Ich erinnere mich noch ganz genau an den Moment, als ich für mich selbst die Entscheidung fällte, meine Konsolenpräferenzen über den Haufen zu werfen und eine gänzlich andere Richtung einzuschlagen. Dieser Moment war die E3-Vorstellung der Xbox One.

Eine verkorkste DRM-Politik, immenser Fokus auf TV und Medieninhalte – Das Bild, das Microsoft sich selbst von seiner Konsole machte, stimmte so gar nicht mit dem überein, was ich mir vorstellte. Ich wollte Spiele spielen. So wie ich es schon mit meiner Original-Xbox und meiner Xbox 360 machte. Denn ich war immer ein treuer Anhänger der klobigen schwarzen Kiste mit dem „X“.

Denn quasi zeitgleich präsentierte Sony seine PlayStation 4. Der Fokus hier war klar: Games. Während Microsoft weiterhin seinen Kopierschutz verteidigte und sich mit Halbwahrheiten und Personalproblemen immer weiter ins Aus bugsierte, ging Sony als strahlender Sieger aus dem Konsolenduell hervor. Zumindest für mich. Denn nur kurze Zeit nach Release der PS4, stand das Schätzchen im heimischen Wohnzimmer. Ich war froh, mich so entschieden zu haben, denn die Xbox One machte zu Anfang gar keine gute Figur. Performanceprobleme, Hardwareausfälle – hier ging so ziemlich alles schief, was schiefgehen konnte.

Allerdings gab Microsoft dann im vergangenen Jahr (2016) ordentlich Gas und bohrte die Xbone ordentlich auf. Bestes Feature: Die Abwärtskompatibilität. Einfach die bereits vorhandene Xbox 360-Disc ins Laufwerk schieben und alte Spiele auf der neuen Konsole spielen. Klappt nicht mit jedem Spiel, aber im Vergleich zu dem, was Sony in diesem Sektor unternimmt (nämlich gar nichts), ist das schon ziemlich cool. Generell scheint Sony in puncto „Neuerungen“ in der Software etwas hinterherzuhinken. So schön es auch war, dass bei der PS4 „alles beim Alten“ blieb, umso frustrierender ist es, dass die größten Wünsche aus der Community nicht umgesetzt werden. Mittlerweile hat sich zwar die Möglichkeit, Spiele in Ordner zu sortieren eingeschlichen, ein Wechsel der PSN-ID beispielsweise ist immer noch nicht möglich. Während die Xbox One heimlich an der PS4 vorbeizieht, tritt Sony auf der Stelle. Selbst die PlayStation VR, die als großes Zugpferd des letzten Quartals 2016, scheint mittlerweile schon wieder stiefmütterlich behandelt zu werden. Seit Release ist hier von Seiten Sonys kein Spiel mehr gepublisht worden, für 2017 stehen auch nur zwei Spiele auf der konkreten Agenda, was mir Sorgen macht. Denn die Hardware ist eigentlich wirklich gut und mit den richtigen Games kann man da bestimmt einiges machen. Dafür sind aber die PS4-Exklusivtitel top.

Ich wollte nie eine Xbox One. Meine Konsole ist die PlayStation 4, und selbst die WiiU, die ich mir zu Release gekauft habe (und wieder verkauft habe, um sie später wieder zu kaufen) staubt im Konsolenschrank vor sich rum. Da brauche ich keine dritte Konsole, die nie bespielt wird. So kam es allerdings am Black Friday 2016, dass ausgerechnet Saturn, der ansonsten immer relativ teuer ist, eine Xbox One S-Konsole in weiß für 164 Euro anbot. Ein Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte. Denn meine Xbox 360-Spielesammlung umfasst mittlerweile einige (!) Titel (die sich ja auf der Xbone abspielen lassen), die Konsole allerdings, ist schon lange nicht mehr angeschlossen. Außerdem bin ich großer Forza Horizon-Fan.

Zwar war das Konsolensoftwareupdate nach dem ersten Start einfach unfassbar groß, sobald alles lief (und mein Controller ebenfalls ein Update bekam!), konnte ich allerdings loslegen. Und ich muss sagen: Ich mag es. Die PS4 ist zwar immer noch meine Hauptkonsole (und wird es wohl auch immer bleiben), die Xbox ist allerdings nun auch regelmäßig eingeschaltet und feuert ihre Exklusivtitel auf den Bildschirm, denn dafür wurde sie angeschafft. Forza Horizon 3, Quantum Break, ReCore und Gears of War 4 fanden bisher den Weg in meine Online-Warenkörbe und somit auch mein Spieleregal.

Großartiges Feature: Wenn die Familie den Fernseher belegt, kann ich den Bildschirm auf meinen Laptop spiegeln. Das funktioniert wesentlich besser als das PS Vita-Streaming der PS4; bessere Qualität, bessere Latenz und volle Controllerunterstützung. Da macht sogar ein schnelles Rennspiel wie Forza Horizon 3 Spaß.

Ich wollte nie eine Xbox One, aber unterm Strich bin ich sehr zufrieden mit der Kiste. Ich möchte auch eigentlich keine Nintendo Switch, aber da wird es wahrscheinlich auch darauf hinauslaufen, dass ich mir eine kaufe.

 

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Ich wollte doch gar keine Xbox… was last modified: Januar 4th, 2017 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.