Das Spielprinzip klingt so einfach, wie es absurd ist: Der Spieler steuert eine Scheibe Brot, die sich nichts sehnlicher wünscht, als getoastet zu werden. That’s it. Keine Raketenwerfer, keine Storyline, die dem Spieler die Tränen in die Augen treibt. Sorry. Dafür wartet I Am Bread mit geballtem Schwachsinn und einer Physikengine auf, die – wie Physikengines das nun mal machen – oft an ihre Grenzen stößt und Gegenstände völlig herrenlos durch die übersichtlichen Levels wirbelt.

Dass sich das Steuern der Toastscheibe alles andere ist, als einfach, sollte klar sein. Jede Ecke des holden Bäckereiproduktes kann durch Tastendruck individuell an Oberflächen haften gelassen werden. Erfolgt jetzt der Schwung aus der richtigen Richtung, kann sich unser Protagonist – wir nennen ihn einfach mal Bread Pitt – nicht nur über Tische ziehen, sondern auch Oberflächen hinaufklettern. Dabei ist stets die Haft-Anzeige im Blick zu behalten. Fällt Bread auf den Boden, nimmt seine Essbarkeit verständlicherweise gefährlich schnell ab. Sinkt diese auf Null, ist die Partie vorbei und der Spieler muss erneut den beschwerlichen Weg durch Küche, Wohnzimmer oder Bad antreten. Und damit man eine Schnitte hat, um überhaupt so weit zu kommen, bedarf es ordentlich viel Training. Denn sobald Bread den Brotlaib, den er bis dato sein Zuhause nennen durfte, verlässt, heißt es „Butterbrot bei die Fische“. Von dem Stress, den I Am Bread verursacht, können sich andere Titel noch eine Scheibe abschneiden.

Klar, dass bei so irrwitzigen Aktionen wie Flügen über Waschbecken, Skateboardfahrten durch das Wohnzimmer oder Brutzeleinlagen auf dem Grill das Spiel ab und zu die Brotbremse ziehen muss und den Crash mit Fehlermeldung als Brotausgang benutzt. Was genau die Probleme verursacht (kann natürlich auch an meinem betagten System liegen), steht in den Sternen, was Bossa Studios hier aber im Gros abgeliefert haben ist großes, großes Kino und garantiert keine brotlose Kunst. Alleine die blöden Wortspiele, die überall im Spiel (und in diesem Review) ihren Platz finden sind ihr Geld (Auf Steam immer so um die 12-13 Euro) definitiv wert. Denn selbst wenn die einzelnen Level relativ schnell zu schaffen sind, bieten die zusätzlichen Modi und der Wiederspielwert durch viele, viele versteckte Witzigkeiten innerhalb der Spielwelt, zusätzlichen Spaß an dem verrückten Kleinod.

Wer hätte gedacht, dass es so großartig ist, ein Brot zu sein?

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I Am Bread was last modified: Juli 2nd, 2015 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.