Wer mich kennt, weiß, dass ich bestimmte Genres ganz gerne mag. Mal abseits von allen Assassin’s-Creed-Games (den unsäglichen dritten Teil mal außen vor) mag ich vor allem Shooter und Roguelike-Titel. Eine Kombination letztgenannter Genres schickt der Entwickler Terri Vellmann jetzt durch die Spieleplattform Steam auf die Rechner der Crossgenre-Fans: Heavy Bullets. Unter der dispositorischen Obhut von Devolver klingt das Konzept erst merkwürdig, nach der ersten Runde bekommt man dann aber unbändige Lust auf mehr.

heavy_bullets_01Ein minimalistisches Bild erscheint auf dem Bildschirm. Eine Mischung aus Magenta, Cyan und Gelb. Grobgeschnitzte Polygone, ein Revolver, Low-Fi-Mucke. Hinter jeder Tür lauert der Tod, und obwohl das HUD mir sagt, dass ich drei Herzen Lebensenergie besitze, bin ich sicher, dass diese schneller aufgebraucht sind, als ich „Ach du kacke!“ sagen kann. In meiner Waffe befinden sich sechs Kugeln – mehr gibt es nicht. Denn der Kniff an Heavy Bullets ist, dass man abgefeuerte Patronen wieder einsammeln kann, unabhängig davon, ob ein Gegner getroffen wurde oder nicht. Im Sinne des Überlebens und der Kugelknappheit sei natürlich jedem Spieler ans Herz gelegt, tatsächlich vor dem Start des Titels einen Schluck Zielwasser zu trinken.

Wie bei jedem Roguelike-Game gilt: Wenn tot, dann tot. Allerdings können sich findige Spieler mittels Bankautomaten, etwas Geld für spätere Runden zur Seite legen. Mit besagtem Geld können Gegenstände erworben werden, darunter Upgrades sinniger und sinnloser Natur. Selbstverständlich ist der Einsatz dieser Items ganz und gar abhängig vom persönlichen Playstyle. Ich arbeite da sehr minimalistisch und pragmatisch, während andere Spieler wahrscheinlich eher defensiv agieren.

heavy_bullets_02Die Levels werden vollständig zufällig erstellt, weswegen jeder Playthrough einzigartig ist, sowohl vom Levelaufbau, als auch von der Platzierung der Gegner her. Dabei wird das Spiel von Level zu Level (innerhalb einer Runde) von Level zu Level schwieriger. Das heißt, dass mitunter auch Bosse den Weg des Spielers kreuzen, denen nicht so leicht beizukommen ist.

Für knapp 7,50 Euro (Steampreis, ohne Rabatte) kriegt man einen soliden roguelike-FPS, der zwar ab und zu – an den unpassendsten Stellen – ruckelt, aber sonst, ob der minimalistischen Grafik, die das Konzept des ständigen Fokussierungszwangs umso mehr betont, ohne größere Probleme daherkommt. Das Sounddesign fügt sich nahtlos ein und ließ mich mehr als ein Mal hochschrecken, weil ich einen Gegner (diese verdammten Snakeworms!) im Gebüsch übersah. Definitiv ein Titel, den man des Öfteren startet.

 

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Heavy Bullets was last modified: Oktober 7th, 2014 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln. Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.