…oder „Wie Joe seinen weißen Wal fing“.

Quelle: Screenshot Twitter.com/Gronkh

Jeder weiß, dass ich Gronkh nie so recht leiden konnte. Ich meine damit nicht die Person Erik Range, sondern sein Machwerk in Form von kommentierten Gameplay-Videos und sämtlichen anderen Produkten, die durch die Weiten des Internets regelmäßig in meine Facebook- und Twitter-Timeline geschwemmt wurden. Ich habe auch nie einen Hehl aus meiner Antipathie gemacht, vielmehr habe ich diese öffentlich zelebriert und Gronkh offiziell zu meiner Nemesis ernannt. Schließlich braucht jeder Superheld einen bösen Gegenspieler. Aber genau wie eben solch ein Superheld bin ich nichts ohne einen Superschurken, was wäre denn Superman ohne Lex Luthor, Batman ohne den Joker, Luke ohne seinen Vader? Richtig: Ein unterforderter Jammerlappen ohne Bestimmung. Kein Pathos, das zelebriert werden kann, keine innere Zerrissenheit, keine Action. Langweilig eben.

Und irgendwann sollte der Tag kommen, an dem ich, Ahab, endlich meinen weißen Wal fing. Wieder einmal tat ich meinen Unmut über die Marke Gronkh zum Ausdruck, meine Harpune im Anschlag, als plötzlich der Wal vor mir auftauchte. Ich sah das Weiß in seinen Augen und erkannte den Willen, sich endlich dem Kampf zu stellen, der alles entscheiden sollte. Leben oder Sterben – Schwimmen oder Untergehen. Eine andere Option gab es nun nicht mehr. Alles oder nichts.

Der Kampf tobte während die Wellen über uns zusammenschlugen, die Gischt spritzte mir ins Gesicht, der Wind peitsche gnadenlos und zerrte an den Segeln meines Schiffes. Das Unwetter kam so unerwartet wie heftig, Blitze zuckten am Himmel und der Donner war ohrenbetäubend. Und irgendwann war es vorbei. Aber anstelle eines Viktors, der triumphierend über den Strand einer nahe gelegenen Insel stampfte, seine Narben wie Trophäen tragend, wurde das Kriegsbeil begraben. Zumindest vorübergehend.

Wir einigten uns darauf, dass wir beide uns in Zukunft respektvoll begegnen sollten unter der Prämisse, dass Gronkh mir ein Bier ausgibt. Bier! Mein Kryptonit! Meine einzige Schwachstelle im Kampf gegen das Übel der Welt (Und Muffins, aber das darf niemand wissen). Sollte ich mich so einfach geschlagen geben? Ja, aber unter Vorbehalt. Das Versprechen, mich künftig zurückzuhalten ist natürlich an unseren dunklen Schwur gebunden, ein Einhalten des Deals ist hier natürlich die Voraussetzung.

 

Auch interessant

Gronkh und Ich was last modified: November 22nd, 2012 by Joe Uessem

Besonderes Kennzeichen: Enorme Bauchmuskeln.
Mag Ballerspiele, Actionfilme und lange Spaziergänge am Strand. Zu seinen Hobbies zählen Stricken und Pferdebilder sammeln. Sein Lieblingsvideospielheld ist der Lange von Tetris.