Gott! (er überlegt eine Weile…) Lass uns die Frage überspringen…

Wenn Du ein Superheld sein könntest: Welche Superkräfte hättest Du?

Chris: (lacht) Mann, du hast vielleicht Fragen! Meine vierjährige Tochter sieht sich regelmäßig die Serie Aquabats an. Da geht es um eine Rock/Ska-Band, die für Gerechtigkeit kämpft und deren Mitglieder allesamt Superhelden sind. Der Gitarrist, Eagle „Bones“ Falconhawk (Was für ein Name! – Anm. d. Red.), der übrigens auch bei Death By Stereo spielt, verschießt Laserstrahlen mit seiner Fender Jazzmaster. Das würde ich auch gerne können!

Nach den spaßigen Fragen möchte ich ein wenig auf die Business-Seite der Band eingehen. Ihr bietet eure gesamte Diskographie als ZIP-File zum Preis von grade mal 5$ an.

Chris: Dazu gibt es eine lustige Geschichte: Die Datei hatte ich, genau so wie sie ist, auf einer dieser Torrent-Seiten gefunden. Ich sah auf einmal, dass fast 50 Leute in diesem Moment das Ding auf ihren PC luden. Ich zog sie mir ebenfalls und dachte: Wenn nur 2 oder 3 von den 50 mir 5$ zahlen, kann ich wenigstens den Webspace und ein paar Zigaretten finanzieren. Naja, was soll ich sagen: Es klappt! Ein bisschen was kommt pro Monat zusammen, was immer noch besser ist, als nichts zu kriegen.

Habt ihr für das neue Album über Crowd Funding nachgedacht?

Chris: Nein. Ich würde niemals Geld von jemandem verlangen für ein Projekt, dass noch nicht abgeschlossen ist. Ich kann zwar nachvollziehen, dass manche Bands sowas in Erwägung ziehen, aber für The Atomic Bitchwax ist das nichts. Wir präsentieren lieber das fertige Album und überlassen es dann den Fans, ob sie es kaufen oder nicht.

Ihr seid sehr präsent auf Facebook und Instagram. Glaubst Du, dass sich durch solche Plattformen die Rezeption des „Rockstars“ verändert?

Chris: Das glaube ich nicht. Ich nutze das ganze eher als eine Art Promotion-Tool. Weißt du, ich bin mittlerweile 45 und habe in Bands gespielt, lange bevor es das Internet überhaupt gab. Damals haben wir Flyer kopiert und sie verschickt oder an Scheibenwischer geheftet, heute hat man eben eine Website, auf der man ein Poster hochladen kann. Ich denke, es sind zeitgemäße Wege, um seine Band zu promoten.

Soweit vielen Dank für das Interview. Zu guter Letzt habe ich noch obligatorische arrcade-Aufgabe für dich, die dir als Sci-Fi-Fan sicher zusagen wird! Ich nehme an, dass Du mit He-Man vertraut bist…

Chris: Ohja, aber das ist verdammt lange her! (Er setzt ein breites Grinsen auf und fängt munter an zu bauen)

chris_Modulok

modulok_bitchwax

 

http://www.theatomicbitchwax.com

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Artist-Page bei Tee Pee Records

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Im Interview: Chris Kosnik (The Atomic Bitchwax) was last modified: September 1st, 2014 by Yorck Segatz

Videospiele sind ihm nicht hart genug, daher bemalt er in seiner Freizeit Warhammer-Männlein und hört währenddessen Death Metal. Lange Spaziergänge am Strand macht er nur mit, wenn er anschließend mit seiner He-Man-Figur spielen darf. Ansonsten ist er stubenrein und kann gut stillsitzen.